FAQ Häufigsten Fragen zum Der Teufel

1 Wenn ich von jemandem verflucht oder verwünscht (beddua) worden bin und diese Verwünschung eintrifft, was kann ich tun, um davon loszukommen?

 Liebe Leserin, lieber Leser


Wenn jemand der Verwünschung eines anderen ausgesetzt ist, dann sollte der vom Fluch Betroffene einmal überlegen ob und wem er eventuell Unrecht angetan haben könnte. Ist die Ursache für diese Misslage geklärt, so sollte der Verwunschene, wenn er denn im Unrecht ist, zunächst Buße tun und den Geschädigten, der diese Verwünschung ausgesprochen hat, zu erst um Vergebung bitten. Danach sollte der Verwunschene (Verfluchte) für den Verwünschenden (Verfluchenden) beten und in seinem Namen Almosen (Sadaqa) geben. Es ist zu erhoffen, dass auf diese Weise der Verfluchte von der Verwünschung loskommt.

Zu Unrecht geschädigte Menschen (Ausgebeutete) begehen keine Sünde, wenn sie die Unrecht begehenden Unterdrücker verwünschen. Es ist allerdings nicht richtig sinnlos und ohne Gründe Fluchworte auszusprechen. Der ehrenwerte Prophet Muhammad (sav) sagt: „Ich bin nicht zum Verdammen/Verfluchen gesandt.“ (Muslim, Birr, 87) Weiterhin verkündete der Prophet (sav), das dass verdammen eines Mu´min seiner Ermordung gleich kommt. (Buhari, Edep, 44) In einer anderen Überlieferung heißt es, dass grundlos ausgesprochene Flüche zu dem, der sie ausgesprochen hat zurückkommen. (Tirmizi, Birr 48, Ebu Davud, Edep 45) Wir empfehlen grundsätzlich keine Verwünschung auszusprechen, auch wenn man sich im Recht befindet.

Was bedeutet eigentlich Beddua (Verwünschung)?

Beddua ist das Verwünschen oder auch Verfluchen einer Person. Aus welchen Beweggründen auch immer dieser Wunsch einem Menschen innewohnt, stellt die Verwünschung das Gegenteil zur Fürbitte dar, das zu Gunsten anderer gemacht wird. Während man mit einer Fürbitte anderen das Gute ersehnt, verlangt man mit einer Verwünschung außerordentlich das Schlimmste für Jemanden.

Das Wort Beddua ist eine Zusammensetzung und besteht zu einem Teil aus dem persischen Wort „bed“, was soviel wie schlecht, scheußlich, böse und nutzlos bedeutet und zum anderen aus dem arabischen Wort „dua“, was zu deutsch Fürbitte, beten, Gebet bedeutet. Beddua ist der Oberbegriff für jegliche Verwünschungen, die man von anderen hört oder gar selbst ausspricht, wie zum Beispiel: „…Geh zur Hölle…“ oder „…der Teufel soll ihn holen…“. Es besteht hierbei tatsächlich die Gefahr, dass das Böse in Form von Unheil, Unfall, Pechsträhne usw. kommt, wenn diese Verwünschung aus tiefstem Herzen stammt.
Der Islam verbietet es allen Muslimen gegen sich selbst und oder sogar gegenüber anderen Muslimen solche Verwünschungen zu äußern. Unser ehrenwerte Prophet Muhammad (sav) sagt bezüglich Verwünschungen folgendes: „Gegen euch selbst, gegenüber euren Kindern und gegenüber eurem Hab & Gut spricht keine Verwünschungen aus! Wenn ihr das tut und es ist eine Zeit (Zeitfenster) in der Gebete (Wünsche) in Erfüllung gehen, so würden sich eure Verwünschungen erfüllen.“ (Riyazü's-Sâlihin Tercümesi, III, 82) Unser Prophet (sav) war stets bemüht sich vor der Aussprache einer Verwünschung zu hüten, trotz dessen was ihm an Unrecht widerfahren ist. Er sagte, dass er als ein Prophet der Barmherzigkeit gesandt wurde und nicht als Verfluchender.

Zu Zeiten in Mekka war er einst nach Taif gegangen, um den dortigen Menschen den Islam zu unterweisen. Er wurde dort sehr bösartig und feindselig behandelt und auf seinem Rückweg mit Steinen beschmissen, so dass seine gesegneten Beine Blut unterlaufen waren. Währenddessen wurde er verständigt, dass Gott ihm nun jede Art Verwünschung erfüllen würde und Er auf sein Wollen hin sie sogar vernichten würde. Doch der ehrenwerte Prophet (sav) erwiderte: „ Nein oh Gott, vielleicht entstehen aus ihren Nachkommenschaften Dich anbetende Welche.“ Und für seine Widersacher, die ihm in der Schlacht von Uhud einen Zahn brachen und sein Gesicht verwundeten betete er wie folgt: „Mein Gott, führe mein Volk zur Rechtleitung, denn sie wissen nicht was sie tun.“ (Tecrîd-i Sarih Tercümesi, IV, 314) Als die Devs, ein Volksstamm in Arabien, nach unzähligen Bekehrungsbemühungen sich immer noch nicht zum Islam bekannt hatten, forderte man vom ehrenwerten Propheten (sav) diesen Stamm zu verwünschen. Er (sav) erwiderte mit folgendem Bittgebet: „Oh Herr, führe das Volk der Devs zur Rechtleitung und mache dass sie sich zu unseren Reihen begeben.“ (Tecrîd-i Sarih Tercümesi, VIII, 344)
Es gibt aber auch Fälle, wo der Prophet (sav) von Zeit zu Zeit die Feinde Gottes verwünscht hat, allerdings immer als Reaktion auf die seitens der Ungläubigen betriebene Tyrannei und Barbarei. Eine Verwünschung sprach der ehrenwerte Prophet (sav) auf den Stamm der Kilab aus, nach dem sie 40 (70) ehrenhafte Gefährten des Propheten Muhammad (sav) zu unrecht und aus niederen Beweggründen im Blutrausch hintereinander auf unmenschliche Weise ermordet hatten. Ebenso verdammte er (sav) auch die Gottesleugner, welche ihn (sav) während seines Gottesdienstes bei der Kaaba verpönten und verspotteten. All jene sah er (sav) zu Boden gehen in der Schlacht von Bedir. (Tecrîd-i Sarih Tercümesi, X; 43-45) Während der Grabenschlacht erflehte der Prophet (sav) die Zerstreuung und Auflösung der Gottesgegner, welche sich vor den Toren Medinas zusammenscharrten und die Stadt somit belagerten. Daraufhin kam in derselben Nacht noch plötzlich ein Sturm von Osten auf und wühlte die Meute auf. (Tecrîd-i Sarih Tercümesi, VIII, 342-343)

Grundsätzlich sollte ein Muslim es vermeiden einen anderen Muslim, sei er auch ein Sünder, zu verwünschen und zu verdammen. Jedoch sollte die Verwünschung und Verdammung offensichtlicher Religionsfeinde und angriffslustiger Gottesleugner in einer Zwangslage als eine religiöse Pflicht angesehen werden.


Selam & Dua

Fragenandenislam - Team


 

2 Was sind die Charaktereigenschaften des Teufels?

 Liebe Leserin, lieber Leser


Der Teufel ist den Menschen ein offensichtlicher Feind, der sich geschworen hat sie alle zu überlisten und sie zu Missetaten heraufbeschwört. Es ist bekannt, dass er zu seiner ewigen Verdammnis (in die Hölle) sehr viele Menschen mitnehmen will. Im Qur´an ist erläutert, wie der Teufel die Menschen belügt, seine Meuchelmorde an ihnen begeht und was er noch (weiter) zu tun im Stande ist. Neben den (charakterlosen) Eigenarten wie, Falschheit, Intrigen und Spielerei gibt es noch weitere Kennzeichen für den Teufel.

1. Das Lügen und die Beschwörung dieser (auf die Lügen schwören).
Einer seiner größten Tugenden ist das Lügen und das verbreiten von Lügen. Wie sonst könnte der Teufel überhaupt jemanden für sich gewinnen, ohne ihnen falsche Tatsachen vorzuweisen? In den folgenden Versen können wir lesen was er damals Adam und Eva zugeflüstert hat. In den Versen 21-23 der Sure A´raf heißt es:

„Doch Satan flüsterte ihnen Böses ein, daß er ihnen kundtun möchte, was ihnen verborgen war von ihrer Scham. Er sprach: “Euer Herr hat euch diesen Baum nur deshalb verboten, damit ihr nicht Engel werdet oder Ewiglebende.“

„Und er schwor ihnen: “Gewiß, ich bin euch ein aufrichtiger Ratgeber.“

„So verführte er sie durch Trug. Und als sie von dem Baume kosteten, da ward ihre Scham ihnen offenbar und sie begannen, sich in die Blätter des Gartens zu hüllen. Und ihr Herr rief sie: “Habe ich euch diesen Baum nicht verwehrt und euch gesagt: “Wahrlich, Satan ist euch ein offenkundiger Feind?“

Seit der ersten Lüge bis zum heutigen Tag ist der Teufel bestrebt die Menschen zu belügen und zu täuschen. Angesicht dieser Situation ist der Mensch verpflichtet die Richtigkeit und oder Falschheit seiner Wirksamkeit mit den Maßstäben der Religion abzugleichen und sie erst dann zu verrichten.

2. Keine Herrschaft über die Menschen.
Wie die folgenden Verse deutlich zu verstehen geben besitzt der Teufel keinerlei Macht über die Menschen, um sie zu irgendeiner Missetat zwingen zu können.

„Fürwahr, du sollst keine Macht haben über meine Diener, bis auf jene der Verführten, die dir folgen.“(Sure Hidschr, Vers 43)

Dieser Vers besagt, dass der Teufel die Menschen nicht gegen ihren Willen zur Irreführung zwingen kann. Zumal Allah den Menschen wesentlich näher und hilfreicher ist als der Teufel. Der folgende Vers ermöglicht uns einen Blick hinter die Kulissen und offenbart uns die eigentliche Bedeutung des Bösen. Der Teufel und die ihm von Gott gegebene Frist dient alleine dazu, um im Jenseits die absolute Trennung der Gläubigen von den Nichtgläubigen allgerechter Weise vollführen zu können.

„Und er hatte keine Macht über sie, allein Wir wünschten denjenigen, der ans Jenseits glaubte, vor dem auszuzeichnen, der Zweifel darüber hegte. Und dein Herr ist wachsam über alle Dinge.“(Sure Saba, Vers 22)

3. Die Heuchelei.
Die Heuchelei ist zweifellos ein Merkmal des Teufels. Sich bei anderen beliebt machen wollen um ihrer Beachtung wegen, die Gebete für die Aufmerksamkeit anderer zu verrichten um sich einen Nutzen zu ergattern, oder um sich selbst zu gefallen. Diese und ähnliche Charaktermerkmale sind dem Teufel zugehörige Eigenarten.

