FAQ Häufigsten Fragen zum Hadith

1 Ist es wahr, das ein Jüdischer Nachbar des Propheten aufgrund des Barmherzigen Verhaltens von unserem Propheten zum Islam konvertiert ist.

diese Überlieferung konnten wir noch nicht auffinden.

Zu der Handlung allgemein:

Allah befehlt den netten und friedlichen Umgang mit den Angehörigen anderer Religionen.

Allah verbietet euch nicht, gegen die gütig und gerecht zu sein, die euch nicht wegen eures Glaubens bekämpft oder euch aus euren Häusern vertrieben haben. Allah liebt fürwahr die gerecht Handelnden. (60/8)

Muslime müssen sich ihren Nachbarn gegenüber friedlich verhalten. Für ihre Rechtleitung sollten wir beten. Gutes sollte ihnen gegenüber getan werden, egal in welchem Ausmaß, ob groß oder klein. Der Islam befehlt, auch wenn es Nichtmuslime sind, den gegenseitigen Besuch.

Auch wenn die Eltern einer anderen Religion angehören sollten, wird uns der gute Umgang mit ihnen befohlen:

Wenn sie sich aber darum bemühen, dass du Mir das beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht, doch geh mit ihnen im Diesseits in rechtlicher Weise um. Und folge dem Weg dessen, der sich Mir reuig zuwendet. Zu Mir wird hierauf eure Rückkehr sein, da werde Ich euch kundtun, was ihr zu tun pflegt. (31/15)

 

2 Gibt es Sahih Hadithe über den „Mahdi“ ?

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

der Begriff al-Mahdī, welcher aus dem arabisch stammt und „angeführt“, „geleitet“ bzw. „der Rechtgeleitete“ bedeutet, bezeichnet im Islam eine Person, die in der Endzeit das Unrecht auf der Welt beseitigen und die Menschen erfolgreich zum Glauben an Allah führen wird.

bevor einige Überlieferungen bezüglich des al-Mahdī aufgelistet werden, soll darauf hingewiesen werden, dass wir uns von Spekulationen wie z.B. „Wer ist der Mahdī? Wann wird der Mahdī kommen?“ nicht verleiten dürfen lassen.

Unsere Aufgabe ist mit Rechtschaffenheit bzw. aufrichtigen Handlungsweisen das Wohlgefallen Allahs zu erlangen und nicht über das Thema zu streiten. Denn wir sprechen hier über eine Sache die letztendlich im Verborgenen liegt und nur von Allah schlussendlich bestimmt werden kann. Es handelt sich nicht um eine Frage, mit der sich jeder zwingend beschäftigen muss um seinen Glauben auszuüben.

Nach einer Überlieferung, wird der Mahdī von der der Familie des Propheten Muhammed (s.a.s.) sein und der Nachkomme von Fāṭima sein. (vgl. Mansur ali Nasif, et-Tacu’l- Cami‘u lil- Usûl, I-V, Metebetu Pamûk, Istanbul, 1961, V, 363, (Kitabu’l- Fiten, bâb, 7) 

Der Mahdi, eines meiner Kinder, wird mit dem Segen Allahs ins Dasein kommen beim Nahen des Tags des Gerichts, wenn die Herzen der Gläubigen schwach sind, verursacht durch Tod, Hunger und den Verfall der Gemeinschaft, durch Veränderung und Verlust der Urteilsfähigkeit, sich dem rechten anzuschließen und falsches zu verbieten. Sein Erfolg und seine Gerechtigkeit werden die Herzen der Gläubigen erleichtern, und Freundschaft und Liebe werden sein zwischen den arabischen und nichtarabischen Nationen. (Al-Muttaqi al-Hindi, Al-Burhan fi `Alamat al-Mahdi Akhir al-Zaman, S. 66)

Eine Fäulnis, vor der sich niemand schützen können wird, wird an die Oberfläche treten und sich schnell in alle Richtungen ausbreiten. Dieser Zustand wird andauern, bis dass einer kommen wird und spricht: "Oh ihr Menschen, von nun an wird der Mahdi euer Führer sein (Ibn Hajar Haytahami, Al-Qawl al-Mukhtasar fi'alamat al-Mahdi al-Muntazar, S. 23)

Insgesamt muss gesagt werden, dass dieses Thema polarisiert und dazu viele (auch nicht seriöse) Meinungen existieren. Schließlich kann man aber mit Leichtigkeit sagen, dass der Glaube an den Mahdī eine Basis in den Überlieferungen hat und bei vielen Menschen und Gelehrten nicht problematisiert wird. 

 

Selam & Dua

Euer Fragenandenislam - Team

 

3 Was sind Hadithe? Ist die Sunna Pflicht?

Liebe Leserin, lieber Leser


Der Begriff Hadîth (arab.: Mitteilung, Erzählung) wird in der islamisch-religiösen Terminologie für die Überlieferungen der Äußerungen des Propheten Muhammed (Allahs Segen und Friede auf ihm), ebenfalls seiner Handlungen oder seiner stillschweigenden Billigungen oder Ablehnungen von Handlungen, wenn sie in Seiner Gegenwart geschahen,benutzt.

Im Qur`an ist zu lesen:

Und was euch der Gesandte gibt, nehmt es.(QUR`AN 59:7)

Wenn ihr Gott liebt, so folgt mir: Gott wird euch lieben und euch eure Sünden vergeben, denn Gott ist der, welcher oft vergibt, der Barmherzige. (QUR`AN 3: 31)

"Sunna bedeutet wörtlich: Weg bzw. Art und Weise der Lebensgestaltung. Als Fachausdruck im Islam bezieht sich Sunna auf die Lebensgestaltung des Propheten Muhammad (sav); genauer gesagt auf die Gewohnheiten und Wege, von denen er wünschte, dass die Muslime ihnen folgen sollten, und auf die Handlungen und Normen, denen zufolge der Prophet lebte und die er empfahl, aber nicht zur Pflicht machte.

Mit diesem Thema, zu dem es auch eine Vielzahl ausgezeichneter Bücher gibt, haben sich die islamischen Gelehrten sehr eingehend beschäftigt. Sie alle teilen die Auffassung, dass der Weg der Sunna der Weg des din (Religion) ist und dass die Sunna einer Treppe oder einer Leiter gleicht, die zur al-Haqq (die Wahrheit; einer der Namen Gottes) führt.
Die Sunna ist ein so verdienstvoller Weg, dass alle Systeme und deren Prinzipien - selbst wenn sie von Tausenden von Gelehrten und Heiligen (auliya) begründet sind - neben ihr unbedeutend, blass und unklar erscheinen. Alle Mystiker, spirituellen Lehrmeister und Wahrheitssuchenden haben in diesem Sinne von der Sunna gesprochen und sie anerkannt. Sie haben die Menschen aufgefordert, ihr zu folgen.

Gott hat die Propheten berufen und durch sie eine rechtmäßige Art der Lebensgestaltung (din) offenbart, zu der Pflichten, Moral und angemessenes Verhalten gehören. Als den letzten Seiner Propheten hat Gott Muhammad, Friede sei mit ihm, gesandt, den Er bei all seinen Handlungen rechtleitete. Über ihn vermittelte uns Gott die Begriffe fard (unbedingte Pflicht), wadschib (Notwendiges), sunna, mustahabb (Wünschenswertes) und adab (Wohlverhalten). Muhammad (sav) war, ist und bleibt die perfekte Verkörperung all dieser Begriffe, das beste Vorbild und ein Lehrmeister für die gesamte Menschheit. Wer also der Lebensweise des Propheten folgt, kommt Gott näher und erwirbt sich einen Rang, wie er im folgenden hadith qudsi (ein Hadith, in dem Allah selbst spricht) beschrieben wird: Mein Diener nähert sich Mir am besten durch die religiösen Pflichten, die Ich so sehr schätze und ihm auferlegt habe; und durch freiwillige Mehrleistungen kommt er mir noch näher, sodass Ich ihn liebe. Wenn Ich ihn liebe, dann bin Ich sein Gehör, mit dem er hört, sein Auge, mit dem er sieht, seine Hand, mit der er greift, und sein Fuß, mit dem er geht.[Bukhari] Zum einen besagt dieser hadith qudsi, dass Gott einen Gläubigen wie diesen die wahre Realität aller Dinge sehen lässt und ihn so in die Lage versetzt, die Dinge richtig und nachhaltig zu beurteilen. Indem Gott ihm neue Tore und Horizonte öffnet, führt Er ihn zur Wahrheit. Das verleiht dem Gläubigen Flügel, mit denen er ebenso leicht der Rechtleitung entgegen fliegt, wie er dem Irrtum und schlechten Einflüssen entkommt. Wenn er eine Stimme hört, die zur Wahrheit ruft, findet er zu sich selbst, gewinnt seine Begeisterung zurück, beginnt nach erhabenen Zielen zu streben, fasst Beschlüsse und blüht moralisch und spirituell auf. Wenn er spricht, lässt Gott ihn die Wahrheit sprechen. Wenn er etwas tut, führt ihn Gott zum Guten und zu günstigen Ergebnissen und lässt ihn keine Sekunde lang mit seinem Selbst (nafs) allein. Da der Diener nach der Anerkennung und Zufriedenheit (rida) Gottes strebt, gewährt Gott ihm Möglichkeiten und lässt ihn zu Seiner Zufriedenheit (mardiat as-subhaniya) handeln.

Aus diesem Grunde hat Gott über das Leben des Propheten Muhammad (sav) und der Repräsentanten Seiner Religion in anderen Zeitaltern gewacht. Deshalb hat er alle vor ihnen liegenden Wege blockiert mit Ausnahme des einen, der zu Seiner Zufriedenheit führt. Er hat sie davon abgehalten, andere Wege als Seinen Eigenen zu wählen, und sie dadurch zur einen und einzigen Sunna geführt. Dem Weg der Sunna sind schon so viele Menschen gefolgt, dass er inzwischen zur offenen Straße, ja zu einer Autobahn geworden ist, die zur Errettung führt. Die Sunna ist heute der einzige Weg, der vor jeder Fehlleitung sicher ist und ganz gewiss zum Ziel, zum Erfolg und zum Glück in dieser und in der kommenden Welt führt.

In einer Zeit, in der Niederträchtigkeit, Schlechtigkeit und Intrige so weit verbreitet sind, ist es von allergrößter Wichtigkeit, danach zu streben, die Sunna wiederzubeleben und wiedereinzusetzen, sie neben fard und wadschib zu praktizieren, ihre zentrale Position in der Gesellschaft der Zukunft zu sichern und dafür zu sorgen, dass sie bis zum Tage des Jüngsten Gerichtes Bestand hat.

Gesegnet sind die Menschen, die sich dieser Aufgabe stellen. Sie stehen im Range von Märtyrern und werden einen entsprechenden Lohn erhalten. Den Lohn von zwei Märtyrern zu erhalten, wäre ja schon segensreich genug, doch versprochen wird noch mehr als das. Diejenigen, die sich darum bemühen, die Wahrheit des iman (Glauben) wiederzubeleben, werden sogar einen Lohn erhalten, der den von einhundert Märtyrern bei weitem übertrifft.
Die Wiederbelebung bestimmter Elemente der Sunna ist des versprochenen Lohnes ganz besonders würdig. Zum Beispiel gibt es eine Art verleumderischer Nachrede, die noch verwerflicher ist als Ehebruch oder Mord.[Daylami, 3, 116]

