Warum sollte ein guter Mensch in die Hölle kommen wenn sie nur einer anderen religion angehörigen?
sie sind ja genau wie ich mit ihrer religion aufgewachsen und glauben nunmal daran
Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn man die Offenbarung wie ein linear geschriebenes Buch betrachtet, dann schließt dieses Buch mit der Verkündung durch den Islam ab. Erst mit dem Islam wird also vervollständigt und abgeschlossen.
wenn jemand also diesen Abschnitt des Buchs einfach ignoriert und links liegen lässt, kann man sagen, dass er das Buch zu Ende gelesen hat und weiß, was der Autor ihm zum Schluss sagen wollte?
So verhält es sich auch mit dem Islam und den rechtgeleiteten Religionen vorher. Sie sind nicht "schlecht geworden" durch den Islam, vielmehr sind sie abgelöst. Sie haben ihre Funktion erfüllt und ihren Beitrag zur Entwicklung der Menschheit geleistet.
Die Sharia also der Wille Allahs hat sich historisch betrachtet etappenweise entfaltet, immer entlang der Aufnahmefähigkeit der Menschen. Wie im Schulsystem, wo der Lehrplan mit der geistigen Entwicklung der Schüler immer anspruchsvoller wird, hat sich die Sharia stufenweise der Menschheit offenbart. Der Islam ist der Abschluss dieser Offenbarung und der ehrwenrte Prophet Muhammad (s.a.s.) ist der letzte Prophet, also das Siegel der Prophetie.
Wie bekannt ist, lassen sich die Religionen – in gewisser Hinsicht – in drei Gruppen einteilen: die himmlischen Religionen, die verfälschten Religionen und die falschen/erfundenen Religionen.
Gewiß, die Religion ist bei Allah der Islam. Doch diejenigen, denen die Schrift gegeben wurde, wurden erst uneinig, nachdem das Wissen zu ihnen gekommen war – aus Mißgunst untereinander. Doch wer Allahs Zeichen verleugnet –, so ist Allah schnell im Abrechnen. (3/19)
Wer aber als Religion etwas anderes als den Islām begehrt, so wird es von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören. (3/85)
Ein weiterer wichtiger Glaubensgrundsatz lautet: „Der Glaube lässt keine Teilung zu.“ Das bedeutet, dass die Glaubenswahrheiten ein Ganzes bilden. Der Unglaube an eine davon reicht aus, um einen Menschen aus dem Glauben zu entfernen. Ein Mensch, der an eine dieser Wahrheiten nicht glaubt, wird nicht als Gläubiger bezeichnet. Beispielsweise ist ein Mensch, der an Allah glaubt, aber nicht an das Jenseits, kein Gläubiger. Für diesen Menschen kann keine zweigeteilte Einstufung vorgenommen werden, nach der er „im Glauben an Allah gläubig“, im Glauben an das Jenseits jedoch „ungläubig“ wäre. Ebenso lässt auch der Glaube an Allah keine Teilung zu. Das heißt, ein Mensch, der sagt: „Ich glaube an die Existenz Allahs, akzeptiere aber nicht, dass Muhammad (s.a.s.) sein Prophet ist“, glaubt nicht an Allah, sondern an eine Religion, die er in seinem eigenen Verstand erschaffen hat, die ihm gerade einfach gut passt. Das ist keine wahrhaftige Hingabe.
Damit der Glaube an Allah gültig ist, muss man an alle sechs Grundpfeiler des Glaubens glauben, wie sie im Koran dargelegt sind. Denn er ist das letzte und vollkommenste Buch, das den Menschen und den Dschinn Allah vorstellt; er ist auch das einzige himmlische Buch, das keiner Verfälschung und keiner Änderung unterworfen wurde.
Was ist also der Glaube? Auf diese Frage antwortet unser Prophet (s.a.s.) auf die Frage des Engels Gabriel wie folgt:
„Es ist der Glaube an Allah, an Allahs Engel, an Seine Schriften, an Seine Propheten, an den Tag des Jüngsten Gerichts, an die Vorherbestimmung, an das Gute und an das Böse.“ (Müslim, Iman, 1)
Gerade auch im Zeitalter der Information, kann man nicht einfach sagen, man hat noch nie etwas vom Islam gehört oder hatte keinerlei Möglichkeiten diesbezüglich zu recherchieren. Wie kann man diese "Behauptungen" über den Glauben und die Vollendung der Offenbarung durch den islam einfach ignorieren.
Denken wir zurück an die Analogie zum Buch, zu Beginn dieses Textes: Es ist nicht so, dass wir das letzte Buch des Kapitel "noch" nicht gelesen hätten, was man ja jederzeit noch erledigen könnte. Eher ist es so, dass wir es bewusst ignorieren, nichts davon hören wollen und trotzdem von uns behaupten möchten, dass wir alles zum Buch wissen und das Ende kennen. Können wir diese Behauptung in der Form aufrecht erhalten?
Fragen an den islam