„O die ihr glaubt, machet eure Almosen nicht eitel durch Vorhaltung und Anspruch, dem gleich, der von seinem Reichtum spendet, um von den Leuten gesehen zu werden, und er glaubt nicht an Allah und an den Jüngsten Tag. Ihm ergeht es wie einem glatten Felsen, den Erdreich bedeckt: wenn ein Platzregen auf ihn fällt, legt er ihn bloß – glatt und hart. Sie haben nichts von ihrem Verdienst. Und Allah weist nicht dem ungläubigen Volk den Weg.“(Sure Baqarah, Vers265)

4. Die Verdrehung der Tatsachen.
Die Erklärung von Recht zu Unrecht und Unrecht zu Recht ist ein weiteres Kennzeichen des Bösen. Der Qur´an berichtet, wie die Menschen durch den Teufel vom Rechten Pfad abgelenkt und auf Irrwege abgeschleppt werden. Durch geflügelte Worte, prunkvolle Reden und fesselnde Ausdrücke ist der Teufel permanent bestrebt die Menschen zu verleiten. Philosophisches nachsinnen über den Sinn des Lebens und des gleichen sind gute Mittel für die erfolgreiche Fortsetzung seiner Arbeit. In der von Abdullah b. Amr (r.a.) überlieferten Hadith verkündet der Prophet (a.s.m.):

„Allah verabscheut am meisten die Menschen, die Unwahr zu Wahr und Wahr zu Unwahr erklären und die nutzlosen Geschwätz plaudern.“ (Ebu David, Edeb 67)

Zu diesem Thema ergänzt der Qur´an im 113. Vers der Sure An´am wie folgt:

„Also hatten Wir die Teufel unter den Menschen und den Dschinn jedem Propheten zum Feind gemacht. Sie geben einander prunkende Rede ein zum Trug – und hätte dein Herr Seinen Willen erzwungen, sie hätten es nicht getan; so überlaß sie sich selbst mit dem, was sie erdichten…“

5. Der Teufel ist ein Menschenfeind.
Satan ist des Menschen ewiger Feind. Dieser Hinweis ist im edlen Qur´an an vielen Stellen offensichtlich erwähnt, zum Beispiel:

„O ihr Menschen, esset von dem, was erlaubt (und) gut auf der Erde ist; und folget nicht den Fußstapfen Satans; wahrlich, er ist euch ein offenkundiger Feind.“
„O die ihr glaubt, tretet alle ein in die Ergebung und folget nicht den Fußstapfen Satans; wahrlich, er ist euch ein offenkundiger Feind.“
(Sure Baqarah, Vers 169 und 209)

„Er sprach: “Du, mein Söhnchen, erzähle dein Traumgesicht nicht deinen Brüdern, sie möchten sonst einen Anschlag gegen dich ersinnen; denn Satan ist dem Menschen ein offenkundiger Feind.“ (Sure Yusuf, Vers 6)

„Habe Ich euch nicht geboten, ihr Kinder Adams, daß ihr nicht Satan dienet – denn er ist euch ein offenkundiger Feind…“ (Sure Yasin, Vers 61)

„Unter dem Vieh sind Lasttiere und Schlachttiere. Esset von dem, was Allah euch gegeben hat, und folget nicht den Fußstapfen Satans. Wahrlich, er ist euch ein offenkundiger Feind.“ (Sure An´am, Vers 143)

„Sage meinen Dienern, sie möchten nur das Beste reden, denn Satan stiftet zwischen ihnen Zwietracht. Satan ist dem Menschen fürwahr ein offenkundiger Feind.“ (Sure Bani-Isra´il, Vers 54)

„Wahrlich, Satan ist euch ein Feind; so haltet ihn für einen Feind. Er ruft seine Anhänger nur herbei, damit sie Bewohner des flammenden Feuers werden.“ (Sure Fatir, Vers 7)

„Und lasst Satan euch nicht abwendig machen. Gewiß, er ist euch ein offenkundiger Feind.“ (Sure Zuchruf, Vers 63)

Der Qur´an weist auf die Heimtücke und Zwieträchtigkeit des Teufels hin und warnt die Menschen in seinen Versen immer wieder vor ihm und empfiehlt Vorsicht. Damit die Gläubigen dieser Niedertracht nicht verfallen, bedarf es der Nächstenliebe zwischen den Menschen, aber vor allem unter den Gottesfürchtigen. Es bedarf der Gutmütigkeit und Friedseligkeit untereinander und Ablass von gehässigem, kränkendem und unsanftem Verhalten. Es wird gebeten miteinander nett und liebevoll umzugehen, welches auch der Vorstellung des Qur´an entspricht.

6. Der Teufel ist ein sehr schlechter Umgang.
Der Qur´an besagt, dass er der Freund der Ungläubigen ist.

„O Kinder Adams, lasst Satan euch nicht verführen, wie er eure Eltern aus dem Garten vertrieb, ihnen ihre Kleidung raubend, auf daß er ihnen ihre Scham zeigte. Wahrlich, er sieht euch, er und seine Schar, von wo ihr sie nicht seht. Denn siehe, Wir haben die Teufel zu Freunden derer gemacht, die nicht glauben.“ (Sure A´raf, Vers 28)

7. Der Teufel ist ein enger Freund derer, die fern vom Qur´an sind.

„Wer sich vom Gedenken des Gnadenreichen abwendet, für den bestimmen Wir eine Teufel, der sein Gefährte werden soll.“
„Und fürwahr, sie machen sie abwendig von dem Weg, jedoch sie denken, sie seien rechtgeleitet.“
(Sure Zuchruf, Vers 37,38)

8. Der Teufel kann die Menschen von überall aus sehen und ist immerwährend bemüht sie zu betrügen.
Der edle Qur´an berichtet von der Fähigkeit des Teufels die Menschen jederzeit sehen zu können und davon, wie er sich in unverhofften Augenblicken ihnen nähert und sie belügt. Der Mensch wiederum vermag nicht den Teufel zu sehen. Diese Tatsache ist uns Menschen eine Warnung und ein Hinweis darauf, uns permanent vor dem Teufel in Acht zu nehmen und ihm keine Möglichkeit zu bieten sich uns zu nähern. In erster Linie konzentriert sich der Teufel auf unsere schwächen und verneint sie und erlangt sich somit unsere Aufmerksamkeit um uns irre zu führen.

„Wahrlich, er sieht euch, er und seine Schar, von wo ihr sie nicht seht. Denn siehe, Wir haben die Teufel zu Freunden derer gemacht, die nicht glauben.“ (Sure A´raf, Vers 28)

 

Arif Aslan


Selam & Dua

Fragenandenislam - Team


3 Warum wurde der Teufel erschaffen?

Liebe Leserin, lieber Leser


Diese Frage hat zwei Aspekte. Einerseits die Bestimmung und andererseits die Weisheit, die bei der Erschaffung des Teufels eine wichtige Rolle spielen.
Als erstes wird die Berufung des Teufels erörtert. Der Teufel gehört zur Gattung der Dschinn. In dieser Ayah (Vers im Qur`an) “ Und die Dschinn und die Menschen habe Ich nur dazu erschaffen, dass sie Mir dienen”(Qur`an:51; 56) wird deutlich, dass ihre wahre, eigentliche Bestimmung in der Gotteserkenntnis und im Gottesdienst liegt.

Genauso wie bei den Menschen gibt es unter den Dschinn jene, die dem Unglauben verfallen sind.
Der Teufel ist zu dieser Kategorie der Abgeirrten einzuordnen, weil er sich vor Adam aus Arroganz nicht verbeugen wollte und sich dadurch der Anordnung Gottes widersetzte. Deshalb wurde er von der Barmherzigkeit Gottes verbannt, jedoch wurde ihm erlaubt bis zum Tage des Gerichts die Menschen in den Irrweg zu verleiten.

Der Grund, warum Allah ihm die Erlaubnis gibt, beinhaltet nicht nur eine, sondern hunderte von Weisheiten. Von diesen sind die zwei Wichtigsten wie folgt.
Der Allgerechte Herrgott, der die höchste Erkenntnis und Wahrheit umfasst, hätte den Menschen auch ohne den Teufel prüfen können, in dem er die Aufgaben des Satans der menschlichen Begierde (im Original „Nefis“= Ego, Selbstsucht, Gier) auferlegt hätte.
Doch in dem Er ihm die Erlaubnis gab, welches ja auch dem Wunsch des Höllenfürsten entsprach, wird die Höllenpein des Teufels um ein milliardenfaches gesteigert. Nach der Aussage (Hadith) des Propheten Muhammed(s.a.s.) „Der Verursacher bzw. der zur Sünde Anregende ist genauso schuldig wie der Ausführende“ werden die Sünden, die durch die Einflüsterungen dieses dämonischen Widersachers herbeiführt werden, auch dem Teufel zugeschrieben und somit wird seine Höllenpein ständig vermehrt.

Unter einem anderen Gesichtspunkt wird durch die Mission des Teufels der Mensch in seinen Eigenschaften geprüft. Der Gläubige (mü`min) kann in dieser Prüfung, falls er sie erfolgreich besteht, seine Fähigkeiten entfalten und sogar die Engel in ihrer Rangstufe übertreffen bzw. hinter sich lassen.
Wäre dem Menschen nicht der Teufel, seine Begierde, sein innerer Schweinehund, seine Neigung zur Sünde zuteil, würde er wie die Engel in seiner Stellung gleich bleibend und konstant sein.

Alaaddin Basar (Prof.Dr.)


Selam & Dua 

Fragenandenislam - Team

4 Warum musste sich Iblis (Teufel) niederwerfen obwohl er kein Engel ist??

Liebe Leserin, lieber Leser


Die Antwort zu deiner Frage liegt in der arabischen Sprache.Im arabischen gibt es eine grammatikalische Regel die besagt, dass wenn eine Gruppe angesprochen wird auch eine Minderheit gemeint ist die sich unter der Gruppe befindet dieser aber nicht angehöhrt. Zum Beispiel wenn ein Lehrer in arabisch zu seiner Schulklasse sagt 'alle männlichen Schüler bitte ausstehen' wird sich auch die einzige weibliche Schülerin angesprochen fühlen und aufstehen. Als Allah den Engeln befahl sich vor Adam niederzuwerfen war auch der Teufel damit gemeint obwohl er im eigentlichen Sinne kein Engel war sich aber unter der Gruppe der Engel befand. Um dieses Verständniss zu bekräftigen können wir auch die Reaktion des Teufels betrachten. Als Allah Iblis zur Rede stellte machte dieser deutlich dass er den Befehl Allahs zwar verstanden hatte sich aber dennoch weigerte sich vor Adam niederzuwerfen. Aus dieser Reaktion ist zu ersehen dass es sich nicht um ein einfaches Missverständniss des Teufels handelte sondern dass sein Ungehorsam bewusst geschah. Aus diesen beiden Gründen wird sich der Teufel am jüngsten Tag nicht auf diese Weise herausreden können.

Selam & Dua
Fragenandenislam - Team

 

5 Ist es falsch Horoskope zu lesen und sich Horoskope zeigen und erklären zu lassen? Inwiefern stimmt was Wahrsager und ähnliches sagen?

Liebe Leserin, lieber Leser


Heutzutage findet man an in diversen "Ecken und Enden" in nahezu jeder Nachbarschaft, Wahrsager die sich selbst und ihre "Berufung", auf eine vollkommen unangemessene Weise, mit Titeln wie etwa "modern" schmücken. Falls wir sagen würden dass, "nichts den menschlichen Verstand und die menschlichen Emotionen so sehr missbraucht wie die Wahrsagerei" würden wir damit nicht übertreiben.