Ganz offensichtlich unterscheidet sich die Verleumdung von Einzelpersonen von der Verleumdung einer ganzen Gesellschaft, die für diese ein verheerendes Chaos nach sich ziehen kann. Hier kann die Sünde eines einzelnen Menschen dazu führen, dass sich ein Übel weit verbreitet. In einer Zeit, in der Muslime zu schlechtem Handeln (ifsad) aufgefordert und die Macht, der Einfluss und die Verbreitung des Islam verhindert bzw. untergraben werden, werden diejenigen, die danach streben, einen Aspekt des din zu restaurieren und wiederzubeleben, mit Sicherheit den Lohn vieler Martyrien erhalten. Noch größer wird ihr Lohn dann sein, wenn sie ihre aufrichtigen Bemühungen auf die heiligen Tage, Nächte und Monate des Islam konzentrieren.
Diejenigen, die sich in den Dienst Gottes stellen, werden für das, was sie tun, begünstigt und gesegnet. Und wenn Er es für richtig hält, kann Gott Seine Gunst und Seinen Segen noch verstärken. In einer Zeit, in der alles dafür getan wird, dem Islam Widerstand zu leisten, für die Wiederbelebung des islamischen Denkens und Lebens einzutreten, daran zu arbeiten, brauchbare Institutionen mit einem aufrichtigen und fähigen Mitarbeiterstab zu gründen und das islamische Bewusstsein junger Menschen zu wecken - all dies gehört zu einer einzigartigen Aufgabe, die in gewisser Hinsicht eine Fortführung der Mission des Propheten in der heutigen Zeit darstellt. Wenn so bedeutende Persönlichkeiten und spirituelle Führer des Islam wie Abdulqadir al-Dschilani und andere nach so langer Zeit aufgetreten sind, um ihre moralische Unterstützung zu geben, dann liegt dies in der großen Bedeutung der Pflichten und in der Notwendigkeit begründet, diese zu erfüllen. Dass der Prophet in Träumen erschienen ist und über die Menschen, die sich auf seinem Weg befinden, wacht, sie unterstützt und ihnen frohe Botschaften übermittelt, ist ein Wunder (karama) der Sunna im Dienste der Sunna. Solche Vorkommnisse können unter keinen Umständen eine Anerkennung der Verdienste und Tugenden eines Individuums darstellen und dürfen auch nie für eine solche gehalten werden. Bestimmte Individuen, Gruppen und Institutionen, die sich dieser Aufgabe widmen und bedeutende Entwicklungen in Gang setzen, werden jedoch zweifellos einen großen Anteil an der Gnade und dem Segen Gottes erhalten. Dies muss einfach so sein, was ja auch der Ausspruch „Wer ein Ereignis veranlasst, ist genauso zu betrachten, wie der, der es durch sein Handeln herbeigeführt hat. bestätigt, für dessen Begründung ein anderer Aspekt des ungeheuren Wohlwollens Gottes verantwortlich ist. Wenn es andererseits denjenigen, die in dieser Richtung tätig waren, nicht gelingt, Reinheit, Aufrichtigkeit, Begeisterung und Schwung, mit denen sie ihre Aufgabe angegangen sind, beizubehalten, werden ihnen die Verantwortung und das anvertraute Gut (amana) aus der Hand genommen. Einige von ihnen werden dann zurückgewiesen, ausgeschlossen und sogar von der Vorsehung verlassen, während das anvertraute Gut in der Folge an andere verdienstvolle Menschen weitergereicht wird. Nur dann, wenn wir uns der Gunst Gottes bewusst werden und sie zu schätzen wissen, wenn wir aufrichtig versuchen, alles zu tun, was in unseren Kräften liegt, und wenn wir aus den Möglichkeiten, die sich uns bieten, das Beste machen, werden wir diese Prüfung bestehen und uns weiterer größerer Wohltaten Gottes würdig erweisen.
Möge Gott uns in die Lage versetzen, energisch und mit äußerster Aufrichtigkeit bis zu unserem letzten Atemzug auf dem Weg des iman, des Qur`an und der Sunna zu agieren; denn jeder Augenblick, in dem wir uns dieser Aufgabe widmen, erbringt uns den Lohn vieler Martyrien." Quelle: F.Gülen


Selam & Dua

Fragenandenislam - Team


4 Gibt es Hadithe über die Haltung der Hände beim Dua (Bittgebet), in denen der Prophet Muhammed (a.s.m.) seine Hände nach unten gedreht hat?

 

der ehrenwerte Prophet (s.a.s.) hat beim Bittgebet seine Hände nach oben gerichtet. Doch wenn er um Schutz bzw. Sicherheit vor Schlechtheit und Übel bat, seine Handfläche nach unten gewendet. (Müsned, Ahmed b. Hanbel 4/56; Mecmau’z- zevaid, 10/168; Cemu’l-fevaid, 2/618; el-Fethu’l-kebir, 2/357)

Diese Sunna des Propheten wurde vor allem von aš-Šāfiʿī praktiziert.

5 Muss man der Sunna folgen und welche Position nehmen Hadithe im Islam ein??

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Ḥadīṯ – Wird zumeist mit "Bericht" oder "Erzählung" übersetzt, kann aber auch mit "modern", "neu" oder "Gespräch" übersetzt werden. Im religiösen Kontext bezieht sich das Wort zumeist auf die prophetischen Überlieferungen die auch kanonisch zusammengetragen sind und mit dem Qurʾān zusammen die primären Textquellen bzw. Rechtsquellen im Islam bilden. Es gibt die Unterscheidung zwischen Ḥadīṯ al-Šarīf und Ḥadīṯ al-Qudsī. Ersteres sind die normalen Überlieferungen der Aussprüche des Propheten bzw. der Gefährten, der Text und die Bedeutung ist auf sie zurück zu führen. Zweiteres stellen Überlieferungen dar, dessen Text und Inhalt durch göttliche Eingebung in Form einer Offenbarung den Propheten erreicht, somit könnte man hier auch von einer göttlichen Überlieferung sprechen.   

Im Qur`an ist zu lesen:

Und was euch der Gesandte gibt, nehmt es. (59/7)

Wenn ihr Gott liebt, so folgt mir: Gott wird euch lieben und euch eure Sünden vergeben, denn Gott ist der, welcher oft vergibt, der Barmherzige. (3/31)

Sunna – Wird mit "Brauch" bzw. "gewohnte Handlungsweise" übersetzt. In der islamischen Literatur wird der Begriff zumeist in Verbindung mit dem Propheten Muḥammad (s.a.s.) und der Gesamtheit seiner Handlungsweisen gebracht, da vor allem für Fragen der Rechtslehre und der korrekten Ausübung des Glaubens, die Sunna des Propheten (s.a.s.) essenziell ist und mit dem Qurʾān die primäre Rechtsquele bildet. Die Sunna stellt daher auch einen bedeutenden Aspekt für den Alltag der Muslime und dessen Bewältigung dar. Die Sunna als reiner Begriff taucht auch im Qurʾān auf und wurde auch vorislamisch schon als ein Begriff für Brauch und Sitte verwendet.  Mit einem Beiwort kann man genauer definieren ob es sich um eine spezielle Sunna eines Propheten handelt, wenn man in der Rechtslehre allerdings von Sunna al-Nabiyy spricht, ist die Sunna des Propheten Muḥammad (s.a.s.) gemeint. Trotzdem hat der Begriff Sunna im Alltag der meisten Muslime die Konnotation mit dem Propheten Muḥammad (s.a.s.).

Mit diesem Thema, zu dem es auch eine Vielzahl ausgezeichneter Bücher gibt, haben sich die islamischen Gelehrten sehr eingehend beschäftigt. Sie alle teilen die Auffassung, dass der Weg der Sunna der Weg des din (Religion) ist und dass die Sunna einer Treppe oder einer Leiter gleicht, die zur Wahrheit führt.

Die Sunna ist ein so verdienstvoller Weg, dass alle Systeme und deren Prinzipien - selbst wenn sie von Tausenden von Gelehrten begründet sind - neben ihr unbedeutend, blass und unklar erscheinen. Alle Mystiker, spirituellen Lehrmeister und Wahrheitssuchenden haben in diesem Sinne von der Sunna gesprochen und sie anerkannt. Sie haben die Menschen aufgefordert, ihr zu folgen.

Gott hat die Propheten berufen und durch sie eine rechtmäßige Art der Lebensgestaltung offenbart, zu der Pflichten, Moral und angemessenes Verhalten gehören. Als den letzten Seiner Propheten hat Gott Muḥammad (s.a.s.), gesandt, den Er bei all seinen Handlungen rechtleitete. Über ihn vermittelte uns Gott die Begriffe "Farḍ"(unbedingte Pflicht), "Wājib"(Notwendiges), "Sunna", "mustaḥabb" (Wünschenswertes) und "adab" (Wohlverhalten). Der ehrenwerte Prophet (s.a.s.) war, ist und bleibt die perfekte Verkörperung all dieser Begriffe, das beste Vorbild und ein Lehrmeister für die gesamte Menschheit. Wer also der Lebensweise des Propheten folgt, kommt Gott näher und erwirbt sich einen Rang. Indem Gott ihm neue Tore und Horizonte öffnet, führt Er ihn zur Wahrheit. Das verleiht dem Gläubigen Flügel, mit denen er ebenso leicht der Rechtleitung entgegen fliegt, wie er dem Irrtum und schlechten Einflüssen entkommt. Wenn er eine Stimme hört, die zur Wahrheit ruft, findet er zu sich selbst, gewinnt seine Begeisterung zurück, beginnt nach erhabenen Zielen zu streben, fasst Beschlüsse und blüht moralisch und spirituell auf. Wenn er spricht, lässt Gott ihn die Wahrheit sprechen. Wenn er etwas tut, führt ihn Gott zum Guten und zu günstigen Ergebnissen und lässt ihn keine Sekunde lang mit seinem Selbst allein. Da der Diener nach der Anerkennung und Zufriedenheit Gottes strebt, gewährt Gott ihm Möglichkeiten und lässt ihn zu Seiner Zufriedenheit handeln.

Aus diesem Grunde hat Gott über das Leben des Propheten (s.a.s.) und der Repräsentanten Seiner Religion in anderen Zeitaltern gewacht. Deshalb hat er alle vor ihnen liegenden Wege blockiert mit Ausnahme des einen, der zu Seiner Zufriedenheit führt. Er hat sie davon abgehalten, andere Wege als Seinen Eigenen zu wählen, und sie dadurch zur einen und einzigen Sunna geführt. Dem Weg der Sunna sind schon so viele Menschen gefolgt, dass er inzwischen zur offenen Straße, ja zu einer Autobahn geworden ist, die zur Errettung führt. Die Sunna ist heute der einzige Weg, der vor jeder Fehlleitung sicher ist und ganz gewiss zum Ziel, zum Erfolg und zum Glück in dieser und in der kommenden Welt führt.

In einer Zeit, in der Niederträchtigkeit, Schlechtigkeit und Intrige so weit verbreitet sind, ist es von allergrößter Wichtigkeit, danach zu streben, die Sunna wiederzubeleben und wiedereinzusetzen, sie zu praktizieren, ihre zentrale Position in der Gesellschaft der Zukunft zu sichern und dafür zu sorgen, dass sie bis zum Tage des Jüngsten Gerichtes Bestand hat.

Gesegnet sind die Menschen, die sich dieser Aufgabe stellen. Sie stehen im Range von Märtyrern und werden einen entsprechenden Lohn erhalten. Den Lohn von zwei Märtyrern zu erhalten, wäre ja schon segensreich genug, doch versprochen wird noch mehr als das. Diejenigen, die sich darum bemühen, die Wahrheit des Glauben wiederzubeleben, werden sogar einen Lohn erhalten, der den von einhundert Märtyrern bei weitem übertrifft.
Die Wiederbelebung bestimmter Elemente der Sunna ist des versprochenen Lohnes ganz besonders würdig. Zum Beispiel gibt es eine Art verleumderischer Nachrede, die noch verwerflicher ist als Ehebruch oder Mord. (vgl. Daylami, 3, 116)

Ganz offensichtlich unterscheidet sich die Verleumdung von Einzelpersonen von der Verleumdung einer ganzen Gesellschaft, die für diese ein verheerendes Chaos nach sich ziehen kann. Hier kann die Sünde eines einzelnen Menschen dazu führen, dass sich ein Übel weit verbreitet. In einer Zeit, in der Muslime zu schlechtem Handeln (ifsad) aufgefordert und die Macht, der Einfluss und die Verbreitung des Islam verhindert bzw. untergraben werden, werden diejenigen, die danach streben, einen Aspekt des din zu restaurieren und wiederzubeleben, mit Sicherheit den Lohn vieler Martyrien erhalten. Noch größer wird ihr Lohn dann sein, wenn sie ihre aufrichtigen Bemühungen auf die heiligen Tage, Nächte und Monate des Islam konzentrieren.

Diejenigen, die sich in den Dienst Gottes stellen, werden für das, was sie tun, begünstigt und gesegnet. Und wenn Er es für richtig hält, kann Gott Seine Gunst und Seinen Segen noch verstärken. In einer Zeit, in der alles dafür getan wird, dem Islam Widerstand zu leisten, für die Wiederbelebung des islamischen Denkens und Lebens einzutreten, daran zu arbeiten, brauchbare Institutionen mit einem aufrichtigen und fähigen Mitarbeiterstab zu gründen und das islamische Bewusstsein junger Menschen zu wecken - all dies gehört zu einer einzigartigen Aufgabe, die in gewisser Hinsicht eine Fortführung der Mission des Propheten in der heutigen Zeit darstellt.  Nur dann, wenn wir uns der Gunst Gottes bewusst werden und sie zu schätzen wissen, wenn wir aufrichtig versuchen, alles zu tun, was in unseren Kräften liegt, und wenn wir aus den Möglichkeiten, die sich uns bieten, das Beste machen, werden wir diese Prüfung bestehen und uns weiterer größerer Wohltaten Gottes würdig erweisen.


Möge Gott uns in die Lage versetzen, energisch und mit äußerster Aufrichtigkeit bis zu unserem letzten Atemzug auf dem Weg des iman, des Qur`an und der Sunna zu agieren; denn jeder Augenblick, in dem wir uns dieser Aufgabe widmen, erbringt uns den Lohn vieler Martyrien." 

 

Selam & Dua 

Euer Fragenandenislam - Team

 

6 War der bekannteste Muezzin (Gebetsrufer) zur Zeit des Propheten afrikanischer Herkunft?

Bilāl (r.a.), welcher eine sehr charaktervolle und angenehme Stimme hatte, stammt aus Afrika ist der berühmteste Gebetsrufer aus der Zeit des Propheten, da er nach der Auswanderung zum ersten Mal mit dem Gebetsruf zum Gebet Namaz/Salah aufgerufen hat und somit der erste Gebetsrufer in der Geschichte des Islam ist.

Bevor er zum Islam übertrat, war er in Mekka ein äthiopischer Sklave.

