FAQ Häufigsten Fragen zum Wissen

1 33 Hadithe zur Rolle des Wissens im Islam

33 Hadithe über die Wichtigkeit des Erlernens des Wissens

Diese 33 Hadithe sind im Heft des Gelehrten von Bediüzzaman Said Nursi geschrieben, die er stets bei sich trug.

 

Begriffserklärung:

Die Begriffe „Wissen und Bildung – Mârifatullah (Erkenntnis über Allah)“ ist mit der Erlernung und des Studiums der islamischen Glaubenswahrheiten zu verstehen.

 

Eignet euch Wissen an! Denn das Aneignen des Wissens (der Glaubenswahrheiten), ist gegenüber Allah die Angst/ die Furcht (der Anstand und der Respekt) (takwâ). Das Verlangen und Streben nach Wissen ist eine religiöse Dienstleistung/ Handlung (‘ibâda). Der Austausch (Diskurs/ Diskussion) und darüber zu sprechen ist eine immerwährendes (ausgesprochenes) Gebet (Huldigung/ Erwähnung - dhikr) und hat die Bedeutung des Jihads, im Sinne von Anstrengung und Kampf gegen das eigene Ego (nafs).  (Râmuz-ül Ehadîs. S. 254) 

 

Wenn ein Student/ Schüler des Wissens, an seinem Bett angelehnt eine Stunde vom Buch Wissen lernt und erlangt, ist diese Tat wertvoller als 70 Stunden freiwilliges Gebet zu verrichten. (Râmuz-ül Ehadîs. S. 295)

 

Das Streben nach Wissen, ist das Streben nach der Barmherzigkeit Allahs. Und es gehört zu den Säulen des Islam. Die Belohnung für diese, werden im Jenseits mit den Propheten zusammengegeben/ erteilt. (Râmuz-ül Ehadıs. S.  312)

 

Wissen zu verlangen (sich dafür anzustrengen), ist bei Allah höhergestellt als das freiwillige Gebet, das Fasten, die Pilgerfahrt und für Allah in den Krieg zu ziehen (Jihâd). (Feyz-ül Kadir. Hadîth no: 5268)

 

Ein Gelehrter, von dessen Wissen profitiert werden kann, ist heiliger und höhergestellter als tausend Gottesknechte (‘âbid), der für sich/ eigenständig mit religiösen Gebeten auseinandersetzt. (Râmuz-ül Ehadıs. S.  314)

 

Es ist eine Schande mit der Religion/ religiösen Dienstleistung, Ergebung und Spiritualität (mit dem Wissen die erlangt worden ist) die Welt/ Materielles zu verlangen.  (Râmuz-ül Ehadıs. S.  416) 

 

Es ist möglich, dass das Erlernen einer islamischen Weisheit/ einer Wahrheit (in Bezug auf Wissen), heiliger und wertvoller ist, als wenn jemand ein Jahr lang freiwilliges Gebet verrichtet. Und wer sich unter einer Gemeinschaft niederlässt, wo das Wissen vermittelt und darüber diskutiert wird, so ist diese Tat wertvoller als einen Sklaven die Freiheit zu schenken/ zu beschaffen. (Râmuz-ül Ehadıs. S.  343)

 

Wenn Allah jemanden aus deiner Hand die Rechtleitung (hidâya) schenkt, ist es für dich segenreicher (heiliger/ wertvoller) als alles worüber die Sonne aufgeht. (Râmuz-ül Ehadîs. S. 344)

 

Allah wird nicht über das Volk Muhammads (s.a.s.) sowohl das Schwert des Dajjals als auch das Schwert des großen Kriegs vereinen. (Râmuz-ül Ehadîs. S. 354)

 

Das Kalifat wird mit den Söhnen von dem Bruder meines Vaters (mit meinem Onkel) Abbas weitergeführt und fortgesetzt werden. Schließlich (zum Schluss) wird es an den Dejjal übergeben. (Kenzü'l-Ummâl: 14:271. Hadith no: 33436.)