Zu dieser Thematik hat sich unser Prophet (a.s.m) mit nur einem Satz geäußert: "Hellseher sind nichts und nichtig." (Müslim, Selam 123) Die Worte derer, die behaupten etwas über die Zukunft zu wissen, sind nur leere Phrasen und dementsprechend bedeutungslos.

Aus der Sicht des Glaubens und der Religion, ist das Aufsuchen von Hellsehern und Horoskopen so abergläubisch und gefährlich, dass Allah bewahre, man den Glauben dadurch verlieren könnte.

Unser Prophet (a.s.m) berichtet uns, zu diesem Thema, mit vielen Hadithen bezüglich der Leute die an Wahrsagerei glauben dass: "Sie, dass was zu Muhammed gesandt wurde, abstreiten, dass sie nicht in den Himmel kommen, und dass sie, obwohl sie nicht daran glauben, es trotzdem taten und deswegen ihr Gebet für 40 Tage nicht akzeptiert wird."

Obwohl diese Hadithe, klar auf die Gefahr hindeuten, ist es dennoch gegeben und schlimm und bedauernswert dass es Menschen gibt, die trotz ihrer Religion und ihrem ständigem Gebet, auf Wahrsagerei setzen und sich an ihren Türen herumtreiben.

Hellseher versuchen über das Unbekannte und die Zukunft sowie den Charakter des Menschen und seine Erwartungen ein Urteil zu fällen. Der Qur`an sagt folgendes dazu: "Er verfugt über die Schlüssel des Verborgenen; niemand kennt sie außer Ihm." (en`am, 6:59)

" Sprich: "Niemand in den Himmeln und auf Erden kennt das Verborgene außer Allah." (Neml, 27:65)

"Sprich: 'Ich sage nicht zu euch: »Bei mir sind Allahs Schätze«, noch kenne ich das Verborgene; auch sage ich nicht zu euch: »Ich bin ein Engel«; ich folge nur dem, was mir offenbart wurde.'" (En´am, 6:50)

Auf die Frage von Cebrail, (a.s.m) "wann das jüngste Gericht stattfinden wird" antwortete unser Prophet (a.s.m) mit folgenden Worten: "Zu diesem Thema, weiß der Befragte nicht mehr als der Fragende." Über das wichtigste Ereignis der Zukunft, das jüngste Gericht, hat unser Prophet (a.s.m) sich so klar ausgedrückt. (Buhari, iman 37)

Da das Wissen über das Unbekannte und die Zukunft einzig bei Allah liegt, dass nicht einmal seine Gesandten hierüber etwas, ohne die Eingebung Allah`s wissen können und da islamische Gelehrte nicht über das Unbekannte und die Zukunft reden werden, sollte man sich die Frage stellen, wo ich einen Wahrsager positionieren kann. Kann ich seiner "Arbeit" überhaupt irgendein Maß an Glaubwürdigkeit zuschreiben?

Die Aussage, "Aber manchmal hat der Wahrsager mit seinen Aussagen Recht" wird von Zeit zu Zeit vernommen. Die selbe Aussage hat seiner Zeit ein Gefährte des Propheten (sahabe) getroffen, aber unser Prophet (a.s.m) hat ihn mit einer schönen Antwort, einen Weg aufgetan. "Dieser Satz gehört den Dschinns an. Ein Dschin schnappt eine Information auf und erzählt sie seinem Freund weiter, wie das Geckakere eines Huhns. Auf diese Weise vermischt er die Information mit hunderten von Lügen."

Ob alle Wahrsager und ähnliches eine Verbindung zu Dschinns haben, ist ein anderes Thema, aber da Wahrsagerei nicht mit der Religion und dem Glauben konform ist und unser Prophet (a.s.m) es ganz klar ablehnt, hat hat es ohne Zweifel einen teuflischen Ansatz.

Dass der Teufel auch ein Dschinn und dementsprechend das Unbekannte sehen und davon berichten kann, ist eine Aussage von Wahrsagern, die damit über das Unbekannte berichten wollen und dabei allem Anschein nach, Spielzeuge in den Händen des Teufels geworden sind.

Die Hadithe geben eine klare Richtlinie vor. Seien es Seher oder Wahrsager, Kartenleger oder selbst Leser von Horoskopen, ungeachtet dessen, welche Namen sie sich geben, reden sie über etwas, was seitens der Religion verboten ist und falls sie Urteile aussprechen, fallen sie alle in die selbe Kategorie. Selbst wenn ihre Aussagen manchmal zutreffen sollte, so geschieht dies einmal, mit hunderten Lügen, die dem zuvor kommen. Hierbei überhaupt von "richtig" zu sprechen ist, degradiert die Bedeutung des Wortes. Es gefährdet den Praktizierenden, den daran Glaubenden und den Konsumierer solcher Praktiken gleichermaßen.

Diese Praktiken, die nichts weiteres als Aberglauben und Märchen sind, haben trotz des Verbotes im Islam, geschichtlich gesehen immer wieder Anklang bei den Menschen gefunden, dabei ist egal ob Osten oder Westen, leider konnten die Menschen, sich dieser schlechten Gewohnheit nicht entledigen.

In der Zeit des Unwissens, also vor der Zeit des Islams, gab es Formen der Hellseherei. Es gab hellseherische Praktiken wie etwa das Zeichnen und Lesen von Linien auf dem Sand, dies hieß "hattü`rreml". Daneben gab es vielerlei Praktiken wie etwa astrologische Wahrsagerei, Wahrsagerei mit Tieropfern, das Lesen von Händen, Teetassen und ähnlichem und noch viele andere rituelle Praktiken.

Wissenschaftler beschreiben Wahrsagerei auch als eine Quelle der Unglücklichkeit. Speziell in interfamliären Problemen oder gar Konflikten, fungiert Wahrsagerei als Anfang diesr Probleme.

Psychologe Prof. Dr. İlhan Yargıç sag z.B.:


"Wahrsager benutzen generell die selben oder ähnliche Aussgen. Die Frau hat Probleme mit ihrem Mann, durch Kommunikation könnte man die Probleme eigentlich beseitigen. Allerdings sagt der Wahrsager dann, dass die Frau verzaubert oder verflucht wurde. Daraufhin hegt die Frau Feindseligkeit gegenüber ihrer ganzen Familie. Obwohl dies eigentlich gar nicht gegeben ist, bewahrheitet sich die Prophezeiung daraufhin und die familiären Bände reißen."


Die Bekenntnisse eines "Mediums" sind sehr interessant:


"Als Hellseheri populär wurde, haben die, die dies als Hobby taten, angefangen es als lukrative Arbeit zu verrichten. Es gibt keinen Unterschied zwischen Gut und Schlecht. Die geistliche Gesundheit des Gesellschaft ist in ernsthafter Gefahr. Denn die Personen von denen man sich Hilfe verspricht, sind oftmals selbst, mit Problemen behaftet. Viele Menschen, die sich mit Wahrsagerei beschäftigen, haben psyschiche Störungen." 


Wahrsagerei hat ihren Ursprung im Aberglauben und hat daher absolut nichts mit dem Qur´an oder dem Islam zu tun.


Ein gläubiger Mensch, sollte seine Gedanken, sein Herz und seinen Glauben, mit der Hingabe zu solchen Themen nicht gefährden, sondern daran glauben dass alles in der Kontrolle Allah´s ist, er sollte seinen Schöpfer vertrauen, stets beten, ihn anflehen und seinen Glauben an das Schicksal festigen und stabil halten.


Selam & Dua 

 

Fragenandenislam - Team



6 Ist der Fernseher ein Daddschal?

Liebe Leserin, lieber Leser


ein Werkzeug stiftet von sich aus weder Schaden noch Nutzen. Wenn man es für gute Dinge verwendet stiftet es Nutzen. Verwendet man es jedoch für schlechte Dinge so verursacht es Schaden. Aus diesem Grund kann man ein Gerät wie den Fernseher nicht als Daddschal bezeichnen. Denn einen Fernseher für Gutes bzw. Für Schlechtes zu verwenden liegt in unseren Händen.


Daddschal: Vom Ursprung her bedeutet das Wort Daddschal sowas wie ein 'Aufbauschender' bzw. 'Dick auftragender' Täter. Er ist jemand der exzessiv lügt und durch Täuschung Recht als Unrecht und Unrecht als Recht erscheinen lässt, und somit in der Gesellschaft Zwietracht sät.  Wie im 5. Band in der 631-ten Hadis der Übersetzung von Tac geschrieben steht ist der Daddschal ein "verborgenes Übel". Dem Zufolge ist der Süfyan (Daddschal des Islams) nicht für jederman offensichtlich.

In Form eines Heuchlers wird er daran arbeiten unter der Gemeinschaft Zwietracht zu säen. Der vom Daddschal begonnenen Bewegung wird als Daddschaliyet bezeichnet. Und dies ist die übelste und schädlichste Seite des Daddschals. Auch nach seinem Tod wird diese Bewegung noch eine erhebliche Zeit aktiv sein. Gegenüber der Vermengung von Recht und Unrecht durch den Daddschal, erfordert der Kuran die Unterscheidung und Erklärung von Recht und Unrecht. So war denn auch für Gefährten des Propheten (a.s.m.) die vollends ihre Lehren aus dem Kuran entnommen hatten, Recht und Unrecht klar voneinander zu unterschieden.

 

Daddschal: "Gemäß als gesichert geltender Hadithe (Überlieferung des Propheten Muhammed a.s.m.) und den übereinstimmenden Erklärungen großer islamischer Gelehrter ist er jemand, der das Prophetentum Muhammeds (a.s.m.) leugnet, den Islam versucht zu zerstören und die Welt versucht ins Chaos zu stürzen und eine äusserst schädliche und den Pfad des absoluten Unglaubens bestreitende schreckliche Person. Gemäß einer Hadith hat unser Prophet das Kommen von 3 Daddschal, gemäß einer anderen das von 27 Daddschal angekündigt.

Die Feinde des Glaubens und die der Anarchie dienenden schrecklichen Personen die zu verschiedenen Zeiten die islamische Welt heimgesucht haben, bestätigen alle gemeinsam die Richtigkeit dieser Überlieferungen. Des weiteren wird berichtet dass diese destruktiven Personen in der Endzeit besonders schlimm sein werden. Diese entsetzlichen Strömungen des letzten Jahrhunderts die die Welt bedrohten und die soweit gegangen sind Gott zu leugnen und die menschliche Zivilisation an den Rande des Abgrunds gebracht haben, bestätigen die Richtigkeit dieser Weissagungen.

Als Person betrachtet ist der Daddschal ein Mensch. In seiner Arroganz, seinem Pharaonen gleichen Stolz und seiner Gottvergessenheit hat er seine grausame und vermeintliche Herrschaft als göttlich benamt und ist dabei aber lediglich ein dummer irreleitender Teufel. Aber seine geistige Körperschaft in Form der Strömung die sich dem Unglauben verschrieben hat, ist gewaltig. Überlieferungen weisen auf seine schrecklichen Eigenschaften hin. Einmal wurde vom japanischen Oberkommandierenden ein Bild gezeigt, wo er mit einem Bein im Ozean steht und mit dem anderen in Port Arthur, welches sich hunderte Kilometer entfernt befindet. Mit diesem Porträt des japanischen Oberkommandierenden wurde die Größe und geistige Körperschaft der japanischen Armee symbolisch dargestellt.

In der Endzeit soll es einen Daddschal und die zugehörige Strömung in der islamischen und einen in der übrigen Welt geben.