„Sein Übertritt zum Islam war seinem Besitzer natürlich ein Dorn im Auge, und so peinigte er seinen Sklaven gnadenlos. Ummay ibn Khalaf, der einer der gefürchtetesten Feinde des Islam war, legte Bilal [Ra] in der Mittagshitze auf den heißen Sand Mekkas, und beschwerte seine Brust mit einem schweren Fels. Daraufhin sagte er: „Verlas den Islam oder verrotte in der Hitze und stirb.“ Selbst unter diesen Qualen rief Bilal [Ra]: „Einer! Einer!“ In der Nacht wurde er ausgepeitscht, und am Tage auf die Seite mit den offenen Wunden auf den heißen Wüstensand gelegt um ihn entweder vom Islam abzubringen, oder ihn einen quälenden Tod sterben zu lassen. Die Folterer wurden von Zeit zu Zeit müde, so dass Abu Jahl, Ummay und andere sich gegenseitig abwechselten –doch Bilal [Ra] blieb standhaft. Schließlich kaufte Abu Bakr Bilal [Ra] zu einem hohen Preis, und Bilal [Ra] wurde ein freier Muslim.
Ihm wurde die Ehre zuteil, der Gebetsrufer des Propheten [Sallallahu alayhi wa sallam] zu sein. So war er ständig zusammen mit dem Gesandten Allahs [Sallallahu alayhi wa sallam] um zum Gebet zu rufen. Nach dem Tode des Propheten [s.a.s] war es schwer für ihn, weiterhin in Madina zu bleiben, wo er ständig an Muhammad [s.a.s] erinnert werden würde. Er verließ die Stadt und entschloss sich, für den Rest seines Lebens auf dem Wege Allahs Taala zu bleiben. Eines Nachts träumte Bilal [Ra] vom Propheten [s.a.s], der ihm sagte: „O Bilal, wie kommt es, dass du mich nie besuchen kommst?“ Kaum war er aufgewacht, beeilte er sich, nach Madina zurückzukehren. Dort angekommen baten ihn Hasan und Hussein [Ra], die Enkelkinder des Propheten [s.a.s], die Leute zum Gebet zu rufen. Als die Bewohner Madinas die Stimme Bilals [Ra] vernahmen, erinnerter sie sich an die Zeit mit dem Gesandten Allahs [s.a.s]. Sie kamen aus ihren Häusern und begaben sich mit tränenden Augen zur Moschee des Propheten [s.a.s].
Nach kurzer Zeit verließ Bilal [Ra] Madina wieder und starb in Damaskus im zwanzigsten Jahr nach der Hidschra." 

7 Warum haben „Sahabe’s“ (Gefährten des Propheten) wie z.B. Ebu Bekir oder Omar (r.anhum) und viele andere auch wenige Hadithe überliefert?

 

So wie ein Mensch, der eine Medizin benötigt, zu einem Arzt geht, oder, wenn er einen Bauplan braucht, zu einem Architekten geht und dann von seinem Architekten erzählt, oder aber die Behandlung von Gesetzesfragen von einem Mufti erbittet u. dgl., so waren auch unter den Sahabis zur Unterrichtung künftiger Generationen ein Teil der Gelehrten der Sahabis innerlich aufgerufen. Darum bemühten sie sich dann mit ganzer Kraft. Und tatsächlich hat Hasret Abu Huraira sein ganzes Leben dem Auswendiglernen der Ahadith gewidmet. Hasret Omar hat sich mit der Welt der Politik und der »Großen Nachfolge« (dem Kalifat) beschäftigt. Deshalb vertraute er solchen Persönlichkeiten wie Abu Huraira, Ennes und Dschabir die Unterrichtung der Umma in den Ahadith an und überlieferte selbst nur wenige von ihnen. (19. Brief, "Bediuzzaman" Said Nursi)

Weitere Gründe warum diese großen Gefährten des Propheten wenig überlieferten, obwohl sie die Sunna sehr genau auslebten und ein enormes Wissen darüber hatten, sind die folgenden Aspekte:

- Die Befürchtung, dass sie eine Überlieferung nicht wortgetreu überliefern würden, weil für sie eine exakte, wortwörtliche Ausführung einer Überlieferung wichtig war.

- Einige Gefährten starben nach einer kurzen Zeit nach Beginn des
Prophetentums und hatten demnach nicht die Möglichkeit über viele Überlieferungen zu berichten.

- Andere wiederum waren mit Regierungstätigkeiten, ökonomischen oder militärischen
Angelegenheiten beschäftigt bzw. vollständig beansprucht. Abdullah b. Amr, von dem
Abu Hurayra berichtet, dass dieser mehr Überlieferungen als er selbst auswendig gelernt hatte, war nach Ägypten versetzt worden. Deshalb konnten von ihm nur wenige Überlieferungen berichtet und festgehalten werden.

Zudem waren die Qualifikationen und Auffassungsgaben bei der Berichterstattung sowie dem Festhalten von Ereignissen bei allen Gefährten nicht identisch. Diese Unterschiede und Besonderheiten haben die Methode sowie das Vorgehen bei den Überlieferungen ebenso beeinflusst.

Folgendermaßen konnten nicht alle Überlieferungen, die von den Gefährten verbreitet wurden, in den zuverlässigen Quellen und Schriften niedergeschrieben werden.

 

8 Worauf sollte geachtet werden, wenn ein Hadith erwähnt wird? Reicht es, wenn man nur den Inhalt bzw. den Sinn ungefähr wiedergibt oder muss stets die exakte, wortwörtliche Äußerung beibehalten werden?

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

der ehrenwerte Prophet (s.a.s.) verordnete seinen Gefährten das Erlernen bzw. die sichere Weitergabe seiner Äußerungen und sagte zu ihnen:

Wenn ich euch eine Überlieferung sage, lernt es auswendig (Zehebi, Siyerir A'lami'n-Nubela", Misir 1957. I, s. 96)

Nach einer Überlieferung wird für das Erlernen und die exakte Verkündigung einer Überlieferung, derjenige von Allah beschützt und belohnt. (vgl. Ebu Davud, Ilim, 10; Tirmizi, Ilim, 7)

Deshalb haben die Gefährten des Propheten (s.a.s.) sehr genau auf die wortgetreue Überlieferung geachtet und jene vehement ermahnt, die sich nicht an die exakte, wortwörtliche Ausführung einer Überlieferung gehalten haben. Insbesondere ʿAbdallāh ibn ʿUmar war dafür bekannt, dass wenn er Zeuge einer Überlieferung wurde, von ihm weder etwas hinzugefügt noch verkürzt wurde (vgl. Müsned, V I I/297-298).

Infolgedessen haben die Gefährten des Propheten (s.a.s.) auf die wortwörtliche Überlieferung sehr genau geachtet, sich unter einander ermahnt und auch korrigiert.

Obwohl die wortgetreue Überlieferungsmethode Vorrang hatte, wurde vom Gesandten Allahs (s.a.s.) die sinngemäße Überlieferung erlaubt.

So lange aus Erlaubtem ("Ḥalāl")nicht Verbotenes ("Ḥarām") und Verbotenem nicht Erlaubtes wird, der Sinn und die Bedeutung der Hadith richtig ausgedrückt wird, ist eine sinngemäße Überlieferung kein Fehler. (Hatib el-Bagdadi, el-Kifaye fi Ilmi'r-Rivaye, Medine t.y., S. 199-200)

Als Ḥasan al-Baṣrī gefragt wurde „Warum änderst du heute die Wortwahl der Überlieferung, die du gestern noch anders formulierst hast?“ antwortete er: “Wenn der Inhalt und der Sinn richtig ist, ist es (aus islamisch-religiöser Sicht) kein Fehler bzw. keine Übertretung." (vgl. Hatib el-Bagdadi, el-Kifaye fi Ilmi'r-Rivaye, Medine t.y., S. 207)

 

Selam & Dua 

Euer Fragenandenislam - Team 

 

9 Ist es für einen Muslim Pflicht einer Tariqa (Weg, Bruderschaft) anzugehören?

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

es ist vielleicht keine umfassende/allgemeine Pflicht einer ṭarīqa anzugehören, aber es kann für ein Individuum empfehlenswert sein, sich einer Gemeinde anzuschließen. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung innerhalb einer Gemeinde ist für viele Menschen nicht austauschbar.

Der ursprüngliche Wegweiser für einen Muslim ist und bleibt der Qurân und das Leben des ehrenwerten Prophet (s.a.s.). Wenn sich ein Muslim diese zwei Heiligtümer als Leitfaden annimmt, dann hat er den besten Weg gefunden.

Ohnehin ist ein Muslim, der sich diese Richtungszeiger (nicht zu Grunde legt, nicht rechtgeleitet und dessen Wegweiser ist allenfalls der Teufel. Denn im Universum gibt es Repräsentanten für das Gute als auch für das Schlechte. Eine dritte Alternative gibt es nicht. Der Wegweiser für einen Menschen (Muslim) ist entweder der Stellvertreter für das Gute, unser Prophet (s.a.s.), oder der Stellvertreter für das Böse, der Teuel. Zu den Repräsentanten des Guten und des rechten Weges gehören neben dem von Gott auserwählten Propheten (s.a.s.) zunächst alle seine Gefährten, danach die Muǧtahid sowie alle besonders gesegneten Gelehrten. Alle diese Gelehrten haben zu ihrer Lebzeit und weit darüber hinaus den Menschen das Rechte und Richtige gezeigt und ihnen zu jeder Zeit als Wegbereiter gedient. Diese Gelehrten haben ihre Ausbildung und ihr Expertentum (sei es direkt oder indirekt) aus dem edlen Qurân und vom ehrenwerten Propheten (s.a.s.). Sie dienten allein Gott und trugen dazu bei, dass tausende bzw. hunderttausende Menschen den Weg der Rechtleitung fanden und somit weltliche und jenseitige Glückseligkeit erreichten. Wer das Leben dieser gesegneten, segensreichen und begnadeten Persönlichkeiten studiert und ihre erbrachten Leistungen begreift, wird ihre wahre Größe und ihren Rang innerhalb der islamischen Geschichte mit Leichtigkeit erkennen.

Ja, ein Muslim kann und sollte die Worte, die Bücher, die Lebensweisen und die Art und Weise der Gottesdienste dieser Gelehrten lesen, nachahmen und sich aneignen, wodurch er seinen praktizierten Glauben und sein islamisches Wissen erweitern und erleuchten täte. Somit sind die Gelehrten für die Gläubigen sowohl Lehrmeister, Vorbilder als auch Wegweiser zugleich. Wer diese von der gesamten islamischen Gemeinde zu Recht anerkannten hohen Gelehrten schlecht redet und sie als „Erben des Propheten (s.a.s.)“ nicht akzeptiert und ihre Anweisungen missachtet und sie nicht kennt, der soll wissen, dass sein Wegweiser allenfalls der Teufel ist. Denn ein Muslim achtet, ehrt und liebt diese Größen des Islam, weil sie zu ihrer Lebzeit am besten die Religion gelebt und gehütet haben. Infolgedessen bemüht sich ein jeder Muslim seiner eigenen Identifikation entsprechend einem dieser Gelehrten zu folgen und durch das Lesen ihrer Werke und das Studieren ihrer Lebensweisen ihrer eigenen Frömmigkeit Ausdruck zu geben. Daher resultiert mitunter auch die Tatsache der vielen muslimischen Gemeinden, die in ihren Grundzügen alle identisch sind, aber in ihrer Zier etwas voneinander abweichen.

Dazu gibt es auch eine Überlieferung:

Wer auch immer einen Weg beschreitet, von dem er sich Wissen (Erkenntnis) erhofft, Allah wird ihm (s)einen ins Paradies führenden Weg erleichtern. Die Engel weiten ihre Flügel über Solche die sich Wissen (Bildung) aneignen, weil sie gefallen an ihren Taten (Studium) finden. Die in den Himmeln und die auf Erden (seienden Wesen), sowie die im Wasser sich befindenden Fische erbitten bei Allah Beistand und Amnestie für die, die sich Wissen (Gelehrsamkeit) aneignenden. Der Wissende (Wissensbesitzer) ist herausragend gegenüber den (nur) Betenden, sowie der Mond überragend ist gegenüber den Sternen (beim Anblick des Sternenhimmels). Die Wissenden (Gelehrten) sind die Erben der Propheten (s.a.s.). Die Propheten haben weder Dinar noch Dirham hinterlassen. Sie haben nur das Wissen als Erbe zurückgelassen. Also haben die, die sich dieses Wissen angeeignet haben einen großen Anteil abbekommen. (Buhari, Ilm, 10; Ebû Davut, Ilm, 1; Tirmizi, Ilm,19; Ibn Mace, Mukaddime,17.)

 

Selam & Dua 

Euer Fragenandenislam - Team 

 

10 „Sterbt bevor der Tod Euch ereilt!“ Wie kann man diese sinngemäße Bedeutung des Hadith verstehen?