 

Würde man die Tinte der Federn der (wahrhaftigen) Gelehrten und das Blut der Märtyrer abwiegen, sicherlich würde die Tinte der Gelehrten das Blut der Märtyrer überwiegen. (Imam Gazali. İhya-u Ulûm-id Din 1/6)

 

Der Held (der Sieger) ist nicht derjenige, der die Menschen besiegt. Der Held ist derjenige, der in der Situation des Zorns und der Wut, gegen sein Ego (nafs) triumphiert (ihn besiegt). (Râmuz-ül Ehadis S. 363)

 

Das größte Geschenk das ein Muslim einem Muslim geben kann ist, der mit seinen weisen Worten (mit seiner Weisheit) den Glauben des Muslims stärkt und (damit) das Böse von ihm austreibt/ verbannt. (Râmuz-ül Ehadîs S. 374)

 

Es gibt keine größere Angelegenheit und Problem seit der Erschaffung von Âdem (as.) bis zur letzten Stunde (Weltuntergang) als dem Dejjal. (Râmuz-ül Ehadîs S. 374)

 

Wenn jemand während seinem Streben nach Wissen (das Studium/ das Erlernen des Wissens) sterben sollte, besteht (im Jenseits) der Unterschied zwischen ihm und den Propheten nur noch aus einem Grad/ einer Stufe. (Imam Gazali. İhya-u Ulûm-id Din 1/9)

 

Wer ein Teil (Abschnitt) der Glaubenswahrheiten erlernt (oder sein Wissen diesbezüglich erweitert), ist höhergestellt als tausende freiwillige Gebetseinheiten (rek’ât) ob derjenige sie auslebt oder nicht. Wenn derjenige aber das Erlernte auslebt und es an jemanden anderen beibringt, weitergibt oder -vermittelt, so wird die Belohnung des Anderen der das auslebt, bis zur letzten Stunde (Weltuntergang) ihm gehören. (Râmuz-ül Ehadîs S. 413)

 

Wer ein Teil oder Abschnitt der Glaubenswahrheiten erlernt und studiert, um den Islam zu verbreiten und auferstehen zu lassen, so ist der Unterschied zwischen ihm und den Propheten nur noch von einem Grad/ einer Stufe. (Râmuz-ül Ehadîs S. 429)

 

Wenn sich bei einem gläubigen Muslim vier Eigenschaften der Moral und Ethik vereint, so macht Allah der Allmächtige das Paradies für ihn (mit seinen Eigenschaften) zu einer Pflicht bzw. zu einer Selbstverständlichkeit:

Die Wahrheit in der Zunge (wahrhaftig in jeder Gelegenheit zu sein);

Die Freigiebigkeit mit seinem Reichtum (gegenüber dem Islam und der Bedürftigen);

Die Liebe und Barmherzigkeit in seinem Herzen (gnädig und nachsittig mit Anderen sein);

Das Predigen und Weitervermittlung der Glaubenswahrheiten; (Râmuz-ül Ehadîs S. 483)

 

Ein wahrhaftiger Gelehrter wird kommen und wird die koranischen Inhalte und Wahrheiten (Lehren) auf so einer Art wiedergeben/ vermitteln, danach wird niemand wie er diese Lektion und diese Lehre erteilen können. (Râmuz-ül Ehadîs S. 518)

 

Wenn ein Student/ Schüler des Wissens, während seines Studiums sterben sollte, so würde er als ein Märtyrer sterben. (Râmuz-ül Ehadîs S. 40)

 

Dient denjenigen, die den Koran tragen (erlernen, studieren und auf dem Weg des Koran arbeiten). (Râmuz-ül Ehadîs S. 81)

 

Dient den Gelehrten, denn sie sind die Erben der Propheten. (Râmuz-ül Ehadîs S. 81)

 

Die höchste Bildung und das beträchtlichste und höchste Wissen ist, ist das Erkenntnis über Allah (das Wissen und die Lehre über Allah), also das Wissen über die Glaubenswahrheiten. Eine religiöse Dienstleistung (‘amel/ ‘ibâda) mit Wissen und Überzeugung, bringt demjenigen Profit. Jedoch eine Vielzahl von religiösen Dienstleistungen, die nicht auf Wissen und Überzeugung aufgebaut ist, bringt kein Profit/ Gewinn. (İhya-u Ulûm-id Din 1/7)

 

Der Allmächtige Allah (azza wa jalla) fügt einem gläubigen Diener Schwierigkeiten zu zwecks Erfahrung, Entwicklung und Prüfung. Aber er macht dem Diener diese Mühe nur, um ihm sein Wunder und seine Gnade zu zeigen (und zu verdeutlichen). (Feyz-ül Kadir 2/280)

 

Der Glückliche (Said) ist derjenige, die von Unheil (fitna) verschont worden ist. Wenn aber dieser in einem Unglück und Unheil hineingezogen/ konfrontiert werden sollte, so ist dieser der geduldig ist. So ein Mann ist sehr besonders und sehr selten. (Râmuz-ül Ehadîs S. 100)

 

Wahrlich (mit Sicherheit) kommt ein Unheil (über die Menschen, insbesondere über die Muslime). Er wird die Diener Allahs (die Menschen) auseinanderzureißen/ spalten. Nur die Gelehrten/ die Wissenden (die mit Überzeugung glauben) werden errettet sein (verschont bleiben).  (Râmuz-ül Ehadîs S. 105) 