Frage: "...in den Überlieferungen wird über die enormen 'Leistungen' und die überaus große Macht und Würde berichtet..."

Antwort: (Wissen hat Allah allein.) Was die enormen Leistungen betrifft: Da der Großteil deren Wirkens aus Zerstörung und dem folgen von Gelüsten besteht, ist es ein leichtes Dinge zu bewirken die in ihrer Größe durch eine Hadith wie folgt beschrieben werden: "Einer ihrer Tage gleicht einem Jahr." D.h. was sie in einem Jahr bewirkt haben lässt sich in 300 Jahren nicht erreichen. In dem sie die guten Taten und den Aufstieg, der mit Hilfe von tapferen Armeen und einem fleissigen Volk erarbeitet wurde, sich durch Unterdrückung ungerechterweise sich selbst zuschreiben, erscheint es  als ob sie, trotz ihrer eigentlichen Unfähigkeit, die Kraft und Macht von tausend Männer in einem Mann vereinen.

Da beide Daddschal, mit Hilfe von enormer Unterdrückung, Repression und Grausamkeiten agieren, erscheinen beide als machtvoll. In der Tat, eine so unglaubliche Form der Unterdrückung die sogar, hinter der dem Vorhang des Gesetztes, sich einmischt  in das Gewissen die Kleidung und dessen was dem Menschen heilig ist. Ich denke das die islamischen und die türkischen Freiheit liebenden Menschen des vergangenen Jahrhunderts in einer Vorahnung diese schreckliche Unterdrückung vorrausgeahnt haben und im Zuge dessen, Bogen schiessend zum Angriff übergangen sind. Doch sie haben sich schwer getäuscht und ein falsches Ziel anvisiert und den falschen Hügel gestürmt. Eine solch schreckliche Unterdrückung, die wegen eines Mannes hundert Dörfer niederreißt und hundert und Unschuldige bestraft, vertreibt und ins Unglück stürzt.

Beide Dadschaal, werden sowohl einem Komitee assistieren, welches einen geheime Rache gegen den Islam und den Christentum hegt, als auch einen anderen sehr gefährlichen Komitee, welches unter der Flagge der "freien Frau" sein Werk verrichtet. Der Sufyan (Der zweite Dadschaal, der innerhalb des Islam auftauchen wird) wird das Komitee der Intriganten täuschen und ihre Hilfe für sich gewinnen, dadurch wird er als ein gefährlicher Machthaber wahrgenommen. (S. 593-594) (TT. 5.ci. Dies ist entnommen aus den Erzählungen über das Thema "Dadschaal", welche vom 1026. Hadithe bis zum 1047. Hadithe vorkommen.)

 

Eine Persöhnlichkeit die, laut Lehren von glaubwürdigen (sahih) Hadithe, in der Endzeit auftauchen wird und der Grund für dunkle und schwierige Tage für die Umma sein wird. Eine fürchterliche Persöhnlichkeit dessen Ziel es ist, die islamischen Siegel und Grundfeste zu zerstören.
"Die Erzählungen (Rivayet) weisen auf schreckliche Intrigen (fitna) des Dadschaal im Islam hin,  dass zeigt, dass die ganze Umma Obhut und Schutz bei Allah sucht.

Nur Allah kennt das Verborgene (gayb), hieraus könnte man folgende lehren ziehen: Die Dadschaal im Islam sind verschieden und unterscheiden sich von den großen Dadschaal der Ungläubigen. Es gibt sogar gelehrte Gläubige die, wie auch Imam-i Ali (r.a.), sagen dass ihre Dadschaal, dem Sufyan gleichkommen, er wird in der islamischen Welt auftauchen und mit Täuschungen und Manipulationen sein Werk verrichten. Eine Auflehnung bzw. Eine Wiedersetzung gegen den Zwang des großen Dadschaal, was durch seine Präsenz, allgegenwärtig sein wird, würde mit dem Märtyrertum entlohnt, eine ungewollte Gehorsamkeit, würde einen Menschen nicht automatisch zum Ungläubigen machen, vielleicht würde er nicht einmalals Sünder wahrgenommen." (S. 585)

In einer anderen Hadithe wird folgendes geschildert: "Ich lade euch ein, den sieben Intriganten (Fitna), die nach mir erscheinen werden, auszuweichen: es werden eine Fitna in Medina, eine Fitna in Mekka, eine Fitna in Yemen, eine Fitna in Şam, eine Fitna im Osten, eine Fitna aus dem Gebiet, wo die Sonne untergeht und eine Fitna aus dem Zentrum in Şam auftreten und diese (letztere) Fitna, wird die Fitna des Sufyan sein."

im Werk " Kitab-ül Feteva-yı Hadisiyye" von  Ahmed Şehabeddin bin Hacer-ül Heyte-mî wird auf der 30. Seite "Süfyan" als Thema erwähnt. Ebenso in der 272. Seite (14. Auflage) des "Kenz-ül Ummal", sowie in der 39639 und 39677. Hadithe und manch anderen Hadithe Büchern.

 

"In den Erzählungen und solchen, die auf Ereignisse in der Zukunft hindeuten, wird die Umgebung um Şam herum und von Arabien die als der Ort beschrieben, in dem das Auftauchens des Sufyans stattfindet."

Allah allein weiss, eine mögliche Deutung hierfür könnte so aussehen: Da das Zentrum des Khalifats früher im Irak, Şam und in Medine platziert war gingen die Überlieferer der Zeit, aus ihrer eigenen Vorstellung\Menschenverstand davon aus, dass dies immer so bleiben wird und haben diese  Gebiete und Haleb und Şam als "Zentrum und Regierung der islamischen Welt" deklariert. Entsprechend haben sie die kurzen aber tiefegehenden Lehren der Hadithe mit ihren eigenen Vorstellungen\Menschenverstand erklärt.

Laut einer anderen Überlieferung heißt es, "der islamische Dadschaal wird in der Umgebung von Khurasan auftauchen". Allah allein weiß, eine mögliche Interpretation würde wie gefolgt aussehen: der mutigste und stärkste sowie heldenhafteste Stamm der für den Islam kämpfte im Osten/Orient, ist das türkische Volk. Während dieser Überlieferung befand sich das türkische Volk in der Umgebung von Khurasan, erst später, wurde Anatolien zu ihrer Heimat. In dieser Zeit erwähnten sie den Bereich ihrer Residenz besonders bzw, huldigten ihn, das deutet daraufhin, dass der Sufyan aus ihren Reihen hervorkommen wird.

es ist auffällig bzw. Merkwürdig. Während einer Zeitspanne von 700 Jahren, wo das türkische Volk ein glorreiches und funkelndes Schwert für den Islam und den Qur'an war, versucht temporär,  Teile der  Tradition des Islam zu bekleiden. Sie haben jedoch keinen Erfolg und ziehen sich zurück. "Die heldenhafte Armee wird ihre Zügel aus seinen Händen retten." So kann man es aus den Erzählungen entnehmen." (Ş. 596)

In der Überlieferung kommt vor: "Der Sufyan wird ein großer Gelehrter sein, zusammen mit dem Wissen wird er in die Schweigsamkeit fallen. Viele Gelehrte werden ihm außerdem folgen."

Nur Allah vermag über dieses Wissen, eine mögliche Interpretation sieht so aus: Anders als manche Könige deren Herrschaft von ihrer Stärke, Vermögen, Stamm, Mut etc. Kommt, besitzt der Sufyan andere Eigenschaften wie etwa hohe Intelligenz und weitreichendes sowie tiefgehendes Wissen in verschiedenen Bereichen wie z.B. Politik oder Naturwissenschaften. Mit diesen Eigenschaften, wird er hohe Positionen bekleiden und durch seine Intelligenz wird er es schaffen viele Gelehrte zu erreichen und zu berühren, sie werden um ihn herum zu Richtern und werden Urteile ausstellen (fetva). Hinzu kommt dass viele Lehrer an ihm gefallen finden werden und seine Anhänger werden. Er bemüht sich aggressiv dafür dass die Lehrer vor allem religiöse Inhalte nicht mehr lehren und sich nur noch an den offiziellen Bildungswesen orientieren, seine oberste Priorität ist, diesen Zustand als Standard zu etablieren." (Ş. 585)

Der große Dadschaal wird im Gebiet der Spiritualität wirkungsvolle Eigenschaften haben. Das eine Auge des islamischen Dadschaal wird zudem hypnothisierende Eigenschaften aufweisen. Es heißt sogar, "Das eine Auge des Dadschaal ist blind." Wenn man sich auf die Augen konzentriert, merkt man dass das eine Auge des Dadschaal blind ist, während das zweite Auge, verglichen mit dem ersten auch als blind einzustufen ist, so wird es in der Hadithe erwähnt. Die Augen stehen symbolisch für ihren Glauben, da sie nähmlich ungläubig sind, sehen sie nur das Diesseits, nicht aber das Jenseits, das "Auge" was das Jenseits sehen soll oder könnte fehlt also.

Ich habe in einer immateriellen Dimension den islamischen Dadschaal gesehen. Ich habe in seinem einzigen Auge eine wirkungsvolle Hypnose beobachten können und war restlos davon überzeugt dass er ein Leugner ist. Mit dem Mut und der Kühnheit, die aus dieser Haltung resultiert, wagt er es die Heiligtümer des Islam anzugreifen. Da die Allgemeinheit der Menschen, nicht die volle Wahrheit kennen, halten sie dies für eine wundervolle Demonstration von Mut und Macht.

 

Ein glorreiches und heldenhaftes Volk, wird im Angesicht der Niederlage, die schreckliche und wahre aber auch verborgene Natur des Dadschaal nicht erkennen, vielmehr werden sie ihn aufgrund seines Erfolges, seiner Rafinesse, seiner Größe, seinem Wunsch nach einem stetigen Aufstieg und seiner Eigenschaft, alles mit einer Ausrede plausibel zu machen, (tâli'l) applaudieren, ihm großen Respekt zollen und versuchen seine Sünden bzw. Schlechten Taten zu verdecken. Allerdings kann man aus den Überlieferungen entnehmen, dass die heldenhafte Armee die für die Religion kämpft und das gläubige Volk, welches in ihrer Seele das Licht des Glaubens und des Qur'ans trägt, die Wahrheit sehen/erkennen wird und sie werden ab da, versuchen die schrecklichen Zerstörungen und Ruinen des Dadschaal zu reparieren oder wieder aufzubauen. (Ş. 225)

 

Tatsächlich sind die Komittees die sich aus dem "Sufyanismus" und dem "Dadschaalismus" also aus dieser Ideologie herausbilden, gefährlicher als der Sufyan und Dadschaal selbst.