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

„bevor der Tod uns plötzlich findet, sollte man seine wollüstigen und maßlosen Begierden verlassen und auf diese Weise in einer Form sterben“ (el-Acluni, Kesfü`l-Hafa, 2:29; Ibn-i Hacer el-Askalani: „Es ist keine authentische Überlieferungskette vorhanden“, Ali el Kari sagt jedoch: „Der tiefe Sinn ist aber richtig“)

Der Mensch versteht die Gewissheit seiner absoluten Schwäche und Unvollkommenheit in dieser betrügerischen und vergänglichen Welt und dass das Jenseits nahe ist, nur mit dem Eintreten des Todes. Mit diesen Worten sollen wir bevor der Tod uns ereilt erwachen und unserem Leben eine dem Menschengeschlecht gerechte Lebensweise ordnen.
Bevor man stirbt zu sterben ist nur erwählten Menschen bestimmt. Unsere Aufgabe ist es, diesen Vorbildern entsprechend soweit es geht zu ähneln. Wer diese Aufforderung hört, weiß um die Vergänglichkeit dieser Welt und dem von Gott anvertrauten Gut seiner Existenz sowie seines Körpers. Sie ertränken weder Herz noch Seele darin. Mit diesem Zustand zu leben bedeutet zu sterben bevor man stirbt.

Mit dem Tod beginnt der Mensch mit der Abrechnung seines eigenen Lebens. Wenn dies aber so ist, so ist der Mensch der sich während seiner Lebenszeit schon selbst zur Rechenschaft zieht und sein Art des Lebens hinterfragt schon in dieser Welt gestorben. Mit dem diesseitigen weltlichen Ende, beginnt das jenseitige beständige Leben. So ist Derjenige der sich diesseitig auf das Jenseits vorbereitet schon in dieser Welt gestorben.
Mit dem Tod entrinnt dem Menschen neben dem Körper auch die Eigenschaften der Zunge und der Augen. Er ist dann nicht mehr mit den Fähigkeiten des Lesens und Erzählens bestückt. Wem dessen bewusst ist und sich die Dinge die einem im Jenseits von Nutzen sein werden hier hört und lernt, der ist gestorben bevor er stirbt.
Mit dem Tod des Geschöpfes endet auch seine Liebe und seine Angst. Dem Toten ist es gleich ob er seitens der Lebenden gelobt oder erniedrigt wird, so auch ist der Winter mit seiner kalten weißen Schneedecke unberührt von dem warmen, lebendigen und farbenfrohen Inhalt des Frühlings.

Wer also der Beliebtheit oder Unbeliebtheit seitens der Menschen in dieser Welt keinen Wert beimisst und sich mit seiner Existenz nicht liebt und über Nichtexistenz nicht traurig ist, ist diesseitig gestorben bevor er stirbt.
Und das Wichtigste; mit dem diesseitigen Ableben kehrt der Mensch zur Wahrheit und verneigt zu seinem Herrn zurück. Menschen die schon sterben bevor sie sterben, kehren schon diesseitig zur Wahrheit zurück und verbringen ein von Gott gewolltes und gebotenes Leben; zu Gottes Barmherzigkeit Zuflucht suchend, fürchten sie trotzdem diesseitig schon die Abgabe Ihrer Rechenschaft vor Gott.

Es sind diese glücklichen Menschen, die ebenfalls im Jenseits zur Wahrheit zurückkehren, aber diese Rückkehr zeigt sich im Erreichen des Wohlgefallen Gottes. Mit dem Tod findet der Teil der zur Verfügung gestellten Willenskraft sein Ende. So ist es also, dass die „Verstorbenen“ bevor sie sterben, ihre wollüstigen unerlaubten Begierden aufgeben und sich dem absoluten und alles umfassenden Willen Gottes beugen. Sie machen nichts um Ihrer eigenwilligen unerlaubten Gelüste zu Liebe sondern suchen die Befriedigung Ihrer Bedürfnisse im erlaubten Rahmen. So erfreuen Sie sich schon vor dem Tod das Jenseits zu erreichen.

Sterben bevor man stirbt, ist in dieser Welt wahrlich eine unermessliche Gnade und Glück. Der Mensch wie man Ihn kennt, fürchtet sich vor Donner und Blitz und flüchtet wenn Sie einschlagen. Sobald er jedoch mit dem Flugzeug die Wolkendecke durchbricht und die Sonne findet, befreit er sich von vorangegangenen Ängsten.

Wer dem Geheimnis zu sterben bevor man stirbt in diesem Leben folgt und seine Wiederauferstehung und seine Abrechnung diesseitig gottgefällig lebt, der ist schon hier zur Wahrheit zurückgekehrt. Sie kann das egoistische Denken nicht mehr erwürgen, denn der Tote kennt kein egoistisches Denken mehr. Die materielle Welt der Schöpfung kann den Toten nicht mehr locken, denn der diesseitige Handel (mit Besitz, Gut, Leben, Gesundheit, Familie, Natur, usw) ist hier beendet.

Leben und Tod ist hier also insbesondere symbolisch zu betrachten, es geht weniger um das biologische Leben sondern um das spirituelles Leben. Man lebt demnach da, wo das Herz sein Zentrum hat. Wer dies in das Jenseits verlegt, der legt auch sein Fokus nicht mehr auf die weltlichen Dinge. Damit ist wiederrum gemeint, dass er die weltlichen Dinge immer in Verknüpfung mit ihrer eigentlichen Bedeutung für das Jenseits betrachtet und bewertet. 

 

Selam & Dua 

Euer Fragenandenislam - Team

 

11 Sind die in Hadithen beschriebenen Unterhaltungen des Propheten mit seinen Frauen vor dem Vers der Verhüllung?

es besteht keinen Zweifel, dass dieser Dialog zwischen Ibn ʿAbbās und Āʾiša (Buhari, tefsir, 24/8) nach der Offenbarung der Sura al-Aḥzāb stattgefunden hat.

Jedoch ist nicht bekannt und es steht nirgendwo geschrieben, dass sie sich von Angesicht zu Angesicht unterhalten haben.

Die Möglichkeit, dass sich zwischen Āʾiša und Ibn ʿAbbās ein Vorhang oder eine Wand befand ist sehr hoch. Denn es ist in vielerlei Hinsicht obligatorisch zu glauben, dass sich die Gefährten des Propheten in keiner Weise entgegen dem Vers „Und wenn ihr sie um einen Gegenstand bittet, so bittet sie hinter einem Vorhang.“ (Sura al-Aḥzāb 53) verhalten würden. Die Indizien zum Thema suggerieren dies auch.

Das heißt, der Dialog zwischen Ibn ʿAbbās und Hz. Āʾiša hat hinter einen Vorhang stattgefunden.

12 Warum wurden Hadithe mit schwacher (ḍaʿīf) Überliefererkette weiterhin überliefert?

es hat vielerlei Gründe warum Gelehrte schwache Überlieferungen anführen.

Dazu zählen unter anderem folgende:

Die schwachen (ḍaʿīf) Überlieferungen wurden von den Gelehrten überliefert, damit ihr Grad der Authentizität kenntlich gemacht wird, sodass jeder der diese Überlieferung liest oder hört wissen soll, dass es sich dabei um eine Überlieferung mit schwacher Überliefererkette (sanad) handelt. Andernfalls könnte man davon ausgehen, dass es sich bei einer solchen Überlieferung die man mitbekommt um eine authentische handelt und man sie bei normativen Angelegenheiten als Quelle verwendet. Dies wird durch die Kennzeichnung „ḍaʿīf“ unterbunden.

Im Bereich Faḍāʾil aʿmāl (dt. „Vorzüge von Taten“) werden auch schwache Überlieferungen berücksichtigt. Dies findet prinzipiell Akzeptanz unter den Gelehrten. Außerdem möchte man derartige Überlieferungen mit vorzüglichen Taten niemandem vorenthalten.

Dass eine Überlieferung schwach ist bedeutet nicht, dass der Inhalt falsch ist. Die Überlieferung ist vielmehr schwach mit Blick auf die Überliefererkette, sodass die Zurückführung dieser Überlieferung auf den Propheten (s.a.s.) selbst nicht einwandfrei ist. Viele Gelehrte führen Überlieferungen trotz ihrer schwachen Überliefererkette auch dann an, wenn sie die weisen und belehrenden Inhalte dieser als nützlich und wahr erachten. So werden beispielsweise Überlieferungen wie “لولاك “, “كنت كنزا مخفيا" als inhaltlich richtige, jedoch mit Blick auf ihre Überliefererkette (sanad) schwache Überlieferungen erachtet.

In manchen Überliefererketten werden einzelne Überlieferer (rāwī) unterschiedlich bewertet. Während manche Gelehrte einen Überlieferer als ḍaʿīf (schwach, nicht glaubwürdig) einstufen und somit die Authentizität der Überlieferung in Frage stellen, stufen andere Gelehrte denselben Überlieferer anders ein und betrachten die Überlieferung als authentisch (ṣaḥīḥ). Um auf diese unterschiedlichen Bewertungen hinzuweisen macht es Sinn, auch als „ḍaʿīf“ gekennzeichnete Überlieferungen weiter zu tradieren.

Folgende Nachteile könnten auftreten, wenn man schwache Überlieferungen nicht weiter überliefern beziehungsweise bewahren würde:

Dies würde den Überlieferung gegenüber kritisch gesinnten Positionen dienlich sein und ein Argument für sie - gegen die Hadithliteratur - darstellen.

Bei den in verschiedenen Überliefererketten überlieferten Hadithen, die den selben Inhalt enthalten, kann eine Variante authentisch (ṣaḥīḥ) sein während eine andere Variante schwach (ḍaʿīf) ist. Eine solche Überlieferung aus der Hadithliteratur zu streichen mit dem Vorwand er sei schwach, wäre mit Blick auf den authentischen Inhalt (matn) der Überlieferung fatal.

In vielen schwach überlieferten Überlieferungen ist nützliches und lehrreiches Wissen zu finden, welches bei einem solchen Vorhaben gänzlich verloren gehen würde.

Außer den Werken früherer Gelehrter stehen uns keine anderen Quellen zur Beurteilung der Authentizität von Überlieferungen zur Verfügung. Studien zu den Überlieferern, den Überliefererketten und den Überlieferungen an sich wurden bereits viel früher vorgenommen.

Dazu zählen unter anderem die Sammlungen authentischer Überlieferungen wie etwa durch Buḫārī und Muslim. Ebenso gibt es zahlreiche Abhandlungen zu schwachen (ḍaʿīf) und gefälschten (mauḍūʿ) Hadithüberlieferungen. Es ist unmöglich aus heutiger Sicht eine Beurteilung auch nur eines einzigen Überlieferers (rāwī) vorzunehmen, ohne auf ältere Quellen zurückzugreifen. So sind in entsprechenden Werken der Hadithliteratur Studien zu finden, welche sich unter anderem mit den verschiedenen Authentizitätsstufen (ṣaḥīḥ, ḥasan, ḍaʿīf, mauḍūʿ) befassen und detailreiche Informationen beinhalten, wodurch von Grund auf neu konzipierte Recherchen (ohne Berücksichtigung vorhandener Quellen aus der Hadithliteratur) wenig Sinn machen würden.

Anstatt die schwachen Überlieferungen zu vernichten, sollte man sich eher einer peniblen und ordentlichen Studie widmen, bei der eine leicht zugängliche Sammlung von authentischen Überlieferungen in Form einer „Ṣaḥīḥ-Hadith-Enzyklopädie“ erstellt wird, sodass auch unerfahrene und unqualifizierte Menschen davon profitieren können. Ein solches Bemühen wäre wohl eher zielführend.

13 Ist diese Hadith richtig?

Liebe Leserin lieber Leser,

die entsprechende Überlieferung ist vorzufinden in: ad-Daylamī, 5/363, 8446; ʿUmdatu l- Qārī, 11/174.

Während bei ad-Daylamī diesbezüglich kein sanad (Überliefererkette) angegeben wird, ist in Umdatu l-Qārī ein sanad angegeben, in dem sich jedoch ein als sehr schwach (ḍaʿīf) eingestufter, ungewisser Überlieferer (rāwī) befindet (matrūku l-ḥadīṯ). (Vgl. Ibn al-Ǧauzī, al-Mauḍūʿāt, 2/141-142) Aus diesem Grund ist diese Überlieferung sehr schwach. Bei aṭ-Ṭabarānī wird die gleiche Überlieferung mit Saʿd ibn Abī Waqqāṣ (anstatt Anas ibn Mālik) als Überlieferer aufgeführt. Diese wird jedoch als schwach (ḍaʿīf) eingestuft, da in der Überliefererkette (sanad) unbekannte Überlieferer vorkommen. (Vgl. al-ʿIraqī, Taḫrīǧu aḥādīṯi l-Iḥyāʾ, 1/536; al-Maǧmāʿu z-Zawāʾid, 5/67) Auch die Überlieferung „Wer einen Happen Verbotenes speist, dessen Gebete werden 40 Nächte nicht angenommen und dessen Bittgebete werden 40 Tage nicht erhört …“ stufen die Hadith-Gelehrten als erlogen beziehungsweise gefälscht (mauḍūʿ) ein. (Vgl. aš-Šaukānī, al-Fawāʾid al-Maǧmuʿa, 1/146)

Selam & Dua

Euer Fragenandenislam - Team

 

14 Wer sind die Träger der "Hemden aus Feuer"

ihre Hände sind um ihrem Hals gebunden... Sie wurden angekettet... Das Feuer hat ihr Gesicht durchflutet... Ihre Lebensmittel sind stachelige Pflanzen vom Zakku Baum aus der Hölle-… ihre Getränke sind kochendes Wasser und Eiter... ihre Kleider sind aus Feuer... ihre Hemden sind aus Teer... ihre Peitsche ist aus Eisen... ihre Betten sind aus Feuer... Über ihren Köpfen wird kochendes Wasser gegossen und dadurch wird ihre Haut und ihre Bäuche zersetzt... Sie versuchen von dort zu entkommen und zu fliehen doch es gibt kein Ausweg!.. ihre einzige Hoffnung und Wunsch ist es zu sterben und nicht mehr zu existieren...