 

In der Endzeit wird ein schweres und schreckliches Unglück kommen und jeder wird davon betroffen sein (der Atheismus/ Dajjalismus). Niemand wird in der Lage sein, ihm zu entkommen. Nur ein Mann, der die Religion Allahs (die Glaubenswahrheiten/ das koranische wahrhaftige Wissen) kennt und demgemäß mit seiner Zunge und seinem Herzen danach kämpft (dagegen ankämpft), wird gerettet sein. Und dieser Mann ist vom Beruf des Ersteren (der Vergangenheit) (dieser folgt den Weg der Prophetengefährten), der danach sehr streng festhält. (Râmuz-ül Ehadîs S. 141)

 

Ich bin der großzügigste und erhabenste (der gnädigste) unter den Kindern (Söhnen) Adams. Nach mir ist es ein Mann; der ein besonderes und spezielles (mystisches) Wissen besitzen wird und dieses wird er weitervermitteln (mit den Menschen teilen). Am Tag der Auferstehung wird er (mit seinen Schülern und Gefährten) als ein unabhängiges Volk/ Gemeinde (Ummah) auferstehen. (Râmuz-ül Ehadîs S. 163)

 

Wer den Koran lernt, lehrt und die Inhalte und Wahrheiten weitervermittelt und unterrichtet, soll wissen, dass Ich am Tag des Jüngsten Gerichts der Anlass und der Beweis für sie sein werde, das Paradies zu betreten. (Râmuz-ül Ehadîs S. 170)

 

Nähert euch nicht den unerlaubten religiösen Erneuerungen (bid’a). Denn diese sind der Weg zum Irrtum. Und jeder Irrtum führt zur Hölle. (Râmuz-ül Ehadîs S. 177)

 

Wer von uns den anderen (Nichtmuslimen) ähnelt, ist nicht von uns. Ähnelt (gleicht/ imitiert) nicht den Juden und den Christen. (Feyz-ül Kadir, Hadîth no: 7649)

 

Der größte Kampf im Namen Allahs (Jihad) ist, in Gegenwart grausamer/ erbarmungsloser und ungerechter Herrscher die Wahrheit zu sagen/ zu predigen und auszurufen. (Kenz-ül Ummal 9/64)

 

Der tugendhafteste (edelste) Kampf im Namen Allahs (Jihad) ist, der Kampf gegen das eigene Ego und gegen das eigene Verlangen und den Gelüsten. (Kenz-ül Ummal 9/64)

 

 

Fußnoten:

Sinngemäß wird in dem Hadith „Tirmizi, Nüzur, 19, h.no: 1547“ berichtet, dass wenn jemand einen Sklaven dessen Freiheit abkauft und ihm seine Freiheit ermöglicht, kauft seine eigene Errettung und Freiheit aus dem Höllenfeuer ab.

Man kann sich von dem Schwert des Dajjals nur mit „Wissen – Marifetullah (Erkenntnis über Allah)“ beschützen und befreien.

Die Belohnung und die Ehre der Märtyrer werden in vielen Koranversen und Hadithen wiedergegeben. Von denen die zuerst kommen ist, dass ihre Sünden vergeben werden und mit dem Paradies belohnt werden (Vgl. folgende Verse: 3/169 – 171, 3/195, 4/74, 47/4 und die folgenden Hadithe:

  • Müslim, İmâre, 121; Ebû Davûd Cihâd 25; Tirmizî, Tefsiru Sure, 3/19; İbn Mâce, Cenâiz, 4; Cihâd, 16;
  • Buhârî, Cihâd 6; Müslim, İmâre,108,109; Neseî, Cihâd 33;
  • Buhâri, İman, 26; Müslim, İmâre,103,107; Neseî, Cihad, 37;
  • Buhârî, İlim, 45; Cihâd,15; Müslim, İmre,150,151; İbn Mace, Cihad,13; Ahmed b. Hanbel, IV, 392, 397, 402, 405, 417;
  • Müslim, İmâre, 52; Neseî, Cihâd, 22; Ahmed b. Hanbel, III, 322;
  • Neseî, Cenâiz, 82, Cihâd, 37; Ahmed b. Hanbel, III, 299, V, 431;
  • Bakınız, Buhârî, Ezan, 32, Cihâd, 30; Müslim, İmâre, 164; Tirmizî, Cenâiz, 65, Fedâilu'l-Cihâd, 14; Ahmed b. Hanbel, I, 22, 23, II, 323, 325;
  • Müslim, İmâre, 156, 157; Ebû Davud, İstigfâr, 26; Neseî, Cihâd, 36; ibn Mâce, Cihâd, 15;

2 sind wir schuldig wenn wir unwissend sind in der Religion?