Selam & Dua

Fragenandenislam - Team

 

7 Warum ist der Teufel dem Menschen ein Feind?

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Die Begierde (im Original „NEFIS“ = Trieb, Ego, Gier, selbstsüchtiger Antrieb im Menschen) ist gegenüber den Einflüsterungen des Teufels/Satans ein sensibler Adressat.
In einer Äußerung des Propheten Muhammed (s.a.s.) wird erwähnt, dass im Herzen des Menschen sowohl ein Zentrum für engelhafte Eingebungen als auch eins für die Einflüsterungen des Teufels vorhanden ist. (1)

Im Qur`an ist geschrieben “Satan ist wirklich euer Feind. So betrachtet ihn auch als Feind. Er lädt ja seine Anhänger dazu ein, Gefährten der Feuersglut zu werden“. Sure(35)Al-Fatir, 6
Die Feindseeligkeit des Teufels begann schon beim Propheten Adam. Weil er sich vor Adam nicht verbeugen wollte, wurde ihm die Barmherzigkeit Gottes verwehrt. Deshalb wurde er zum Erzfeind von Adam und seinen Nachkommen. Da das Leben dem Menschen als Prüfung auferlegt wurde, damit er seiner Bestimmung nach seine Fähigkeiten entfalten kann, wurde ihm (dem Teufel) die Erlaubnis gegeben ihn vom rechten Pfad Allahs zu verleiten.
Der Teufel sprach:

"Wie Du mich in die Irre gehen ließest, werde ich ihnen auf Deinem geraden Weg auflauern. Dann will ich von vorn und von hinten, von ihrer Rechten und von ihrer Linken über sie kommen, und Du wirst die Mehrzahl von ihnen undankbar finden." Sure(7)A`raf ,16-17

Zur Gewährleistung der Vormachtstellung gegenüber den Menschen ist dem Teufel jeder Weg und jegliche Einflüsterung rechtens. (2)
Einige werden durch ein Angstgefühl getrieben in seinen Bann gezogen, andere wiederum durch leere Phantasien und der Verblendung das Rechte zu tun in die Irre geleitet oder in einem geistigen Schlafzustand der Unachtsamkeit getäuscht sowie durch Sinnlichkeit verführt.
In einer Hadith (Aussage des Propheten) wurde die Beeinflussung wie folgt beschrieben "So wie das Blutin den Adern des Menschen ständig in Bewegung ist, kann sein Zutragen am menschlichen Körper verglichen werden“. (3)
Gleich zu setzen mit einer Festung, die an ihrer schwachen Stelle erobert wird, versucht der Teufel die Menschen durch ihre Schwächen zu unterwerfen.

Diejenigen, welche sich den Einflüsterungen des Teufels hingeben und seinen Weg folgen, werden zu gehorsamen Sklaven und beauftragten Gefährten des Satans(4) anstatt zu hingebungsvollen Dienern Gottes.
Um das zu verhindern erteilt der alles Wahre umfassende Herrgott den Menschen folgende Ermahnung: „folgt nicht den Fußstapfen Satans; siehe, er ist euch ein offenkundiger Feind. Er empfiehlt euch nur Übles und Schändliches und dass ihr über Allah aussagt, was ihr nicht wisst. "Sure(2)Baqara, 168-169

Quellen:
1-Tirmizi, Tefsir, 2/35
2-Bkz. Beydavi, I, 576
3-Buhari, Bed'ül-halk, 11; Ebu Davud, Savm, 78; Ibnu Mace, Siyam, 65
4-Yazir, I, 584

Sadi Eren (Doç.Dr.)

 

Selam & Dua

Fragenandenislam - Team

 

8 Wer oder was ist der Teufel? Wen sucht er auf und was suggeriert er wem?

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Der Teufel ist eine niederträchtige und heimliche Kraft. Wir können uns ihn als sehr schlechte Seele vorstellen. Mit „Teufel“ bezeichnet man die unsichtbaren Seelen, sowie die bösen Kräfte und vor allem aber, den Urvater dieser Art, Satan (Iblis) persönlich. Der Teufel ist aus der Gattung der Dämonen.

Der Qur´an erwähnt die Ausdrücke der „menschlichen Teufel“ und der „dämonischen Teufel“. Menschen, die Zwietracht sähen und andere auf Abwege bringen, verrichten einen teuflischen Dienst. (sie erweisen dem Teufel ihren Dienst) In folgenden Versen berichtet der Qur´an von solchen teuflischen Menschen:

„Und wenn sie mit denen zusammentreffen, die glauben, sagen sie:<< Wir glauben >>; sind sie jedoch allein mit ihren Bonzen, sagen sie:<< Gewiss sind wir mit euch, wir treiben nur Spott >>“ (2; 15)
„Also hatten Wir die Teufel unter den Menschen und den Dschinn jedem Propheten zum Feind gemacht. Sie geben einander prunkende Rede zum Trug…“ (6; 113)

Qur´an Exegeten sind sich darüber einig, dass es neben den dämonischen Teufeln, ebenfalls auch menschliche Teufel gibt.

Der Teufel sucht primär die folgende Art Menschen auf:
• Individuen, die sich selbst und ihre Werke als makellos und Schön betrachten. (8; 49)
• Leugner und Heuchler, welche sich als Gläubige ausgeben, aber dennoch keine Gläubigen sind. (59; 17)
• Personen, die verbotenes genießen. (2; 169)
• Diejenigen Menschen, die bewusst unrecht begehen und sich dabei die Unterstützung vom Teufel erhoffen. (8; 49)
• Hellseher, Wahrsager, Spiritisten und welche, die keine Zuflucht bei Allah ersuchen vor dem Teufel. (15; 18-19)
• Solche, die beherzt sündigen, zur Lüge und üblen Nachrede neigen. (26; 22-23)
• Menschen, die Sonne, Mond, Sterne und andere Naturkräfte vergöttern und anbeten. (27; 75)
• Die, die sich Allah und Seinen Gesandten zum Feind gemacht haben.
• Und solche, die ihren Erschaffer vergessen haben und den uns mit allen mitteln versorgenden Beschützer nicht dienen. (58; 20-21)
• Am liebsten besucht der Teufel die, die Allah in Abrede stellen, sich Ihm gegenüber auflehnend und aufsässig verhalten.

Er wird die Menschen weiterhin überreden in ihrer perversen Sorglosigkeit Tag und Nacht zu verweilen. Er wird bis zu ihrem Tod nicht davon ablassen, sie von der Rechtleitung fernzuhalten.

„Und wenn die Sache entschieden ist, dann wird Satan sprechen:<< Allah verhieß euch eine Verheißung der Wahrheit, ich aber verhieß euch und hielt es euch nicht. Und ich hatte keine Macht über euch, außer dass ich euch rief und ihr gehorchtet mir. So tadelt nicht mich, sondern tadelt euch selber. Ich kann euch nicht helfen, noch könnt ihr mir helfen. Ich habe es schon von mir gewiesen, dass ihr mich (Gott) zur Seite stelltet. >> Den Missetätern wird wahrlich schmerzliche Strafe.“ ( 14; 23)

 

Arif Aslan

 

Selam & Dua

Fragenandenislam - Team

 

9 Warum bzw. wie lassen wir Menschen uns in Glaubensangelegenheiten täuschen?

Liebe Leserin, lieber Leser


Schon seit Anbeginn der Menschheit existieren zwei zueinander gegensätzliche Wege (Geisteshaltungen), die sich bis heute unvereinbar konträr weiter entwickelt haben. Es nahm seinen Anfang mit dem ersten Menschen Adam (a.s.) und wird bis zum jüngsten Tag so seinen Verlauf haben. Eines dieser Wege ist der rechtgeleitete Glaubensweg, wo hingegen der andere Weg ein Weg des Unglaubens und der Verwirrung ist. Betrachten wir diese Geisteshaltungen mal ganz Objektiv, also ehrlich und gewissenhaft, so werden wir feststellen, dass alle Schönheiten, das Gute und die Tadellosigkeit, sowie Wohlbehagen und Glückseligkeit auf dem Glaubensweg vorzufinden sind. Während hingegen Scheußlichkeit, Schlechtigkeit, Zerstörung, Unrecht und Missbrauch auf dem Pfad des Unglaubens anzutreffen sind.

Diese in der Außenwelt vorhandene Polarisierung und Gegensätzlichkeit, kommt ebenfalls auch in der Gefühlswelt der Menschen in Form emotionaler Kontroversen zum Vorschein. Während das Herz, der Verstand und das Gewissen eines Menschen ihn zum Glauben (an den Einen Gott) anspornen, wird dieser wiederum von seinem Ego, seinen Gefühlen, Begierden und Wahn zur Leugnung dessen getrieben. Die Innenwelt (Psyche, Seele) des Menschen ist somit eine immerwährende Bühne dieser Meinungsverschiedenheiten. Je nach dem, welcher dieser Sinnesrichtungen dominiert, wendet sich der Mensch dieser zu und beginnt dessen Weg zu bewandern. Nachstehend werden die relevantesten Gründe erwähnt, die einen Menschen zur mentalen Abart anhalten und im Weiteren verlauf zum Unglauben führen.

1. Unwissenheit

Seit der Historie bis zum heutigen Tage ist die Unwissenheit an oberster Stelle der Ursächlichkeiten die einen Menschen zum Unglauben führen. Selbst bei einem Wissenschaftler, der nicht an die Existenz seines Schöpfers glaubt, ist die Unwissenheit der Hauptgrund für seine Gottlosigkeit. Die hier gemeinte Unwissenheit bezieht sich primär auf die beschränkte und oberflächliche Denkweise, in der das tiefgründige Nachsinnen über die Entstehung der Materie ausbleibt. Eines der Gründe für die Unwissenheit ist die unüberlegte Ahnentreue und blinde Nachahmung der Stammväter. Diese unbedachte Ahnentreue samt den irrsinnigen Glaubensansichten der Vorfahren innerhalb der Volksgemeinschaften, stellten für die Gesandten Gottes nahezu unbezwingbare Hindernisse dar. Fast jeder Prophet hatte bei seiner Berufung, seine Volksgemeinschaft zum Glauben an den Einen Gott einzuladen, mit solchen mächtigen Beeinflussungen zu kämpfen. Im edlen Qur´an ist dieser Sachverhalt ausgedehnt thematisiert und deren Falschheit betont.
„Und wahrlich, dem Abraham gewährten Wir bereits zuvor Rechtleitung; denn Wir kannten ihn wohl. Als er zu seinem Vater und seinem Volke sprach: "Was sind das für Bildnisse, die ihr da verehrt?", Sagten sie: "Wir fanden, dass bereits unsere Väter sie verehrten." Er sprach: "In der Tat, ihr und euere Väter seid in offenkundigem Irrtum." (21,52-54)
„Ihre Gesandten sprachen: "Gibt es etwa einen Zweifel an Allah, dem Schöpfer der Himmel und der Erde? Er ruft euch (in der Absicht), euch eure Sünden zu vergeben und euch bis zu einem bestimmten Termin Aufschub zu gewähren." Sie aber antworteten: "Ihr seid nur Menschen wie wir. Ihr wollt uns von dem abwendig machen, was unsere Väter verehrten. Bringt uns einen deutlichen Beweis!" (14,10)


2. Selbstherrlichkeit und Stolz (Hochmut)

Der zweitwichtigste Grund dafür, dass die Menschen nicht zum Glauben finden ist die Überheblichkeit. Dieser schlechte Charakter hatte bereits den Satan zu jener Zeit vom rechten Weg in die Irre geleitet und ihn somit von der Barmherzigkeit Gottes ausgeschlossen. Stolz ist Vermessenheit und das Gefühl sich anderen gegenüber zu erhöhen. Das Gefühl von Stolz und ihr eigentlicher Platz gehören dem Gläubigen, der im Namen Gottes allen Ungläubigen und Leugnern gegenüber erhaben, stark und sicher ist. Dem Gottgläubigen, der bemüht ist die Ehre und die Achtung des Glaubens und des Gläubigen zu wahren und (außer vor Allah) sich vor niemanden beugt.