Um wen geht es ? 

Wenn sie sie aus der Ferne sieht, hören sie (bereits) von ihr Grollen und Fauchen. Und wenn sie da in einen engen Ort zusammengebunden geworfen werden, rufen sie dort nach Vernichtung. Ruft heute nicht nach (nur) einer einzigen Vernichtung, sondern ruft nach vielen Vernichtungen! Sag: Ist das besser oder der Garten der Ewigkeit, der den Gottesfürchtigen versprochen ist? Er ist für sie Lohn und Reiseziel. (25:12-15)

In diesem Text geht es darum von der Hölle zu sprechen. Angesprochen wird dabei auch unsere eigene Triebseele also unser Nafs. Es geht darum zu verstehen, woher die Auflehnung der Triebseele kommt und wie man dem gegen halten kann. Die Triebseele weigert sich gegenüber dem Gottesdienst und der Unterwerfung Gottes. Die Triebseele verlangt ständig und immerzu nach der Befriedigung der Gelüste. Diese Beschaffenheit führt die Triebseele geradewegs in das Höllenfeuer. Daher gelten folgende Textstellen als Warnung um eben diese Gefahr zu sehen und zu realisieren.  

Für diejenigen nun, die ungläubig sind, werden Gewänder aus Feuer zugeschnitten; über ihre Köpfe wird heißes Wasser gegossen. Dadurch wird zum Schmelzen gebracht, was sie in ihrem Bauch haben, und ebenso die Haut. Und für sie gibt es Keulen aus Eisen. Jedesmal, wenn sie vor Kummer aus ihm herauskommen wollen, werden sie dahin zurückgebracht, und (es wird zu ihnen gesagt): „Kostet die Strafe des Brennens! (22/19-22)

Über die im Vers erwähnte eiserne Peitsche sagt der ehrenwerte Prophet (s.a.s.) folgendes: Wenn eine Peitsche aus Eisen auf die Erde herabgesenkt wäre und die Menschen und Djinn zusammenkommen würden, um sie aufzuheben, würde es ihnen nicht gelingen. (Imam Ahmed Ibn Hanbel / Ibn Kesir)

In einer anderen Überlieferung sagt der ehrenwerte Prophet (s.a.s.) folgendes: Wenn eine Peitsche aus Eisen in ein Berg geschlagen wäre, würde dieser Berg zerbersten. Wenn ein Eimer mit Blut und Eiter aus der Hölle über die Erde herabgegossen würde, so würde dies die Völker mit schlechtem Geruch bedecken. (İmam Ahmed, Ebu Saîd el-Hudrî / İbn-i Kesir)

Ibn Abbas sagt folgendes über die Peitsche aus Eisen: Sie werden durch einen Hieb mit dieser Peitsche getroffen und dem der getroffen, dem entfallen alle Organe. In diesem Moment werden sie für ihre Vernichtung beten (İbn-i Kesir)

Das „Feuer“ aus dem Ausspruch „Hemden aus Feuer“ bezieht sich auf Kupfer. Die erwähnten Kleider sind also aus eingeschmolzenem Kupfer gefertigt.  Wenn sie entsprechend erhitzt werden, gibt es kein Metall welches noch heißer wird. (El-Camiu li-l Ahkâmi-l Kur’an)

 

Wahrlich sind die ausgesprochenen Strafen und Drohungen nicht leicht zu ertragen. Nun kann jeder in sich kehren und sich fragen, ob er oder sie bereit dazu ist, diese ewigen und fürchterlichen Strafen zu ertragen. Wir denken, dass kein Mensch dazu bereit geschweige denn in der Lage wäre. Außerdem muss man sich fragen, welches irdische Vergnügen denn so groß sein könnte, dass man bereitwillig solch große Qualen dafür eingeht. Das kurze und vergängliche Leben im Diesseits kann also niemals der Grund dafür sein, dass man bereitwillig in die Hölle wandert. Dies soll uns davor mahnen und uns stattdessen motivieren, uns kurzweilig in dem weltlichen Leben für das Wohlwollen Gottes zu bemühen. Denn diese kurzweiligen und geringen Bemühungen für das Wohlwollen Gottes werden durch Gottes Gnade im ewigen Paradies entlohnt. Hier wird dann auch die Ungeduldige Triebseele des Menschen endgültige Erfüllung genießen.

 

 

 

15 Gibt es einen Hadith, der besagt, dass Türken und Araber kämpfen werden und alle Türken sterben werden?

es gibt in der Tat Überlieferungen mit so einem Wortlaut

Die Apokalypse wird erst enden, wenn die Muslime die Türken töten. (Vgl. Müslim, e’s-Sahih, Kitabu’l-Fiten/62-65, hadis no: 2912; Ebu Davud, Sünen, Kitabu’l-Melahim/9 Babun fi Kıtali’t Türk, hadis no: 4303; Nesei, Sünen, Kitabu’l-Cihad/ Babu Gazveti’t-Türk)

Wenn die Muslime die Türken nicht töten, wird die Apokalypse nicht enden. Ihre Gesichter sind wie Schilde, mit überlappender (dicker) Haut.... tragen sie Haare. (Vgl. Müslim, e"s-Sahih, Kitabu"l-Fiten/62-65, hadis no:2912; Ebu Davud, Sünen, Kitabu"l-Melahim/9 Babun fi Kıtali"t Türk, hadis no: 4303; Nesei, Sünen, Kitabu"l-Cihad/ Babu Gazveti"t-Türk...) 

Die Türken, das Volk mit den kleinen (schiefen) Augen, werden gegen euch (die Muslime) kämpfen. Ihr werdet sie dreimal vor euch her treiben. Schließlich werdet ihr auf der arabischen Halbinsel auf sie treffen. Beim ersten Mal werden diejenigen, die vor ihnen fliehen, gerettet werden. Beim zweiten Mal werden einige entkommen und einige vernichtet werden. Und beim dritten Mal werden sie alle vernichtet werden. (Ebu Davud, sünen, hadis no: 4305.)

Bei solchen Fragestellungen, die sich auf Primärquellen beziehen, muss immer auch der Kontext der Entstehungsgeschichte reflektiert werden. Es ist also immer zu fragen, wie die jeweilige Textstelle im historischen Kontext zu sehen ist und welche Bedeutung sich daraus für die heutige Zeit ergibt.  

Diese Erzählungen beziehen sich auf die Türken, die noch nicht Muslime geworden sind. Die Tatsache, dass einige Überlieferungen die Aussage enthalten: „Die Apokalypse wird erst ausbrechen, wenn die Muslime gegen die Türken kämpfen“ (Ebu Davud, Melahim,9/h.no:4303), ist ein unbestreitbarer Beweis für diese Tatsache.

Obwohl wir nicht ins Detail gehen können, sollten wir darauf hinweisen, dass die letzte Hadith-Erzählung in der Frage, die den Eindruck erweckt, dass sie unter Muslimen stattfinden wird, nicht authentisch ist. Nämlich

a) Die Erklärung des Ausdrucks „ein kleinäugiger Stamm“ in dem Hadith, „d.h. Türken“, ist kein Hadith, sondern die Erklärung der Überlieferer. Allerdings haben auch andere Stämme als die Türken zentralasiatischer Herkunft kleine Augen. Dieser Hadith könnte sich auch auf einen von ihnen beziehen.

b) Diese Hadith-Erzählung wird bei Ibn Hanbal anders behandelt. Nach der dortigen Erzählung werden die Muslime in der Schlacht vernichtet werden. Anstelle von „Ihr werdet sie dreimal vor euch her treiben...“ heißt es „Sie werden euch dreimal vor euch her treiben...“. (siehe Avnu-l-Mabud, 11/278)

Mit anderen Worten, es wird gesagt, dass die Türken die Muslime auf die arabische Halbinsel treiben werden, und bei der ersten Expedition werden diejenigen, die entkommen sind, gerettet, bei der zweiten Expedition werden einige von ihnen gerettet und einige vernichtet, und bei der dritten Expedition werden alle mit dem Schwert erschlagen. Mit anderen Worten, es ist das Gegenteil von Abu Dawuds Erzählung. Die Überlieferung von Ahmad b. Hanbal lautet wie folgt:

„Abdulah b. Buraydah erzählte, dass sein Vater sagte: Ich saß mit dem Gesandten Allahs (Friede sei mit ihm) zusammen, als ich ihn sagen hörte:

„Wahrlich, ein Volk mit großen Gesichtern und kleinen Augen, als ob ihre Gesichter Schilde aus Leder wären, wird dreimal bestehen, bis sie meine Umma auf die arabische Halbinsel bringen; in der ersten Zeit werden diejenigen, die vor ihnen fliehen, gerettet werden, in der zweiten Zeit werden einige von ihnen umkommen und einige gerettet werden, und in der dritten Zeit werden alle übrigen von ihnen dem Schwert zum Opfer fallen.“

Sie fragten den Gesandten Allahs: „Wer sind sie, o Gesandter Allahs?

Er sagte: „Es sind Türken, und ich schwöre bei Allah, in dessen Hand meine Seele ist, dass sie ihre Pferde an die Pfähle der Moscheen der Muslime binden werden.“

Der Erzähler sagt: „Danach behielt Buraydah immer zwei oder drei Kamele, Proviant für die Reise und Wasser.

Wie man sieht, stehen sich die Überlieferung von Abu Dawud und die von Ahmad ibn Hanbal diametral gegenüber. Ihre Zusammenstellung und Interpretation ist nicht möglich. Einer der beiden Hadithe muss dem anderen vorgezogen werden. Wenn man die Ereignisse vor und nach den Hadithen betrachtet, überwiegt die Vorstellung, dass Ahmad b. Hanbals Überlieferung genauer ist. Der Grund dafür ist:

Erstens wird das vertriebene Volk auf die arabische Halbinsel gejagt werden. Und die arabische Halbinsel ist die Heimat der Muslime, nicht der nicht-muslimischen Tataren. Die im Krieg Besiegten fliehen in ihre eigene Heimat, nicht in die Heimat des Feindes. Folglich treibt der siegreiche Staat den verfolgten Feind in sein Heimatland.

Zweitens rechnete Buraydah (r.a.), nachdem er den Hadith vom Gesandten Allahs gehört hatte, jederzeit mit einem Angriff der Türken und hielt seine Kamele und Vorräte bereit, um fliehen zu können. Außerdem verrät die Formulierung „oder wie er sagte“ am Ende von Abu Dawuds Überlieferung die Skepsis des Erzählers. Darüber hinaus bestätigen die Ereignisse auch die Erzählung von Ahmad ibn Hanbal.

Es ist klar, dass die Überlieferer der Überlieferung von Abu Dawud getäuscht und falsch zitiert wurden.

Der Autor von 'Awn al-Ma'bud sagt, nachdem er die oben genannten Punkte erklärt hat, dass al-Qurtubi beide Überlieferungen in seine Abhandlung aufgenommen hat und er den Grund dafür nicht verstehen konnte. (vgl. Avnu’l-Mabud, 11/278 vd.)

Wir sehen also, es geht hier nicht um die Türken im Allgemeinen und das gilt für alle Zeiten, sondern im Besonderen um die damaligen Türken, die Feinde des Islam waren. Mit den heutigen Türken, die mehrheitlich Muslime sind, hat das also nichts zu tun. Die Feindschaft gilt allenfalls denjenigen, die sich aktiv für die Vernichtung des Islam einsetzen.

16 Ist die Hadith (Überlieferung) echt, dass man 30 Wünsche erfüllt bekommt wenn man 100 Salavat/Salawat spricht?

eine Überlieferung zu diesem Thema lautet wie folgt:

"Wer auch immer mein Salawat 100 Mal rezitiert, wenn er das Morgen-Gebet verrichtet, dem wird Allah hundert seiner Bedürfnisse erfüllen, dreißig davon im Voraus und siebzig davon mit Verspätung. Für den, der das tut, gibt es am Abend eine ähnlich gute Nachricht."

Die Gefährten, die dort waren, fragten: "O Gesandter Allahs, wie sollen wir dir das Salawat bringen?

Da sagte der Prophet (s.a.s.): "Allah und seine Engel grüßen den Propheten. O ihr, die ihr glaubt! Grüßt ihn und grüßt ihn mit voller Unterwerfung." Er rezitierte den Vers (33/56) und sagte zu den Gefährten: spricht "Allahumma salli ala Muhamed" und vervollständigt es bis zu hundertmal. (Vgl. Sehavi, el-Kavlü’l-bedi, s. 179)

Es wurde allerdings festgehalten, dass diese Überlieferung als „schwach“ eingestuft wurde (Vgl. Sehavi, a.y.)

