Begehe ich eine Sünde wenn ich auf Distanz mit meiner Schwiegermutter gehe?
Sie sorgt teilweise für erhebliche Konflikte und unser Familienleben leidet enorm
Gespeichert von am Di., 17/02/2026 - 15:25
Liebe Leserin, lieber Leser,
Sie können sich eine Zeit lang fernhalten. Was Sie in dieser Zeit tun, entspricht einem Prinzip des Islams, unmittelbaren Schaden abzuwenden.
Nein, es ist keine Sünde, sich fernzuhalten, wenn dieser Mensch tatsächlich solche Konflikte regelmäßig herbeiruft, die ihr Familienleben bedrohen.
Im Islam ist es erlaubt, sich vor Menschen zu schützen, die einem selbst und der Familie Schaden zufügen. Das ist keine Sünde, sondern das Recht, Grenzen zu setzen.
Man vermeidet am besten direkte Konflikte oder Streitgespräche und minimiert den Kontakt auf das Nötigste und ist dabei respektvoll, ohne größere Nähe herzustellen.
Es kann sein, dass genau diese Distanz mit der Zeit für ein Umdenken sorgt und die Situation sich dadurch verbessert. Dann kann der Kontakt schrittweise verbessert werden.
Nicht gleich sind die gute Tat und die schlechte Tat. Wehre mit einer Tat, die besser ist, (die schlechte) ab, dann wird derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft besteht, so, als wäre er ein warmherziger Freund. (41/35)
Der Koranvers ermahnt uns, nach bester Möglichkeit sanftmütig zu reagieren, also Schlechtes nicht mit Schlechtem zu beantworten. Es geht dabei auch hervor, dass wir die Menschen nicht hassen und Rache üben. Die Distanz dient lediglich dem Selbstschutz, ist aber nicht Ergebnis von Verachtung und Hass. Diese Gefühle wollen wir nicht bewusst nähren. Während wir uns selbst schützen, beachten wir dennoch die Gebote unserer Religion und beten dafür, dass dieser Mensch auf den Pfad der Tugend findet.
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