Jedoch aus Unachtsamkeit und Sorglosigkeitsgründen (Falschanwendung) kann dieses Gefühl die Menschen vom rechten Weg abbringen und zum offenkundigen Feind Gottes und Seines Propheten (sav) erklären. König Nimrod und der Pharao waren so voller Stolz und Selbstherrlichkeit, dass ihre Überheblichkeit sie dazu angehalten hatte sich als Gott verehren zu lassen, wodurch sie sich mit Allah gleichsetzten, bzw. sich Ihm gegenüber überlegen dachten. Genauso auch die Anmaßung von Ebu Cehil (Abu Djehl), dem Onkel des ehrenwerten Propheten Muhammad (sav), die ihn antrieb zu denken, dass er etwas Besseres sei als sein Neffe (sav). Die Geschichte lehrt uns abermals wozu diese schlechten Tugenden führen und wie sie letztlich enden.

3. Fehldeutung der Gefühle

Ein weiterer bedeutsamer Grund, der einen Menschen in die Irre und folglich zum Unglauben führen kann, ist die Fehleinschätzung von Emotionen. Das Interpretieren von Gefühlen ist mit der Lichtbrechung durch Wasser zu vergleichen. So, wie die Lichtstrahlen beim auftreten auf die Wasseroberfläche gebrochen und ab- und umgelenkt werden und dadurch Gegenstände im Wasser unscharf und oder versetzt wahrgenommen werden, genauso ist das auch mit den Empfindungen. Dementsprechend zu urteilen und zu handeln wäre nicht rational. Es gibt sehr viele Gründe, die einen Menschen zur Abkehr von Gott und somit zum Unglauben führen. Einige der wichtigsten sind nachfolgend aufgelistet:

a) Sich immerwährend mit materiellen (weltlichen) Angelegenheiten zu Beschäftigen entfernt einen Menschen von der Spiritualität und führt dazu, dass dieser im Verlauf gegenüber Glaubenswahrheiten kein Verständnis mehr hervorbringen kann.

b) Gott mit seinen erschaffenen Geschöpfen zu vergleichen ist ein weiterer wichtiger Grund, der zur Täuschung und somit zur Leugnung führt. Gott ist der Erschaffer des Universums. Wir alle und alles seiende sind seine Geschöpfe und sein Eigentum. So wie ein Künstler niemals seinem Kunstwerk gleicht, genauso auch entspricht keinesfalls der Allmächtige Gott als Meister dieses Universums irgendeinem seiner erschaffenen Geschöpfe.

c) Aufgrund der Komplexität und der Unbegreifbarkeit einiger Bereiche des Glaubens diesen zu verneinen. Das Wissen um die Existenz eines Objektes oder Gegenstandes besagt nicht, dass man das Objekt oder den Gegenstand und seine Beschaffenheit kennt. Im Universum gibt es sehr viele Dinge, um deren Existenz wir bescheid wissen, aber dessen Wesen und Beschaffenheit uns noch fremd sind. So wie unsere Unkenntnis keinen Grund darstellt diese existierenden Objekte zu Leugnen, genauso ist es auch für uns kein Anlass aufgrund unserer Unkenntnis die Existenz Gottes, der Seiner Engel, die des Paradieses und der Hölle zu dementieren.

d) Des Weiteren sind die Ungläubigen in der Überzahl. Obendrein sind viele Ungläubige im Geiste Verbündet, weil ihre Argumente gegen Gott und den Glauben fast identisch sind. Viele Menschen orientieren sich nach der Mehrheit (Herdenverhalten), obwohl die Richtigkeit und die Bedeutung einer Sache nicht in der Vielzahl liegt. Jeder weiß zwischen Qualität und Quantität zu unterscheiden mit Lehrsprüchen, wie z.B.: „Klasse statt Masse“. Wenn die Herrschaft nach der Mehrheit gelten würde, dann müssten die Tiere das Sagen haben weil sie im Vergleich zum Menschen in der Mehrzahl sind. Die Realität lehrt uns, dass der Mensch über allen anderen Lebewesen steht und das bestimmt nicht wegen ihrer Mehrzahl.

e) Ein weiterer Grund ist der Stolz, der einen nicht erlaubt einen Wissenden zu kontaktieren. Bei einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung bezüglich einer Thematik besitzt die Meinung von Leuten die nicht vom Fachbereich sind überhaupt keine Wertigkeit. Also ersucht man Hilfe bei einem Experten, der in der Materie sehr bewandert ist. z.B.: Ein Ingenieur und ein Naturwissenschaftler debattieren über ein medizinisches Problem. Da beide nicht vom Fach sind besitzen ihre Urteile diesbezüglich keine Wertigkeit, auch wenn sie in ihren Fachbereichen sehr professionell sind. Sie sind gezwungen einen Mediziner zu konsultieren, sei es auch nur ein Medizin Student. Die Aussage, bzw. Diagnose des Medizin Studenten hat im Hinblick auf diese Angelegenheit mehr gewicht, als die des Ingenieurs und des Naturwissenschaftlers. Dieses Beispiel gilt ebenfalls für die mentale Welt. Demgemäß ist die Aussagekraft eines permanent weltlich orientierten Gottvergessenen Menschen in Bezug auf die Existenz Gottes ungenügender als die eines spirituellen Gottgläubigen frommen Menschen. In der Regel gibt es sehr wenige Menschen, die sich ausgiebig mit dem Glauben/Religion auseinandergesetzt haben und schlussendlich nicht gläubig sind. Die Meisten Leute, die die Gegenwart Gottes dementieren, haben nie nach Gott gesucht, bzw. Ihn nie in form von Gebeten gerufen. Somit können wir sagen, dass die Leugnung Gottes seitens Ungläubiger, also Menschen ohne Glaubenspraxis, in Angesicht der Wirklichkeit überhaupt keine Gewichtung besitzt und somit keine Orientierung bietet. Laut islamischen Quellen gab es seit Anbeginn der Menschheit etwa 124 Tausend Propheten und Abermillionen glaubensgelehrte Heilige und Geistliche, die in Glaubensthemen sehr bewandert waren und noch sind. In Glaubensangelegenheiten gelten deren Erklärungen.

4. Den Sünden untertänig sein

Jede begangene Sünde lädiert das Herz und die Seele eines Menschen, wodurch diese verkrusten und das Glaubenslicht eintrübt. Beharrt ein Mensch auf seinen Sünden, so schwärzt und verhärtet sich sein Herz und seine Seele so enorm, dass gar kein Glaubenslicht mehr vom Herzen und der Seele aufgenommen, bzw. reflektiert werden kann. Aus dieser Sicht beinhaltet jede Sünde ein Pfad zur Verdammnis. Wenn die begangenen Sünden nicht umgehend durch Aussöhnung geläutert werden, wird das Herz und die Seele ganz umschwärzt und ummantelt, somit wird jeder mögliche Weg zur Rechtleitung/Gottglauben ausradiert.

 

Selam & Dua

Fragenandenislam - Team

10 Kann man den Tot vorhersagen ??

Liebe Leserin, lieber Leser


"Wahrsager" können nicht über die Zukunft aussagen! Alles was über den Verlobten erzählt wurde, ist nur eine reine Lüge. 

Über die Vergangenheit können Wahrsager mit Hilfe der Dschinns Aussagen treffen. Der Besuch zu einem Wahrsager und das Bitten um Informationen ist eine große Sünde.


Selam & Dua

Fragenandenislam-Team

11 Was kann man sich unter der Höllenpein vorstellen? Könnten sie bezüglich dieser Thematik Angaben machen?

 Liebe Leserin, lieber Leser


Höllenleiden können unterschiedliche Formen haben, jedoch kann man diese generell in drei Gruppen unterteilen.

1. Die Schmerzen, die durch das Brennen des Leibes entstehen, womit die eigentlichen Höllenqualen gemeint sind.
2. Die Pein und das Elend das die Seele erleiden wird.
3. Das Höllenfeuer ist ein lichtloses Feuer. Folglich kommt zu den schon vorhandenen Schmerzen eine immerwährende Finsternis, welche zusätzlich für unvorstellbare Ängste sorgt.

Die Hölle ist die Heimat von Kummer und Pein, ein Ort der Verdammnis, welcher ebenfalls von Allah erschaffen ist. Während die Bewohner des Paradieses sich an Wohlwollen und Genüsslichkeit erfreuen, werden die Bewohner des Höllenreichs in absoluter Finsternis Schmerzensqualen und Erbitterung zugleich erleiden.

Die Freude, die in einer Seele (allein) durch das Wohlwollen Gottes entsteht, ist ein noch größerer Genuss, als die Verspeisung sämtlicher Paradiesesfrucht. Hingegen aber ist Seine Verachtung und Seine Verdammnis aus dem Paradiesgarten ein noch größerer seelischer Schmerz, als sämtliche Höllenqualen zugleich. Zu der Verdammnis ins Höllenfeuer zusammen mit dem Teufel, kommt noch der Schmerz der Distanz zu den Propheten (a.s.) und den Heiligen. So wird sich die Seele voller Kummer und Leid in Schmerzen winden.

Die, die auf Erden sich Gottes Geboten widersetzten, werden in der Hölle ewige Erniedrigung hinnehmen. Die auf Erden ihren niederen Trieben folgten, werden dort ewige Reue ertragen. Die im Diesseits dem Teufel nicht von der Seite wischen, werden sich dort zu dessen größtem Feind erklären. Ihr Leidensgenosse, der Teufel, wird sich folgendermaßen zu verteidigen versuchen: „Ich hab´ euch doch nichts getan, hättet ihr doch euren Verstand benutzt.“
Diese Aussage des Teufels wird sie letzt endlich völlig überschnappen lassen und sie noch mehr in den Wahnsinn treiben. Die dort in der Hölle landen, werden auch zu den ärgsten Feinden ihrer einstigen Freunde, welche sie in Lebzeiten auf Erden auf schiefe Bahnen gebracht hatten. Jedoch wird der Zug für sie längst abgefahren sein.

(Das Jenseits steht für permanente Steigerung der Wahrnehmungen in sämtlicher Richtung, das heißt das sowohl positive, wie negative Erlebnisse in unvorstellbaren Dimensionen ablaufen werden.)
Die Tatsache, das Menschen schon auf Erden schöpfungs- bedingt unterschiedliche starke körperliche, wie seelische Schmerzen zu ertragen im Stande sind, ist ein Hinweis darauf, dass die frevelhaften Menschen im Jenseits von noch gigantischerer Qual erfasst werden und ihnen körperliche, wie seelische Schmerzen zugleich zugefügt wird.

Der Prophet (a.s.m.) verkündet, dass die Hölle mit all dem, was dem Ego gefällt geschmückt sei. Falls wir wieder unseren Trieben gehorchen und folglich sündigen, dann sollten wir nur einen Augenblick an das Höllenfeuer denken und umgehend Buße tun, von der Sünde unmittelbar ablassen und uns von ihr entfernen.

 

Alaadin Basar (Prof. Dr.)


