Darf ich als Muslima einer nichtmuslimischen Frau meine Haare zeigen?

Details der Frage

muss ich mein Hijab auch vor nichtmuslimischen Frauen beibehalten?

Antwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Stellen, die eine muslimische Frau einer muslimischen Frau nicht zeigen darf, sind wie die Stellen, die ein Mann einem Mann zeigen darf. Diese befinden sich zwischen der Kniescheibe und dem Nabel. Das heißt, dass es muslimischen Frauen verboten ist, den Teil zwischen Kniescheibe und Nabel zu betrachten. Dies ist die Grenze.

Den Hanbalis zufolge gilt die Bedeckung einer muslimischen Frau vor ungläubigen Frauen zwischen dem Nabel und den Kniescheiben. Nach Ansicht der Mehrheit ist der ganze Körper einer Frau zu bedecken, außer dem, was sichtbar ist, wenn sie Hausarbeit verrichtet. Es spielt keine Rolle, ob die Frau zu den Ahl al-Bayt gehört oder nicht. Die Situation ist für Nicht-Muslime die gleiche.

Die Meinungsverschiedenheit basiert auf diese Stelle im Koran:

Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren und ihren Schmuck nicht zur Schau tragen sollen - bis auf das, was davon sichtbar sein darf, und daß sie ihre Tücher um ihre Kleidungsausschnitte schlagen und ihren Schmuck vor niemand (anderem) enthüllen sollen als vor ihren Gatten oder Vätern oder den Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Gatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder Söhnen ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb mehr haben, und den Kindern, die der Blöße der Frauen keine Beachtung schenken. Und sie sollen ihre Füße nicht so (auf den Boden) stampfen, daß bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck verbergen. Und wendet euch allesamt reumütig Allah zu, o ihr Gläubigen, auf daß ihr erfolgreich sein möget. (24/31)

Die Hanbalis und andere haben gesagt, dass sich dies auf alle Frauen bezieht. Es gibt keinen Unterschied zwischen muslimischen und ungläubigen Frauen. Daher ist es für eine muslimische Frau erlaubt, ihren Schmuck einer ungläubigen Frau in dem Maße zu zeigen, wie es für eine muslimische Frau erlaubt ist.

Nach Ansicht der Mehrheit handelt es sich bei diesen Frauen insbesondere um muslimische Frauen. Dementsprechend ist es einer muslimischen Frau nicht gestattet, einer oder mehreren ungläubigen Frauen irgendeinen ihrer verborgenen Schmuckstücke zu zeigen. (Vgl. Tefsiru Ayati’l- Ahkam bi’l – Ezher, II/164; Vehbe Zuhayli, İslam Fıkhı)

Die Bezeichnung „Frauen“ im oben abgebildeten Vers wurde auf zwei Arten verstanden:

1) Das bedeutet, dass muslimische Frauen und nicht-muslimische Frauen wie femde Männer anzusehen sind. Dies ist die bevorzugte Ansicht der Hanafiten.

(2) Das Wort "Frauen" wird hier allgemein verwendet. Es gibt keinen Unterschied zwischen Frauen aufgrund der Religion, wenn es darum geht, dass eine gläubige Frau sich anderen Frauen gegenüber öffnet. (Vgl. Ahkâmü'l-Kur'ân, III/1372; İbn Âşûr, XVIII/211; Diyanet Tefsiri, Kur’an Yolu: IV/98-99.)

Es gibt auch die Überlieferung über einen Briefwechsel zwischen den zweiten Kalifen Umar ibn al Khattab und Abu Ubayda ibn Jarrah zu dem Thema:

"Ich habe erfahren, dass nicht-muslimische Bürgerinnen zusammen mit muslimischen Frauen in die Bäder gehen. Verbieten Sie dies sofort. Es ist für nicht-muslimische Bürgerinnen nicht erlaubt, die nackte Haut von muslimischen Frauen zu sehen".

 

Fragen an den islam

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