Eine ähnliche Überlieferung sieht so aus:

"Wer 100-mal am Tag das Gebet/Salawat zu mir spricht, dem erfüllt Allah 100 seiner Bedürfnisse. Er nimmt 70 von ihnen für das Jenseits und 30 von ihnen für die Welt an." (İbn Kayyım el-Cevziyye, Cilaü’l-efham, s. 509)

Es wurde jedoch erklärt, dass Abu Bakr al-Huzali, der in der Überlieferkette steht, nicht vertrauenswürdig ist, da er für seine Lügen bekannt ist. (Vgl. İbn Hacer, Tehzibu’t-tehzib, 12/46; Mizzi, Tehzibü’l-kemal, 33/159-161)

Insgesamt sehen wir also, dass diese Überlieferung eher nicht als Handlungsbasis ernst genommen werden sollte. Darüber hinaus muss immer klar sein, dass der Sinn und Zweck all unserer gottesdienstlichen Handlungen immer und nur das Gefallen Allah’s ist. Besondere Gnadengaben wie in dieser Überlieferung erwähnt können als Güte und Großzügigkeit Allah’s gesehen werden und motivieren uns vielleicht noch etwas mehr. Sie sind aber eben nicht das Ziel.   

17 Stimmt es dass Schlechter Adhan und Rezitation des Korans Grausamkeiten sind?

wir konnten keine Hadith-Quelle finden, die besagt: "Schlechter Adhan und Rezitation des Korans sind Grausamkeiten."

Einige der im Internet kursierenden Sprüche, die diese Bedeutung haben, sind keine Hadithe, sondern die Worte anderer Leute.

Generell stellt sich die Frage, was „schlecht“ in diesem Zusammenhang eigentlich bedeutet. Grundsätzlich muss es möglich sein, etwas nach bestimmten Kriterien und in Relation zu bewerten. Man muss also wissen, was „gut“ ist, um bestimmen zu können, was davon abweichend als „schlecht“ angesehen werden kann. Dies zeigt uns schließlich, dass der Adhan und die Rezitation des Korans grundsätzlich nur in einem Kontext bewertet werden können, und das ist der Gottesdienst in der Gemeinde. Denn zu Hause hat man keine Gemeindepflicht und kann letztlich nur so gut rezitieren, wie man kann. Es gibt keine Möglichkeit zum Vergleich und zum ersetzen. In der Gemeinde aber hat man die Pflicht, den Gottesdienst so gut wie möglich zu gestalten. Hier spielt es also durchaus eine Rolle, wie gut man vortragen kann bzw. wer in der Gemeinde am besten vortragen kann. Generell kann man also sagen, dass die fähigsten Personen im Gottesdienst in der Gemeinde vortragen sollten.

Seit der Zeit des Propheten (Friede sei mit ihm) wurden die Muezzine unter Leuten ausgewählt, die eine schöne und laute Stimme hatten, die den Heiligen Koran gut rezitieren konnten und die sich mit Musik auskannten. Es wird berichtet, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) etwa zwanzig Personen den Gebetsruf lesen und hören ließ, und dass er die Stimme von Abu Mahzure unter ihnen mochte und ihn die Worte des Gebetsrufs lehrte.  (Vgl.  Darimi, Salat, 7)

In den Hadithen wird auch empfohlen, den Koran mit einer schönen Stimme zu rezitieren. Der Prophet (Friede sei mit ihm) schätzte diejenigen, die den Koran mit einer schönen Stimme rezitierten, und ernannte Bilâl-i Habeshi zum Muezzin, besonders wegen seiner schönen Stimme. Der Prophet (Friede sei mit ihm) sagte: "Schmückt und verschönert den Koran mit euren Stimmen." (Vgl. Buhari, Tevhid, 53)

der Gesandte Allahs (Friede sei mit ihm) wies mit verschiedenen Worten und Praktiken auf die Bedeutung des Muezzinismus hin und forderte die Muezzine auf, ihre Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen, die Menschen nicht zu stören und ihre Stimme nicht unnötig zu erheben. (Vgl. Tecrid Tercemesi, 2/567)

Insgesamt kann man also sagen, dass niemand davon abgehalten werden kann oder traurig darüber sein muss und ganz sicher keine Gräueltat begeht, wenn man nicht gut in der Rezitation ist. In der Gemeinde sollten aber diejenigen das Gebet leiten, die innerhalb der Gemeinde am besten oder zumindest gut genug rezitieren können.

18 Welche Fragen werden uns nach dem Tod gestellt und was haben wir zu erwarten?

nach dem Tod werden wir gemäß unseres Lebens befragt, darauf gibt es entsprechende Hinweise. Aber es ist nicht so, dass hier einfach eine strikte Liste durchgegangen wird und wir diese auswenid lernen müssen, als ob wir in der Schule ein Diktat schreiben würden. Die Realität nach dem Tod sieht etwas anders aus. Durch die entsprechenden Quellen, können wir uns allerdings vorstellen, wie sie aussehen wird.

Nach der Ahl al-Sunnah fragen Munkar und Nekir den Verstorbenen nach seinem Herrn, seiner Religion und seinem Propheten. Ein Gläubiger kann diese Fragen beantworten, ein Ungläubiger jedoch nicht. Es gibt viele Hadithe zu diesem Thema. Die beiden Engel kommen zum Grab des Verstorbenen, Allah lässt den Verstorbenen auferstehen, und die Engel stellen ihre Fragen (Pezdevî, "Ehl-i Sünnet Akâidi" Çev., Şerafettin Gölcük, İstanbul 1980, 237).

Es wurde von Abu Hurairah überliefert, dass der Prophet (s.a.s.) sagte:

„Wenn der Tote begraben wird, kommen zwei Engel mit tiefschwarzen Augen zu ihm. Der eine von ihnen heißt Munkar und der andere Nekir. „Was sagst du über diesen Mann (Rasûlullah)?“, fragten sie. Er sagte: „Er ist der Diener und Gesandte Allahs; „Er ist der Diener und Gesandte Allahs. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad (s.a.s.) Sein Diener und Gesandter ist.“ Die Engel sagten; „Wir wussten bereits, dass du das gesagt hast“, sagten die Engel. Dann wird sein Grab um den Faktor 70 mal 70 vergrößert und beleuchtet. Dann wird ihm gesagt: „Leg dich hin!“ „Soll ich zu meiner Familie zurückgehen und es ihnen sagen?“, fragt er. Sie sagten; „Schlaft bequem wie der Bräutigam. Derjenige, der der Bräutigam ist, wird von demjenigen geweckt werden, den er am meisten liebt, aus seiner Familie.“ So schläft er, bis Allah, der Allmächtige, ihn auferweckt.

Wenn er ein Heuchler ist, sagt er: „Ich hätte gehört, was die Leute sagen, und hätte dasselbe gesagt, ich weiß es nicht.“ Und die Engel sagen: „Wir wussten schon, dass du das gesagt hast“. Dann wird der Erde gesagt: „Drückt ihn“. Die Erde wird ihn zusammendrücken, und seine Rippen werden zusammengepresst werden. Er wird gequält werden, bis Allah ihn von diesem Ort auferstehen lässt.“ (Tirmizi, Cenâiz, 70)

In fast allen Aqa'id-Büchern werden Münker und Nekir und die Fragen, die sie den Toten im Grab stellen, erwähnt. Im heiligen Koran werden diese beiden Engel nicht erwähnt, und es gibt auch keine ausdrückliche Aussage, dass die Toten im Grab befragt werden. Es wird jedoch von den Gelehrten der Ahl as-Sunnah akzeptiert, dass einige Verse darauf hinweisen und einige von ihnen sich vollständig auf die Befragung im Grab beziehen. In Omar Nesefis „Aqa'id“ heißt es: „Die Befragung von Munker und Nekir ist durch das Buch und die Sunna festgelegt“.

 „Allah gibt denen, die glauben, Festigkeit auf ein festes Versprechen, unveränderlich im Diesseits und im Jenseits. Und Er führt die Frevler in die Irre. Allah tut, was Er will.“ (14/27)

Es wurde gesagt, dass die Bedeutung des Lebens im Jenseits in diesem Vers das Grab ist, und die Bedeutung des „festen Wortes“ ist das „Wort der Schahada“. Ibn Majah sagte in seinem Sunan:

„Allah macht diejenigen, die glauben, mit einem festen Wort standhaft.“ Der Vers wurde über die Qualen des Grabes überliefert. Der Tote wird im Grab gefragt: „Wer ist dein Herr?“ Er antwortet: „Mein Herr ist Allah, und mein Prophet Muhammad (s.a.s.) ist mein Herr“. Diese Antwort des verstorbenen Gläubigen ist der Ausdruck des Verses: „Allah macht diejenigen, die glauben, standhaft und sicher in ihrem Wort im diesseitigen Leben und im Jenseits.“ (İbn Mace, Zühd, 32; Ayrıca bk. Buhari, Tefsîr, Sûre, 14)

Dieser Hadith wurde in allen 6  einschlägigen Hadith-Werken (Kutub as-Sitta) überliefert. In einigen Erzählungen werden die Fragen, die den Toten im Grab gestellt werden, auf drei erhöht: „Wer ist dein Herr, was ist deine Religion, wer ist dein Prophet?“

Sie sollen morgens und abends dem Feuer übergeben werden. Am Tag der Auferstehung wird es heißen: “Legt den Männern des Pharao die schwersten der Qualen auf“. (40/46)

Dieser Vers steht auch im Zusammenhang mit der Frage nach dem Grab und den Qualen des Grabes. (İbn Kesîr, "Tefsîrü'l-Kur'âni'l-Azîm", 40/46. âyetin tefsîri)

Es gibt viele Hadithe über die Fragen von Munkar und Nekir im Grab. Obwohl diese Hadithe vom Wortlaut her nicht die Ebene der tawātur (also sehr sichere/authentisch) erreicht haben, hebt die Fülle der Hadithe zu diesem Thema sie auf die Ebene der spirituellen tawātur. Sie sollten also ernst genommen werden. (Haşiyetü'l-Kesteli alâ Şerhi'l-Akâid, İstanbul 1973, 133, 134)

In einigen dieser Hadithe wird erwähnt, dass die Toten befragt werden, aber es wird kein Engel erwähnt:

„Der Tote wird ins Grab gelegt. Der Gerechte sitzt in seinem Grab ohne Sorge und Furcht. Dann wird er gefragt: „Welcher Religion gehörtest du an?“ Er wird antworten: „Ich gehörte der Religion des Islam an.“ Dann wird man ihn fragen: „Wer ist dieser Mann (Rasûlulullah)?“ Er antwortet: „Muhammad (s.a.s.) ist der Gesandte Allahs. Er hat uns klare Offenbarungen von Allah gebracht, und wir haben ihn bestätigt.“ Dann wird der Verstorbene gefragt: „Hast du Allah gesehen?“ Er antwortete: „Niemand ist würdig, Allah zu sehen.“ Nach diesen Fragen und Antworten wird für ihn ein Fenster auf der Feuerseite geöffnet. Der Tote blickt darauf und sieht, wie die Flammen des Feuers versuchen, sich gegenseitig zu zerschlagen und zu besiegen. Dann wird ihm gesagt: „Schau auf das Feuer, vor dem Allah dich schützt.“ Dann wird für ihn ein Fenster auf der Seite des Paradieses geöffnet. Diesmal blickt er auf die Verzierungen und Segnungen des Paradieses. Dann wird man ihm sagen: „Das ist dein Platz“, und: „Du warst aufrichtig gläubig, du bist in diesem festen Glauben gestorben, und inscha'Allah wirst du in diesem Glauben wieder auferstehen.“ (İbn Mace, Zühd, 32)

Wie man sieht, wird im obigen Hadith kein Engel erwähnt, sondern nur die Befragung des Grabes. In einem anderen Hadith heißt es, dass es einen Engel gibt, der die Toten befragen wird, aber sein Name wird nicht genannt: 

Diese Ummah wird in ihren Gräbern geprüft werden. Wenn ein Mensch begraben wird und seine Freunde ihn verlassen, wird ein Engel mit einer Keule in der Hand kommen und sich zu ihm setzen und ihn fragen: „Was sagst du über diesen Mann (Rasûlullah)?“  Wenn die Person gläubig ist, wird sie antworten: „Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad (s.a.s.) der Diener und Gesandte Allahs ist“. Der Engel sagt zu ihm: „Du hast die richtige/wahre Antwort gegeben.“ (Ahmed İbn Hanbel, Müsned, III/3, 40)

Im vorangegangenen Hadith von Abu Hurairah werden zwei Verhör-Engel erwähnt, und es wird gesagt, dass einer von ihnen Munkar und der andere Nekir genannt wird. Nach Ansicht der Ahl al-Sunnah ist die Befragung der Toten im Grab durch Munkar und Nekir wahr.  Das Zusammendrücken und die Qualen des Grabes sind wahr. Dies gilt für alle Ungläubigen und einige rebellische Gläubige. (İmam Azam, "Fıkh-ı Ekber", trc. H. Basrî Çantay, Ankara 1985, s. 14)

19 Stimmt es dass man den höchsten Palast im Paradies bekommt wenn man gutes Benehmen hat?

das ist die besagte Überlieferung:

"Ich verbürge mich dafür, dass derjenige, der nicht streitet und zankt, auch wenn er im Recht ist, ein Haus am Rande des Paradieses erhalten wird. Ich verbürge mich dafür, dass derjenige, der nicht lügt, auch nicht im Scherz, ein Haus in der Mitte des Paradieses erhält, und ich verbürge mich dafür, dass derjenige, der gutmütig ist, ein Haus im höchsten Teil des Paradieses erhält." (Ebu Davud, Edeb 7)

Der Prophet (Friede sei mit ihm) spricht zunächst zwei schlechte Angewohnheiten an und bittet darum, sie aufzugeben, und erwähnt die Belohnungen, die denjenigen zuteil werden, die diese Angewohnheiten aufgeben, und erklärt dann, dass derjenige, der von allen schlechten Angewohnheiten gereinigt ist, den höchsten Grad erreicht.