Selam & Dua

Fragenandenislam - Team


12 Ist der Satan eine Art Jinn?

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Als dein Herr zu den Engeln sagte: „Ich werde ein menschliches Wesen aus Lehm erschaffen. Wenn Ich
es zurechtgeformt und ihm von Meinem Geist eingehaucht habe, dann fallt und werft euch vor ihm
nieder.“ Da warfen sich die Engel alle zusammen nieder, außer Iblīs; er verhielt sich hochmütig und
gehörte zu den Ungläubigen. Er sagte: „O Iblīs, was hat dich davon abgehalten, dich vor dem
niederzuwerfen, was Ich mit meinen Händen erschaffen habe? Verhältst du dich hochmütig, oder gehörst
du etwa zu den Überheblichen?“ Er sagte: „Ich bin besser als er. Mich hast Du aus Feuer erschaffen,
wohingegen Du ihn aus Lehm erschaffen hast.“(Sure 38 Sad, 71-76)

Und Wir haben euch ja erschaffen. Hierauf haben Wir euch gestaltet. Hierauf haben Wir zu den Engeln
gesagt: „Werft euch vor Ādam nieder!“ Da warfen sie sich nieder, außer Iblīs. Er gehörte nicht zu
denjenigen, die sich niederwerfen. Er (Allah) sagte: „Was hat dich davon abgehalten, dich
niederzuwerfen,als Ich (es) dir befahl?“ Er sagte: „Ich bin besser als er. Du hast mich aus Feuer
erschaffen, ihn aber hast Du aus Lehm erschaffen.“(Sure 7 al-Araf, 11-12)

Der Teufel (Iblis) sah und verhielt sich überheblich aus dem Anlass, dass er aus Feuer erschaffen wurde.
Das Feuer verbrennt und verschmilzt viele Gegenstände mit dem es in Berührung kommt. Wasser, Erde
ähnliche Substanzen bringt das Feuer zu erlöschen. Die von dem Teufel (Iblis) geglaubte
Überlegenheit wurde ihm für die Ewigkeit zum Verhängnis. Vor Gott, dem allmächtigen erlangt man die
wahre Überlegenheit durch Folgsamkeit ihm gegenüber. Weil Iblis (Teufel) dies unterließ und sich an der
Spitze stehend sah, wurde er der Barmherzigkeit Gottes ausgeschlossen. Daraufhin bekam er den
Namen im arabischen ‚Seytan’ zugesprochen. Folglich wurde Seytan als ungläubiger von dem göttlichen
Frieden und dem Paradies vertrieben.

Im Quran wird angeführt, dass Jin (Plural Jaan) dem Feuer entstanden:

„Und die Jin (Plural Jaann) haben Wir zuvor aus dem Feuer des Glutwindes erschaffen.“ (Sure 15: al-Higr, 27)
„Und Er hat die Ğinn aus einer unruhigen Feuerflamme erschaffen.“ (Sure 55: ar-Rahman, 15)

Einige gelehrte wie Elmali Hamdi Yazir vertreten die Meinung nicht, dass Iblis der Vorvater der Jaann ist.
Denn in den oben angeführten Koran Versen wird deutlich, dass Iblis aus Feuer erschaffen wurde und
auch ein Jin ist.

Selam & Dua
Fragenandenislam - Team

13 Wie können wir unser niederes Ego (Nefs) mäßigen? Wie können wir den verführerischen Überlistungen des Teufels widerstehen?

Liebe Leserin, lieber Leser


Es ist unverkennbar, dass das niedere Ego (Nefs) der Erziehung bedarf um nicht in Irrtümer zu verfallen. Das Wichtigste in der Selbsterziehung ist immerwährend gegen sein niederes Ego entgegenzuarbeiten. Mevlana Celaleddin Rumi äußerte folgende Worte bezüglich dieser Thematik:„Lasst uns demonstrieren und es verjagen, dieses dunkle Angesicht, dieses schlechtartige Ego, lasst es uns zerstören! Jedoch ist dieser Kampf sehr schwierig; denn eine Götzenfigur zu zerbrechen ist einfach, das Ego zu erziehen hingegen als ein leichtes zu betrachten ist Unwissenheit in größter Form.“

Aus diesem Grund ist es auch erforderlich einen gesunden und beständigen Willen zu besitzen, um einen lebenslangen und niemals endenden Widerstand gegen das Ego überhaupt führen und bestenfalls gewinnen zu können. Um eine mögliche und realistische Chance gegenüber seinem niedern Ego zu haben, bedingt es die Folgenden Punkte zu beachten:

1. Nichtbeachtung seines niederen Egos (Nefs)
Das Nefs ist das niedere Ego, welches einen Menschen zu jeglichen Verruchtheiten verleitet und anregt das Unrichtige zu tun. Es wird oft und gerne als die rechte Hand des Teufels im Menschenwesen gesehen. Um sein niederes Ego disziplinieren zu können ist es strengstens erforderlich nicht auf dessen Verlangen zu reagieren. Dies ist die schnellste und effektivste Art sich von den Schlechtigkeiten seines Egos zu wahren und Es zu erziehen. Mevlana empfiehlt von dessen Gelüsten abzusehen und dessen Begierden auszublenden, um nicht in Sünden zu versinken. Somit sei laut Mevlana vielen Widerwärtigkeiten vorgebeugt.

2. Den Willen festigen
Ein Mensch sollte den trügerischen Begehrlichkeiten seines niederen Egos entgegenwirken. Um dessen Unheil bringende Begehre abzubremsen, bedarf es einem starken Willen. Des Weiteren sollte man sein niederes Ego nicht unterstützen, in dem man auf seine Verlange blind folge leistet. Man sollte drauf beharren das Schlechte zu unterlassen. Mevlana vergleicht das Eigenbewusstsein eines Menschen mit einer Kerze, die es vor den vielen Naturgewalten mit einem Schutzwall (starken Willen) zu beschützen gilt. Das Ego verleitet Einen zum Falschen und manchmal weiß man nicht mehr zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. In solchen Situationen sollte man nicht auf seine Triebe (welche einen vom Rechten Weg abbringen könnten) Acht geben, sondern sich zum ehrlichen und aufrichtigem Handeln bemühen. Man sollte sich stets fordern das Richtige zu akzeptieren und sich vorschreiben das Gute zu befolgen, was einen letztendlich vor den meisten Falschheiten bewahren wird. Ein Mensch, der sich selbst nicht erzieht und seinen Willen nicht aktiv zur Abwehr von Schlechtigkeiten trimmt, der begibt sich in einen Teufelskreis der Irrtümer, in dem er dann zum darin verweilen verdammt ist.

„…wenn im Inneren keine Akzeptanz und Einsicht besteht, nutzen tausend mahnende Worte nichts. Wenn zum Beispiel ein Baum von Innen nicht mehr feucht ist, dann nützt es ebenfalls nichts, wenn man ihn von Außen mit tausenden Litern Wasser übergießt…wenn die gesamte Welt mit Licht durchflutet wäre, aber im geistigen Auge des Betrachters keine Erleuchtung ist, wird er zu keiner Zeit das Licht zu sehen bekommen…“

3. Geduldig sein
Um sich nicht durch die Zuflüsterungen seines Egos vom Rechten Pfad zu entfernen bedarf es der Geduld während seiner Erziehung. Mevlana sagt: „Es beansprucht die Geduld auf diesem Weg, welche die Erschwernis erdulden muss.“ Denn Geduld ist ein Balsam das Abhilfe schafft. Sie ist der Schlüssel zur Größe. Eine Tugend, die einen schnell an seine ersehnten Ziele führt. „Wenn Du bei jeder Strapaze, bei jeder Mühsal erzürnst und hasst, wie willst Du dann glänzen und reflektieren?“, äußert sich Mevlana und betont sich als Mensch unbeirrt auf das Gute, Schöne und Richtige zu konzentrieren. Es gebietet die Geduld zu wahren, sich daraufhin fortzubilden und dahinzureifen. Mevlana sagt, „Resolute (Willensstarke) Menschen schmachten nach Geduld, sie mögen es Geduld geduldig zu sein.“ Damit meint Mevlana, dass das niedere Ego (Nefs) hastig ist und ununterbrochen alles Genüssliche sofort erhaschen will. Gegenteilige Charaktereigenschaften, die das Gute begründen sind Geduld, Bedachtsamkeit und Weitsichtigkeit. Erst das Ignorieren der Eigenwilligkeiten seines niederen Egos ermöglicht einem Menschen Tugenden wie die Weitherzigkeit, Toleranz und Sanftmut in seinem Wesen zu entdecken und zu fördern. Geduld ist die elementarste Grundlage dieser Charaktereigenschaften, welche einen Menschen noch authentischer, liebenswürdiger und nachahmenswerter machen. Strenge, Verständnislosigkeit und Widerspenstigkeit sind hingegen fast allen Menschen ein Groll.

4. Sich von seiner Ichbezogenheit lösen
Ein weiteres wichtiges Hilfsmittel bei der Zurechtweisung seines niederen Egos ist die Aufgabe seiner Selbstverherrlichung. Abstand nehmen vom Stolz und der Strebsamkeit sich in den Vordergrund zu drängen. Des Weiteren gilt es etwas von seinem hochgestochenen Selbstvertrauen aufzuopfern und dieses in Gottvertrauen umzuwandeln, also Allah in seinem Vorhabe nicht außen vor zu lassen. Mevlana sagt, dass es eine falsche Bescheidenheit ist, wenn Gebildete Menschen das ständige Bestreben haben sich behaupten und präsentieren zu müssen. Sie geraten dadurch nur in unnötige Ablenkungen, die sie in ihrer Selbstsucht bestätigen und vertiefen, wodurch ihnen keine Zeit bleibt für die Selbstkritik und die Selbsterkenntnis. Sie rauben sich selber ihre wertvolle Zeit und empfinden ihre eigenen Fehler als Standartabeichungen, wohingegen die Fehler anderer als anormal angesehen werden.

5. Selbstprüfungen durchführen, sich selbst zur Rechenschaft ziehen
Das aller wichtigste bei der Belehrung seines niederen Egos und der Abwehr von Irrtümern ist die Selbstkontrolle. Das sich selbst befragen, ob man etwas falsch gemacht hat oder jemandem Unrecht zugefügt hat, sei es durch ein unüberlegtes Wort und oder einer Tat. Die regelmäßige Selbstbeobachtung, ob man sich vielleicht doch in die falsche Richtung entwickelt, als man es sich ursprünglich vorgenommen hatte. Das Bemühen seine Fehler zu erkennen und rechtzeitig zu beheben, bevor diese zu einer Gewohnheit und somit auch zu einer unablässigen Geisteshaltung werden. Sein niederes Ego (Nefs) vor der Wahrheit zu beugen und Es ihr anzugleichen. Diese und ähnliche Verhalten kombiniert mit einer Portion Geduld wehren Schlechtigkeiten ab und führen einen direkt auf den geraden Weg zum Guten, Besseren und Gottesfürchtigeren Leben, was den wirklichen und immerwährenden Erfolg ausmacht. Sich selbst vor sich selber öffnen und sich selber anhören, also seinen Verstand zur Kontrolle und Beobachtung seines Selbst nutzen, ist der Anbeginn zum wirklich Guten. Es ist nichts Verwerfliches seine Geheimnisse vor Anderen zu wahren, allerdings ist es schon verwunderlich, dass man es sogar vor sich selbst verheimlicht. Bevor wir andere Leute um ihre Fehler und Sündhaftigkeiten bemitleiden, sollten wir zunächst uns selbst um unsere Untugenden und Laster bedauern. „O du mein andere Leute beweinendes Auge, komm’ und weile einen Augenblick und trauere um deiner selbst.“ Die Erziehung seines niederen Egos beginnt mit der Erkenntnis seiner eigenen Untugenden.

