Wie Gebetswaschung in Schule/Uni vollziehen ?
Wie mache ich ( als weibliche Person) die Wuduh ( Gebetswaschung) in der Schule bzw. in der Uni, gibt es eine einfachere Möglichkeit, als die herkömmliche Gebetswaschung ? Vielen Dank im Voraus!
Gespeichert von am So., 22/02/2026 - 08:01
Liebe Leserin, lieber Leser,
die normale Wuduh (Gebetswaschung) ist grundsätzlich weiterhin Pflicht, auch in der Schule oder an der Universität.
O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch das Gesicht und die Hände bis zu den Ellbogen und streicht euch über den Kopf und (wascht euch) die Füße bis zu den Knöcheln. Und wenn ihr im Zustand der Unreinheit seid, dann reinigt euch. Und wenn ihr krank seid oder auf einer Reise oder jemand von euch vom Abort kommt oder ihr Frauen berührt habt und dann kein Wasser findet, so wendet euch dem guten Erdboden zu und streicht euch damit über das Gesicht und die Hände. Allah will euch keine Bedrängnis auferlegen, sondern Er will euch reinigen und Seine Gunst an euch vollenden, auf daß ihr dankbar sein möget. (5/6)
Allerdings erlaubt der Islam Erleichterungen, wenn die Situation schwierig ist. Für eine gültige Gebetswaschung müssen nach hanafitischer Rechtsschule nur die Pflichtteile erfüllt werden: das Gesicht waschen, die Arme bis einschließlich der Ellenbogen waschen, mit nasser Hand einen Teil des Kopfes bestreichen (Mesh) und die Füße waschen. Die zusätzlichen Sunnah-Handlungen sind zwar empfohlen, aber nicht zwingend erforderlich.
Gerade für Schülerinnen oder Studentinnen kann es sinnvoll sein, den Wuduh bereits zuhause zu machen und darauf zu achten, ihn nicht zu verlieren. Falls man den Wuduh erneuern muss und das Waschen der Füße in der Schule oder Uni schwierig ist, gibt es die Möglichkeit, sogenannte „Mest“-Socken oder geeignete wasserdichte Überzieh-Socken zu tragen. Über solche Socken darf man nach hanafitischer Meinung beim erneuten Wuduh mit nassen Händen streichen (Mesh), anstatt die Füße jedes Mal zu waschen. Es gibt diverse Überlieferungen, die über die Nutzung von Mest-Socken zur Zeiten des Propheten (s.a.s.) berichten (vgl. Wensinck, Muccem, Leiden 1943, II, 51-52; VI, 210-214).
Falls Wasser gar nicht verfügbar ist oder dessen Benutzung ernsthafte Schwierigkeiten verursacht, gibt es außerdem die Möglichkeit des Tayammum, also der symbolischen Reinigung mit sauberer Erde oder staubhaltiger Oberfläche. Dies ist jedoch für Ausnahmefälle gedacht und nicht lediglich aus Bequemlichkeit erlaubt.
Zusammenfassend gibt es also keine völlig andere Form der Gebetswaschung für Schule oder Universität, aber der Islam bietet praktische Erleichterungen an, damit man die religiösen Pflichten auch im Alltag gut erfüllen kann.
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