1. es ist eine gute Angewohnheit, nicht zu streiten, auch wenn es gerechtfertigt ist

Es ist eine hässliche Angewohnheit, eine Ungerechtigkeit, kurz gesagt, Grausamkeit, zu argumentieren, um sich selbst Recht und andere Unrecht zu geben, und zu versuchen, die andere Person zu demütigen.

Es ist auch nicht richtig, zu versuchen, den anderen zwanghaft von der eigenen Meinung zu überzeugen. Denn wenn die andere Partei sich weigert, ihr Wissen oder die Meinung aufzugeben, kann es zu unangenehmen Ereignissen kommen. Es kann mehr Schaden als Nutzen entstehen.

2. es ist eine gute Angewohnheit, nicht zu lügen, auch wenn es ein Scherz ist

Eine der schlechten Angewohnheiten ist die Lüge. Jemanden, der an uns glaubt und uns vertraut, durch eine Lüge zu täuschen, bedeutet, ihn zu verraten.

Selbst eine Lüge im Scherz zu erzählen ist hässlich. Unser Prophet (Friede sei mit ihm) sagte, um die bösen Taten derjenigen aufzuzeigen, die Lügen zur Belustigung der Menschen erzählen:

"Wehe dem, der eine Lüge erzählt, um die Leute zum Lachen zu bringen; wehe ihm; wehe ihm" (Abu Dawud, Edeb 80; Tirmidhi, Zuhd 10)

3. gutes Verhalten ist gute Moral und Anstand

Gute Sitten, die wir als gute Umgangsformen bezeichnen, sind die wertvollste Tugend des Menschen. Allah sagt:

"Ihr habt die schönsten Sitten" (68/4)

Die Muslime nähern sich Allah und Seinem Gesandten in dem Maße, in dem sich ihr Verhalten verbessert, und so gewinnen sie ein Anrecht auf ihre Liebe.

Ein schlecht gesitteter Mensch bemitleidet sich selbst vor anderen. Denn dieser Zustand ist eine Krankheit, die nicht so leicht heilen wird, vielleicht ist es eine Krankheit, die ihn ein Leben lang nicht verlassen wird.

Es wird erzählt, dass Abdullah Ibn Mubarak sich während einer Reise mit einem schlecht gesitteten Mann angefreundet hatte. Er versuchte, mit dem Mann mitzugehen, zu tun, was er sagte, um ihn nicht zu verletzen. Als die Reise zu Ende war und er seinen schlecht gelaunten Freund verließ, begann Ibn Mubarak zu weinen, als ob er einen sehr lieben Freund verlassen würde. Zu denen, die sich über seinen Zustand wunderten, sagte er Folgendes:

Ich weine, weil ich diesen Mann bemitleide, denn die Reise ist vorbei und ich habe ihn verlassen, aber seine schlechten Gewohnheiten sind immer noch da.

Ein gesunder Mensch sollte sich bemühen, sich selbst zu kennen, seine schlechten Gewohnheiten zu finden und zu versuchen, sie loszuwerden.

Demnach:

- Man sollte sich von nutzlosen Argumenten fernhalten, auch wenn man Recht hat.

- Man soll nicht lügen, auch nicht im Scherz.

- Die Menschen, die Allah, der Erhabene, am meisten liebt, sind diejenigen, die sich im Sinne der religiösen Ethik vorbildhaft haben.

Diejenigen, die diese Eigenschaften besitzen, erhalten als Belohnung Paläste in verschiedenen Teilen des Paradieses. (Riyazü's Salihin - İmam Nevevi Tercüme ve Şerh)

 

20 Tritt man aus dem Islam aus wenn man sagt dass die Hadith/Überlieferungen teilweise oder komplett erfunden sind?

eingangs muss man erwähnen, dass die Beschäftigung mit den Überlieferungen (Hadith) eine Wissenschaft für sich ist und durchaus komplex werden kann. Damit die Antwort auf die Frage aber leicht zu lesen und zu verstehen ist, werden wir diesen Aspekt der Fragestellung eher oberflächlich halten.

Wichtig ist zu verstehen, dass die Sunna also die Prophetentradition mit dem Koran die wichtigste Quelle für die Erklärung und Argumentation von Geboten und Verboten im Islam bildet. Die Überlieferungen über die Taten und Aussagen des Propheten (s.a.s.) sind wiederum unser wesentlicher Zugang zur Prophetentradition. Die Überlieferungen und die Beschäftigung damit sind also in jedem Fall und unabhängig von der jeweiligen Ansicht eines Experten, eine wichtige Angelegenheit, wenn man über den Islam reden will.

Wenn man sich etwas intensiver mit der Wissenschaft der Überlieferungen auseinandersetzt, stößt man auf gewisse Fachbegriffe wie etwa „sahih“, (gesund, stabil) „dhayf“ (schwach) oder aber auch „musnad“ (lückenlos) so wie „mutawatir“ (vielfach überliefert).

Diese Begriffe beschreiben sozusagen Kategorien von Überlieferungen. Wichtig ist also zu verstehen, dass aus wissenschaftlicher Sicht nicht alle Überlieferungen gleichbehandelt werden. Gelehrte haben sich im Laufe der Zeit mit der Frage beschäftigt, wie man die Überlieferungen sichern kann, ihre Echtheit überprüfbar macht und wie belastbar sie sind. Daraus haben sich verschiedene Logiken entwickelt.

Einige dieser Klassifizierungen bzw. die entsprechenden Fachbegriffe stechen als besonders relevant heraus, denn sie kennzeichnen Überlieferungen, die als belastbar und bindend verstanden werden. Dazu gelten insbesondere;

  • Überlieferungen, die als „sahih“ eingestuft werden also im Kontext als echt und authentisch eingestuft werden. Bei dieser Logik geht es darum, wie authentisch eine Überlieferung ist.
  • Überlieferungen, die als „mutawatir“ eingestuft werden, also von einer Mehrzahl an Überlieferern tradiert wurde, wo es ausgeschlossen ist, dass alle sich geirrt hätten und die Überlieferung dennoch angreifbar wäre. Bei dieser Logik geht es darum, von wievielen Überlieferern man weiß.
  • Überlieferungen, die als „musnad“ eingestuft werden, wo es also eine zeitlich lückenlose Kette an Überlieferern gibt und daher eine Verfälschung ausgeschlossen wird. Bei dieser Logik geht es darum, ob durch eine vollständige Kette, eine Verfälschung ausgeschlossen werden kann.

Die Gelehrten haben diese Klassifizierungen mitunter erarbeitet, um somit zu klären, welche Überlieferungen zwingend akzeptiert werden müssen und damit einen, wie beim Koran, bindenden Charakter für die Religionsausübung haben. Diese Überlieferungen sind quasi unbestreitbar und können nicht ignoriert werden.

Dass ein Muslim besonders authentische und bindende Überlieferungen und damit eigentlich im Wesentlichen die Sunna ablehnt, ist undenkbar. (Vgl. İbn Hacer, Nüzhetü’n-Nazar, Sefir Matbaası, Riyad 1422, s. 197; Mahmut Tahhan, Teysir, Mektebetül-Maarif, Riyad 1425, s. 24-25)

Es ist also durchaus denkbar zu sagen, dass ein Muslim, der gerade die unbestreitbaren und bindenden Überlieferungen einfach ablehnt oder revidiert, zumindest mit einem Bein den Kreis des Islams verlässt. Denn er bestreitet mit diesem Schritt die Sunna an sich, welche als absolut wesentlich für den Islam gesehen wird.

Es werden aber längst nicht alle Überlieferungen, als bindend eingestuft. Es gibt Überlieferungen, die z.B. keine lückenlose Kette an Überlieferern haben oder aber die nur von ein bis zwei Überlieferern – also nicht von einer Mehrzahl – tradiert wurden. Das heißt aber längst nicht, dass diese Überlieferungen „falsch“ sind. Sie sind nur nicht absolut belastbar und als bindend zu verstehen. Diese Überlieferungen einfach und ohne Skrupel als „falsch“ und „unwichtig“ zu deklarieren, kann ebenfalls zu einem Fehltritt im Glauben führen, weil man so Gefahr läuft, eine nennenswerte Quelle der Sunna abgesprochen zu haben.

Es gibt natürlich einen großen Unterschied zwischen dem Ablehnen einer Überlieferung und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung damit. Gerade durch die wissenschaftliche Auseinandersetzung und durch die unnachgiebige Forschung vieler bedeutsamer Gelehrte durch die Zeit, haben wir ein so klares Bild über das Verständnis von Überlieferungen bekommen. Man kann also selbstverständlich einzelne Überlieferungen zum Gegenstand von Forschung machen, sie diskutieren, über ihre Aussage reflektieren etc. Dafür braucht es aber ein gewisses Maß an wissenschaftlicher Kenntnis und sicher auch die Reinheit in der Absicht, nämlich dass es darum geht, zu einer wissenschaftlichen Erkenntnis zu gelangen und somit die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen.  

Wer also nicht über die nötigen Kompetenzen dazu verfügt und auch sonst keinerlei Belege für die Ablehnung einer Überlieferung anführen kann, sollte sich vor solchen Schritten und Aussagen hüten. Er kann seinen eigenen Glauben und den Glauben anderer Menschen damit schwächen. Außerdem sollte man stets sein Herz überprüfen und sich fragen, warum man eigentlich denkt, die Überlieferungen könnte man ablehnen. Vielleicht ist es so, dass man so denkt weil das eigene Ego (nafs) unbewusst einen dazu lenkt und versucht Regeln und Wahrheiten im Islam abzubauen, damit die egoistischen Neigungen besser befriedigt werden können.  

Zusammengefasst: Wenn jemand sagen würde, dass die Überlieferungen und die Sunna eine komplette oder weitreichende Erfindung ist, müsste man sich sehr ernste Sorgen um den Glauben dieses Menschen machen.

21 Stimmt es dass schlechte Frauen das Schlimmste ist was es geben kann? Ist das eine Hadith?

wir konnten keine Hadith finden, die besagt "Die schlimmsten Geschöpfe der Welt sind schlechte Frauen".

Das Werk "Müstedrekü'l-Vasâil", das in der Frage als Quelle angegeben wird, ist kein Hadithbuch. Es ist auch die Quelle für viele falsche Geschichten. Als Quelle für religiöses Wissen ist es daher nicht ernst zu nehmen.

Es gibt keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen im Dienen Allahs, in der Anbetung, im Gebet, im Verbrechen und in der Bestrafung, in der Dienerschaft, in der Ehre und im Respekt, kurz gesagt, im Menschsein. Mann und Frau sind in all diesen Belangen gleichgestellt.

Leider gibt es immer wieder Ideologen, die ein spezifisches Weltbild durch das Gewand von vermeintlich religiöses Wissen etablieren wollen und sich zugleich Deutungsmacht und Glaubwürdigkeit verleihen wollen. Nicht selten sind aber sowohl die Quellen solcher Personen als auch die Bildung der Person selbst so lückenhaft, dass man hier nicht über eine religiöse Autorität oder relevante Stimme sprechen kann. 

Daher ist es wichtig, dass man mit der Zeit ein Gespür dafür entwickelt, was mehr oder weniger gesichertes religiöses Wissen ist und was Meinungsbildung unter dem Deckmantel von Religion ist.

22 Gibt es diese Hadith?

in den Quellen, die wir durchsuchen konnten, konnten wir keinen Hadith im Sinne von „Wer der Welt nachläuft, dem wird die Welt davonlaufen; wer der Welt davonläuft, dem wird die Welt nachlaufen“ finden.

Die beiden Worte von Yusuf Has Hajib, die dies bedeuten könnten, lauten jedoch wie folgt:

„O Tapferer, diese Welt ist wie ein Schatten, wenn du sie verfolgst, rennt sie weg, wenn du rennst, bleibt sie an dir kleben.“

„Wenn du aufpasst, ist die Welt wie ein Schatten, wenn du sie verfolgst, rennt sie weg, wenn du rennst, verfolgt sie dich.“ (Yusuf Has Hacib, Kutadgu Bilig, beyit no: 1409, 3536)

Im Wesentlichen hat die Welt drei Gesichter:

1. sie ist ein Brief Allahs, ein Buch des Universums.

2) Sie ist ein Feld, auf dem die Produkte des Jenseits wachsen.

(3) Sie ist ein Hindernis für das Jenseits, ein Vergnügen für die Unachtsamen, die sich um die Begierden des Nafs kümmern.

So steht die Welt mit ihren ersten beiden Seiten notwendigerweise in enger Beziehung zum Jenseits. Der Versuch, das Jenseits zu erlangen, indem man die Welt verlässt, ohne an diese beiden Aspekte zu denken, ist von vornherein falsch.

Das Jenseits wegen des dritten Aspekts der Weltliebe zu vergessen, ist auch auf andere Weise falsch.