6. Geisteskraft
Zu der Erziehung seines niederen Egos gehört ebenfalls das Wissen, dass seinerseits überwiegend Schlechtigkeiten herrühren. Damit man die Wahrheiten und die Weisheiten Gottes erkennen kann, sollte man laut der Philosophie Mevlana’s seine eigene Geisteskraft erkennen und entwickeln. Gegenüber den Verleitungen seines niederen Egos überlegen sein zu können sollte man sich regelmäßig mit seinem gesamten Wesen Allah zuwenden und Ihn um Seine Unterstützung bitten. Jemand der ernsthaft Allah anfleht und Ihn aufrichtig um Schutz vor den Einflüsterungen des Teufels und der seines niederen Egos bittet wird ganz gewiss Hilfe bekommen. Allah wird ihn in Seine Obhut nehmen, ihn beschützen und ihn kräftigen, so dass Beschwerlichkeiten ihm leichter vorkommen.

Der Mensch ist täglich sehr vielen Unwahrheiten und Täuschungen gegenübergestellt. Grundsätzlich ist fast jeder Mensch sich seiner Fehler, Untugenden und Laster im groben bewusst. Das Wesentliche jedoch ist es diese Fehler nach ihrer Erkennung zu korrigieren. Um diesen seelischen Heilungsprozess überhaupt Angehen zu können ist es unabdingbar sein niederes Ego (Nefs) und dessen Genusslust zu beherrschen. Mit dem Begriff „Genusslust“ ist nicht nur das Speisen von Leckereien gemeint, sondern auch das Genießen von Unsittlichkeiten, sowie seelischen und oder körperlichen Hartherzigkeiten. Daher ist es für jeden einzelnen Gottgläubigen Menschen notwendig sich und sein Ego kennen zu lernen und es heranzubilden. Der kürzeste Weg hierbei ist es seiner Begierde und seinen Lüsternheiten zu widerstehen und nicht auf sein niederes Ego hereinzufallen. Eine Abgewöhnung seiner verderblichen Leidenschaften und die Einordnung von förderlichen Regsamkeiten. Die Erziehung seines niederen Egos ist sehr langwierig und umfangreich, was wirklich sehr viel Geduld und Kraft anfordert. Das niedere Ego ist zu vergleichen mit einem Kleinkind, dass alles was es sieht haben will, ohne zu wissen und ohne zu überlegen ob es gut oder schlecht für einen ist. Weil es nicht vorausschauend ist, kann es die Resultate und die möglichen Konsequenzen seiner Maßlosigkeit nicht ersehen und begreifen. Genauso wie ein Kleinkind Werte und Normen beigebracht bekommen sollte, so sollte jeder Gläubige (Mensch) auch seinem niederen Ego Werte und Normen beibringen. Daher ist die Schulung seines niederen Egos (Nefs) mindestens genauso notwendig, wie die Anlernung von kleinen Kindern, damit ihre Zwanglosigkeit (Natürlichkeit) sie selbst und andere nicht in unwiderrufbare Unglücke stürzt, sowohl im Dies- als auch im Jenseits.

„Wer sich selbst nicht erziehen kann, der vermag keineswegs andere zu erziehen.“
(Bediuzzaman Said Nursi)


Quellen:
Mevlânâ, Macâlis-i Seb’a (Yedi Meclis), , Konya, 1965, s. 54; Mevlânâ, Mesnevî, , M.E.B. Yay., Istanbul, 1991, C. i, s.62, B.778) Mevlânâ, Dîvân, C. VII, s. 626, B. 8336; Mevlânâ, Dîvân, C. V, s. 408, B. 5425.; Mevlânâ, Fîhi Mâ Fîh, s. 88-89.; Mevlânâ, Mesnevî, C. IV, s. 38, B. 466.; Mevlânâ, a.g.e. , C. II, s. 391, B. 4913; C. I, s. 150-151, B. 1841. 1846, ;1854.; Mevlânâ, a.g.e. C. I, s. 290, B. 2980.; Mevlânâ, a.g.e. C. I, s. 128, B. 1601.; Mevlânâ, Fîhi Mâ Fîh, s. 9.; Fîhi Mâ Fîh, s. 28-29.; Fîhi Mâ Fîh, s. 37.; Mevlânâ, a.g.e. C. II, s. 37, B. 479.;


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14 Wer oder Was ist der Dejjal ? Wie sieht der Jüngste Tag aus ?

Liebe Leserin, lieber Leser

 

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15 Wie sollte man mit einer schlechten Tat umgehen?

Liebe Leserin, lieber Leser


Jemand der eine (große) Sünde begeht sollte über die Folgen der Sünde aufgeklärt werden und ihnen sollte eine tovbe (Reue) vorgeschlagen werden.

Unser Prophet (s.a.v.) sagte folgendes:

-"Jeder Mensch begeht Fehler. Die schönsten unter ihnen sind jedoch die jenigen, die mehrmals ihre Fehler Bußen (tovbe). Tirmizi, Kiyame 49 / Ahmed, Müsned, 3, 197

-"Tue nach einer schlechten Tat eine gute, damit sie wieder ausgelöscht wird" Tirmizi, Birr 55

Man sollte aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und versuchen diese in Zukunft nicht zu tun. Den Tod sollte man oft bedenken, da dieser uns an die Vergänglichkeit dieses Lebens erinnert und uns somit von schlechten Taten abhält.


Selam & Dua

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16 ist es nicht Gottes Schuld wenn er etwas Schlechtes erschafft? Warum soll ich dafür Verantwortung übernehmen wenn ich etwas Schlechtes tuhe?


Liebe Leserin, lieber Leser

Eigentlich haben wir nicht das Recht Gott zu seinen Wirkungen und Schöpfungen in Rechenschaft zu ziehen (vgl. 21/23). Entsprechend unserer Menschlichkeit wollen wir, wie in allen anderen Angelegenheiten, auch in dieser Angelegenheit Zufriedenheit finden und das Angelegenheit für uns verständlich machen (vgl. 2/260). Daher fragt unser Verstand zwingend; Warum hat Gott dann das Böse und den Teufel erschaffen und uns damit auseinandergesetzt? Ist es denn nicht böse das Böse überhaupt erst zu erschaffen?

Wir fangen an mit dem Leitspruch; Das Übel zu erschaffen ist nicht schlecht sondern sich das Übel anzueignen ist schlecht. Gott erschafft nichts mit dem Ziel, dass es dem Übel dient. Alles von Gott erschaffene soll entsprechend seiner unendlichen Weisheit und Barmherzigkeit etwas Gutem und Schönem dienen. Wir nutzen jedoch diese Geschöpfe nicht gemäß ihrer eigentlichen Funktionalität und bewirken somit selbst, dass sie zu Übel für uns werden. Der Teufel ist aus Feuer geschaffen und überhaupt ist das Feuer ein Paradebeispiel für diese Angelegenheit. Die Erschaffung von Feuer und das somit reine Dasein von Feuer ist für uns kein Übel. Wenn wir aber blauäugig unsere Hand in das Feuer stecken, wird das Feuer zu unserem Feind. Wenn der Mensch die Beschaffenheit des Feuers versteht und es gemäß seiner eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten nutzt, kann er aus dem Feuer viel Nutzen für sich ziehen. Sofern er aber unüberlegt und leichtsinnig mit dem Feuer spielt, wird er sich verbrennen. Der Regen könnte auch als Beispiel dienen. Der Fall von Regen bringt viele ökologische Effekte hervor, die allesamt wichtig sind. Manch einer ist aber negativ vom Regenfall betroffen, weil er oder sie keine entsprechenden Schutzvorkehrungen getroffen haben. Sie können daher nicht behaupten, dass die Existenz von Regen schlecht ist.

Gott hat Engel erschaffen, die kein Potenzial zur Sünde haben und Tiere erschaffen, die kein ausgeprägtes Bewusstsein haben und daher auch nicht zurechnungsfähig sind. Daneben hat Gott mit den Menschen ein Geschöpf erschaffen, welches sogar die Engel in ihrer Perfektion übersteigen kann und auch das Potenzial hat, so niederträchtig zu sein, dass er selbst den Tieren untergeordnet wäre. Bezogen darauf hat Gott den Teufel als Anlass für die Entwicklung des Menschen erschaffen und ihm die Triebseele („nafs“) beigelegt, welches ihm immerzu zum Schlechten verleiten will.

Die Welt ist das Ackerfeld für das Jenseits. Die beiden Pforten des Jenseits in Form von Himmel und Hölle werden den Menschen gemessen an seinem Glauben und seinen Taten rufen. Der Mensch ist daher im Diesseits einer ständigen Prüfung unterzogen. Die Menschen, die ihr Leben im Wege des Glaubens und der rechtschaffenen Taten gestalten, werden vom Paradies gerufen. Wer die andere Richtung einschlägt wird von der Hölle gerufen.

Wenn der Mensch also alle Instrumente und Elemente im Diesseits, die ihn zum Übel verleiten können widerstehen kann, wird er spirituell empor steigen, anderenfalls fällt er sogar unter die Stufe der Tiere. Bestimmend ist also wieder die Absicht mit den man an Dinge herantritt und nicht ihre bloße Existenz. Der Mensch kann sich für seinen Willen Schlechtes und Verwerfliches zu tun, nicht entschuldigen. In jedem Gericht wird der Mensch zwar für die Konsequenzen seiner Tat zur Rechenschaft gezogen, aber insbesondere seine Absicht ist es, die hier befragt und ggbf verurteilt wird. Der Mensch kann also in gewissen Grenzen Fehler machen, er kann sich in einer Sache irren oder seinem Handeln fehlt z.B. die richtige Methodik. Aber erst die eigens gefasste und nicht fremdgelenkte Absicht des Menschen macht aus seinem Handeln eine Sünde.

Wie man weiß ähneln sich Diamanten und Kohle in der Zusammensetzung sehr. Im Grunde genommen sind beide Steine identisch aber sie befinden sich in verschiedenen Zustandsformen. So ähneln sich in etwa auch die Menschen. Alle haben materiell und spirituell in etwa die selben Anlagen und Potenziale. Die Nutzung dieser Anlagen und Potenziale macht den Unterschied. Der Teufel wird sich ganz unschuldig zeigen und den Menschen vorwerfen eben auf ihn gehört zu haben, wenn diese den Teufel im Gericht Gottes für ihr Verhalten beschuldigen wollen. Nach dem Prinzip, dass der Veranlasser dem Täter (in der Schuld) gleicht wird aber auch der Teufel seine Pein in der Hölle steigern, denn er ist ein Übeltäter und ein Tyrann. Seine Absicht ist getränkt in Hass und Verachtung. Somit wird seine Mission die Menschheit in das Verderben zu stürzen, schließlich auch sein eigenes Verderben, da er sich eine unendliche Menge an Sünden aufladet.     

In einem Gericht wo der Mensch verurteilt werden soll, können also schuldmindernde Umstände analysiert und geltend gemacht werden. Das Strafmaß wird dadurch eventuell gemindert. Was aber bleibt ist die Frage der Schuld und diese Frage hängt an der Absicht des Menschen. Hier hat er sich ganz alleine schuldig gemacht und kann diese Verantwortung auch auf niemanden abwälzen.

 

Selam & Dua

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