Unwissenheit muss man hier in zwei Kategorien unterteilen;

1. das schlichte Unwissen also das Fehlen von Informationen bezüglich religiöser Bestimmungen und Regeln.

2. das bewusste Ignorieren der religiösen Bestimmungen und Regeln also gegen die Religion handeln, obwohl das Wissen vorhanden ist.

Diese zweite Art der Unwissenheit ist die schlimmere der beiden.
Man darf nicht vergessen, dass Wissen für den Menschen nicht nur eine Ansammlung von Informationen ist. Wissen ist zugleich ein Auftrag. In dem Maße, in dem der Mensch die erlernten Wahrheiten in sein Leben umsetzt, wird er den Segen dieses Wissens erfahren. Andernfalls kann er zu jemandem werden, der zwar viel weiß, dessen Wissen sich jedoch nicht in seinem Leben widerspiegelt.

Es wäre nicht richtig, hier eine absolute Aussage wie „Es gibt keine Entschuldigung dafür, unwissend zu bleiben“ zu treffen. Denn eines der Grundprinzipien des Islam besagt, dass der Mensch nicht für Dinge zur Verantwortung gezogen werden darf, die seine Kräfte übersteigen;

Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag. Ihr kommt (nur) zu, was sie verdient hat, und angelastet wird ihr (nur), was sie verdient hat. (2/286)

Man kann nicht jemanden, der tatsächlich keinen oder nur sehr bedingten Zugang zur Bildung hatte, mit jemanden vergleichen, der sämtliche Zugänge zur Bildung hatte und diese schlichtweg liegen ließ. 

Aus diesem Grund sollte man sich folgende Frage stellen:

„Tue ich im Rahmen meiner Möglichkeiten und Gegebenheiten alles, was in meiner Macht steht, um das zu lernen, was Allah von mir erwartet?“

Bringt jedes Wissen die gleiche Verantwortung mit sich?

Nein. Der Mensch ist nicht verpflichtet, alle Einzelheiten jedes Wissensgebiets zu erlernen. Der Beruf, das Leben, die Lebensumstände und die Probleme, mit denen jeder Mensch konfrontiert ist, sind unterschiedlich.

Es ist jedoch eine Sache, die grundlegenden religiösen Kenntnisse zu erlernen, die für das Leben eines Menschen notwendig sind, und eine andere, sich mit wissenschaftlichen Themen auszukennen, die Fachwissen erfordern.

Beispielsweise ist es wichtig, dass jemand, der Handel treibt, die Gebote und Verbote des Handelns kennt, dass jemand, der heiratet, die grundlegenden Pflichten im Ehe- und Familienrecht kennt, und dass jemand, der zu einer bestimmten gottesdienstlichen Handlung verpflichtet ist, lernt, wie diese durchgeführt wird.

Wenn ein Mensch auf eine ihm unbekannte Frage stößt, sollte er nicht einfach sagen: „Ich weiß es nicht“, und es dabei belassen, sondern die Wissenden befragen und nach den richtigen Informationen suchen;

So fragt die Leute der Ermahnung, wenn ihr (etwas) nicht wißt. (16/43)

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass das Erlernen von Wissen ein Prozess ist. Der Mensch kann nicht alles auf einmal lernen. Aus diesem Grund ist es ebenso wenig richtig, in Verzweiflung zu verfallen und zu sagen: „Ich bin sehr unwissend, ich weiß gar nichts“, ebenso wie es falsch ist, das Lernen aufzugeben und zu sagen: „Ich weiß jetzt genug.“

Es ist sinnvoller, regelmäßig zu lernen, auch wenn es nur wenig ist.

Jeden Tag ein paar Verse aus dem Koran zu lesen, einen Hadith aus einer zuverlässigen Quelle zu lernen, eine uns unbekannte religiöse Frage zu recherchieren, eine erlernte Wahrheit in unser Leben umzusetzen und Themen, die wir nicht verstehen, bei kompetenten Personen nachzufragen, erweitert mit der Zeit unser Wissen und unser Bewusstsein.

Vielleicht ist die schönste Lehre, die wir aus diesen Worten für uns selbst ziehen können, folgende:

„Oh Gott! Gewähre mir nicht nur das Wissen, sondern auch, das Richtige zu lernen; das Gelernte zu verstehen; das Verstandene zu leben und nach meinem Wissen zu handeln. Gewähre mir, mich darum zu bemühen, das zu lernen, was ich noch nicht weiß, und das Gelernte nicht zu einem Argument gegen mein eigenes Ich zu machen.“ Amin.