Die Idealvorstellung sieht so aus; Der Gläubige führt ein normales Leben, profitiert von allerlei erlaubten Gütern, hat seinen Platz als produktives Mitglied in der Gesellschaft, ist unter den Menschen als wahrhaftiger und edler Mensch bekannt, aber nie verliert er sein Herz an diese Dinge. Er wird arbeiten, ohne seinen Dienst in der Religion zu vernachlässigen, er wird in der Wissenschaft, in der Kunst, im Handel, in der Landwirtschaft, kurz, auf jedem Gebiet vorankommen, aber er wird sein Herz nicht an sie verlieren.

Er wird Geld, Reichtum, Stellung, Ruhm, Geschicklichkeit, Wissen, Kunst nicht zu einem Hindernis zwischen sich und seinem Herrn machen, sondern im Gegenteil, er wird sie zu seinem Werkzeug machen. Mit anderen Worten, er wird sie zu seinen Gunsten einsetzen. Er wird das Geld im Tresor stapeln, das Amt auf dem Tisch liegen lassen, die Villa auf dem Land bauen und nicht zulassen, dass sie in sein Herz eindringen. 

Denn der Mensch, der nur in dieser Welt lebt, verliert sich und verliebt sich in diese Dinge, er macht sie zum Ziel und Zweck seines Daseins. So versklavt sich der Mensch allmählich an diese Dinge und verliert seinen Schöpfer aus den Augen. Der Gläubige hingegen benutzt sie als Reittier, indem er sie im Rahmen der Gebote und Dienste der Religion produktiv einsetzt. Der Dienst an seinem Schöpfer hat für ihn immer Vorrang. 

Die weltlichen Dinge an sich sind also nicht das Problem, sondern unser Verhältnis zu ihnen. Es ist nicht schlecht, Böses zu schaffen, aber es ist schlecht, sich Böses anzueignen. 

23 Können sie uns grundlegende Informationen über das Wort "makruh" geben?

das Wort „makruh“, das sich von der Wurzel „karh“ (kurh, karahat, karâhiyyat) ableitet, die laut Wörterbuch „hässlich finden, schlecht sehen, nicht wollen; Mühe, Ärger, Schwierigkeit“ bedeutet, bedeutet „etwas, das Schwierigkeiten und Ärger mit sich bringt, etwas, das unangenehm, hässlich und schlecht ist“. Neben denjenigen, die sagen, dass „karh“ und „kurh“ die gleiche Bedeutung haben, gibt es auch Sprachwissenschaftler, die behaupten, dass es einen Unterschied zwischen ihnen gibt.

Makruh ist demnach ein Verhalten, das aus religiöser Sicht nicht angemessen ist, von dem man sich wünscht, dass es unterlassen wird, und bei dem es besser ist, es nicht zu tun, als es zu tun.

Nach dem Hanafi Madhab wird makruh in zwei Teile unterteilt: tahriman makruh und tanzihan makruh.

Tahriman makruh ist etwas, das dem Haram nahe steht. Zum Beispiel, etwas nicht zu tun, was Pflicht ist. Es ist verpflichtend, etwas nicht zu tun, was als tahriman makruh eingestuft wird, und wenn man es tut, ist man ein Sünder und wird bestraft.

Tenzihan makruh ist etwas, das in der Nähe des Erlaubten liegt. Zum Beispiel das Verlassen der Sunna und der guten Form („adab“) des Gebets. Es gibt keine Belohnung für etwas, das tanzihan makruh ist, und keine Strafe für etwas, das tanzihan makruh ist, aber es gibt eine Art moralische Verurteilung.

Nach der Schafi'i Madhhab gibt es nur eine Art von Makruh. Sie umfasst alles, was die Shari'ah im Geiste fordert, aber nicht offiziell und für alle verbindlich macht. Wer sich davor hütet, wird gelobt und belohnt, wer es tut, wird nicht verurteilt oder bestraft.

Für das Grundverständnis des Begriffs könnte man sich das vielleicht so merken: Makruh ist immer auch eine Form der Bewertung und kein neutraler Begriff. Wo immer also das Wort makruh auftaucht, können wir davon ausgehen, dass es sich um etwas aus religiöser Sicht Unerwünschtes handelt.

„Karh“ bezieht sich auf eine Notlage, die ein Mensch aufgrund äußeren Drucks ertragen muss, während „kurh“ eine unangenehme Situation bezeichnet, die er freiwillig erträgt. Es gibt zwei Arten: das, was er von Natur aus nicht mag, und das, was er von der Vernunft oder den Regeln der Religion her nicht gutheißt. Wenn also jemand sagt: „Ich will es, aber ich finde es unangenehm“, kann es sein, dass er damit meint: „Ich will es von meinem Gemütszustand her, aber ich billige es nicht von der Vernunft oder von der Scharia her“, oder umgekehrt. Ikrah bedeutet „jemanden zu einer Handlung zwingen, die er nicht will und die ihm nicht gefällt“.

Im heiligen Koran und in den Hadithen werden die von der Wurzel kerh abgeleiteten Wörter häufig in ihrer lexikalischen Bedeutung verwendet. „Makruh“ wird in dem Vers erwähnt;

„Das Übel all dieser Dinge ist hässlich in den Augen deines Herrn“ (17/38)

In den vorherigen Zeilen wird näher beschrieben, was alles damit gemeint sein mag;

"Und tötet eure Kinder nicht aus Furcht vor Armut; Wir sorgen für sie und für euch. Wahrlich, sie zu töten ist ein großer Fehler. Und kommt der Unzucht nicht nahe; seht, das ist eine Schändlichkeit und ein übler Weg. Und tötet nicht das Leben, das Allah unverletzlich gemacht hat, es sei denn zu Recht. Und wer da ungerechterweise getötet wird - dessen Erben haben Wir gewiß Ermächtigung (zur Vergeltung) gegeben; doch soll er im Töten nicht maßlos sein; denn er findet (Unsere) Hilfe. Und tastet nicht das Gut der Waise an, es sei denn zu (ihrem) Besten, bis sie die Reife erreicht hat. Und haltet die Verpflichtung ein; denn über die Verpflichtung muß Rechenschaft abgelegt werden. Und gebt volles Maß, wenn ihr messt, und wägt mit richtiger Waage; das ist durchaus vorteilhaft und letzten Endes das Beste. Und verfolge nicht das, wovon du keine Kenntnis hast. Wahrlich, das Ohr und das Auge und das Herz - sie alle sollen zur Rechenschaft gezogen werden. Und wandle nicht ausgelassen (in Übermut) auf der Erde; denn du kannst weder die Erde durchbrechen, noch kannst du die Berge an Höhe erreichen." (17/31-37)

Al-Ghazālī stellt fest, dass das Wort „makruh“ bei den Rechtsgelehrten in verschiedenen Bedeutungen verwendet wird, und erklärt sie wie folgt;

1. im Sinne von „das, was verboten ist (verboten)“. Imam Shafi'i hat oft gesagt: „Ich finde es verwerflich“, im Sinne von „verboten“.

2. in der Bedeutung von „tanzihan verboten“. In diesem Sinne bedeutet makruh, dass es besser ist, eine Handlung zu unterlassen, als sie zu tun, auch wenn es keine Strafe für die Handlung gibt.

3. im Sinne von „Verzicht auf das Angemessene, auch wenn es nicht verboten ist“. Man würde also aus religionsethischen Gründen auf eine Sache verzichten, auch wenn es keinen Befehl dazu gibt.

4. Im Sinne von „wo es Zweifel und Bedenken bezüglich des Verbots gibt“. Zum Beispiel das Essen von Fleisch von Raubtieren. Makruh ist diesem Sinne sind jedoch offen für den Ijtihad. Wenn der ijtihad eines Mujtahids ihn zu dem Schluss führt, dass die betreffende Handlung haram ist, ist das aus Seiner sicht auch so, aber aus der Sicht eines anderen Mujtahids, dessen ijtihad ihn zu dem Schluss führt, dass sie halal ist, ist es halal, und es gibt für ihn keinen Grund mehr, über makruh zu sprechen.

Wenn jedoch die Meinung des zweiten Mujtahids in diesem Beispiel von Zweifeln im Herzen begleitet wird, ist es nicht schädlich, das Wort makruh für diese Angelegenheit zu verwenden, selbst wenn seine eigene professionelle Schlussfolgerung etwas anderes gesagt hätte.

Als Kompass in dieser Frage können wir eine Überlieferung des ehrenwerten Propheten (Friede sei mit Ihm) verwenden:

"Sünde ist das Unbehagen des Herzens." (vgl. Mustasfâ, 1/66-67)

Das Herz, das uns sagt, dass sich die Entscheidung "nicht gut" anfühlt, kann also ein wichtiger Indikator dafür sein, wie wir schließlich handeln sollen. Die Überlieferung könnte also auch so verstanden werden, dass man mit reinem Herzen und Gewissen feststellen kann, ob man vor einer Sünde steht oder nicht.

Der Begriff kann darüber hinaus auch die Funktion haben, uns im Falle einer Entscheidung den Weg zum richtigen Handeln zu weisen. Man sehe hierfür folgenden Vers;

O ihr, die ihr glaubt, wenn zum Freitagsgebet gerufen wird, dann eilt zum Gedenken Allahs und stellt den Geschäftsbetrieb ein. Das ist besser für euch, wenn ihr es nur wüßtet. (62/9)

Die Aufforderung „Hört auf zu kaufen“ in diesem Vers ist eigentlich ein Ausdruck, der „nicht zu kaufen“ bedeutet, d.h. es ist verboten, während des Freitagsgebets zu kaufen. Andere Belege und der Kontext zeigen jedoch, dass dieses Verbot nicht darauf beruht, dass das Kaufen und Verkaufen an sich als schlecht angesehen wird, sondern darauf, dass es den Betreffenden daran hindert, das Freitagsgebet zu verrichten. Mit anderen Worten, das Einkaufen ist nur dann makruh, wenn es, wie in diesem Beispiel, eine Pflicht verhindert. Wenn wir sagen würden, dass Einkaufen haram ist, dann wäre es immer und für alle haram und wir hätten erhebliche Probleme.

Eine andere Funktion des Begriffs kann es sein, zur besseren Handlung zu motivieren.

„Die beste mahr (oder Ehe) ist die einfache.“ (Ebû Dâvûd, "Nikâh", 31)

Die Überlieferung zeigt uns, was die bessere Richtung wäre (weniger materielle Kosten), und folglich würde eine Tendenz in die andere Richtung, d.h. die unnötige Erhöhung der Kosten, als makruh, d.h. als unerwünscht bezeichnet werden.

Nach Auffassung der meisten Rechtsgelehrten zieht die Begehung einer Makruh-Handlung keine Strafe nach sich, sondern gilt als verwerfliches (eines Muslim unwürdiges) Verhalten; wer sich um Allahs willen solcher Handlungen enthält, ist lobenswert und verdient Belohnung.

Darüber hinaus werden einige Verhaltensweisen, die wegen ihres weltlichen Nutzens („maslaha“) als makruh gelten, wie Essen und Trinken, Kleidung, Sauberkeit, Beziehungen zwischen Mann und Frau, Ehemann und Ehefrau, Kaufen und Verkaufen, in den Abschnitten „kerâhiye und istihsan“ der Fiqh- und Ilmihal-Bücher sowie in den Ethik- und âdâb-Büchern gesondert behandelt. (Vgl. TDV. İslam Ansiklopedisi, Mekruh md.)

24 Können Sie Informationen über die Rezitation von Ezan/Adhan und Kamat im Ohr eines neugeborenen Kindes/Kleinkindes geben?

dieser Brauch stammt vom Propheten (Friede sei mit ihm) selbst. Es wird im Sunan al-Tirmidhi berichtet, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) bei der Geburt von Hasan (ra) den Adhan in sein rechtes Ohr rezitierte (Tirmizi, Edaha:15).

Nach der Überlieferung von Husayn (ra) sagte der Prophet (Friede sei mit ihm) Folgendes über die Weisheit dieses Brauchs:

„Wer ein Kind bekommt und den Adhan in seinem rechten Ohr und den Kamat in seinem linken Ohr rezitiert, den werden die Djinn nicht belästigen.“ (Feyzü'l-Kadir, VI/237)

Adhan und Kamat sind die erste Vermittlung des Glaubens an ein Kind. Denn die Bedeutung und der Inhalt des Gebetsrufs umfasst die Grundlagen der Religion wie Takbir, Tawhid, Prophetentum und das Gebet.

Bei der Namensgebung für ein Kind sollte darauf geachtet werden, dem Kind schöne, islamische Namen zu geben. Unser Prophet (Friede sei mit ihm) hat viele Empfehlungen, Warnungen und Praktiken in dieser Hinsicht. Die Bedeutung eines dieser Hadithe lautet wie folgt:

„Am Tag der Auferstehung werdet ihr bei euren Namen und den Namen eurer Väter gerufen werden. So wählt eure Namen schön.“ (Buhari, Edeb:108)

Es wird empfohlen, dem Kind am Abend des Geburtstages einen Namen zu geben, aber es kann auch bis zum siebten Tag verschoben werden.

Jeder kann den Adhan und das Kamat verrichten. Man braucht dafür also keine speziellen Menschen einzuladen, die diese Worte in das Ohr des Kindes sprechen (vgl. Mehmed PAKSU, Çağın Getirdiği Sorunlar)